Was du heute kannst lesen, das verschiebe nicht auf irgendwann…

Ich nehme mir aus dem Regal, Buch um Buch um Buch und lese und lese und lese und doch gibt es noch so viele Bücher, die ich nicht kenne, noch so viele Bücher, die ich gerne lesen möchte. Das kuriose an dieser Situation ist jedoch, dass ich es einfach nicht tue. Warum lese ich nicht einfach endlich Lionel Shriver’s „Wir müssen über Kevin reden“, das will ich schon so lange oder Gabriel Garcia Marquez’s „Die Liebe in Zeiten der Cholera“, das es seit kurzem bei Skoobe zu leihen gibt oder Zoe Heller’s „Tagebuch einer Verführung“, das mir vor drei Jahren so gut gefallen hatte, dass ich es unbedingt noch einmal lesen wollte. Warum tänzele ich seit Monaten, in einigen Fällen sogar Jahren, um die vielversprechendsten Leseerlebnisse herum und traue mich nie so ganz in sie einzutauchen?

Bin ich lesetechnisch aus der Art geschlagen – ein Blogger, der sich drückt und lieber mittelmäßige Gegenwartsliteratur querliest als nach den wirklichen, oder einfach nur den persönlichen, Perlen zu tauchen? Geht es vielleicht auch anderen Lesern so? Was ist mit Dir? Hast Du auch eine „goldene Liste“, an die Du Dich einfach nicht heranwagst?

Denn es ist nicht immer nur der Zeitmangel, der mich vom Lesen abhält. Manchmal schrecke ich vor einem Buch zurück aus Angst ihm im Moment nicht gerecht werden zu können. Wie albern dieses Gefühl doch scheint, wenn man bedenkt, dass ich nicht gegen eine bevorstehende Bücherverbrennung anlese, sondern einfach gegen das eigene Unvermögen – eine wiederholte Lektüre der besagten Bücher ist also nicht ausgeschlossen. Dabei sind längst nicht alle dieser Bücher, die ich lesen will und es dann doch nicht tue, Wälzer oder übermäßig kompliziert oder steinalt. Tolkien’s „Der kleine Hobbit“ gehört zum Beispiel ebenso dazu wie Harper Lee’s „Wer die Nachtigall stört“ oder Khaled Hosseini’s „Tausend strahlende Sonnen“.

Das war’s – KEINE ENTSCHULDIGUNGEN MEHR! Mir reicht es jetzt, ich will diese Bücher endlich lesen. Denn meine „goldene Liste“ bleibt für immer eine Liste der Namen und Titel, wenn ich sie weiter so vor mir her schiebe und verschiebe, auf nächste Wochen, nächsten Monat, den Sommer vielleicht, irgendwann mal… vielleicht auch nicht. Das geht so nicht! Jetzt wird gelesen!

11 Kommentare zu „Was du heute kannst lesen, das verschiebe nicht auf irgendwann…“

  1. Bei mir ist das so: Ich habe viele Bücher, die ich lesen möchte, aber gleichzeitig kommt dieses und jenes Buch hinzu. Es ist schon schrecklich. Ich wünschte, ich könnte ein Buch nach dem anderen erwerben und lesen. Aber das ist bei mir nicht drin. Sei’s drum.
    Gruß
    Annegret

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  2. Bei mir ist es so, dass ich mir oft vornehme, dieses oder jenes zu lesen, aber dann kommen wieder Neuerscheinungen dazwischen, die für meinen Job ja auch sehr wichtig sind und erstmal oberste Priorität haben. Ich will seit Jahren „Bleak House“ von Dickens lesen. Das wird mich aber schon ein bisschen Zeit kosten, Zeit, in der ich etwas lesen könnte, wonach mich ziemlich wahrscheinlich auch mal ein Kunde fragen wird. Das ist so mein Zwiespalt. Was kann mir aktuell im Job von Nutzen sein und was eher nicht? Viele Bücher, die ich auf zahlreichen Flohmärkten erworben habe, Klassiker, fallen eher in die zweite Kategorie. Danach fragt keiner. Ich schätze, dass sich das nach Ende der Ausbildung wieder etwas mehr die Waage halten wird. Ansonsten sammle ich eben für den Ruhestand – oder so. 😉

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  3. Hey,
    ich kenne die Situation, die du schilderst nur zu gut. Bei mir ist es so, dass ich Bücher eher nicht lese, sobald ich sie besitze. Die meisten meiner Bücher im Regal sind ungelesene Perlen und stehen quasi als körperliche goldene Liste jeden Tag vor mir. Das Problem ist, dass ich beruflich so viel lese, was ich zu einem bestimmten Termin gelesen haben sollte oder wieder abgegeben haben muss, dass es immer wichtiger ist, diese Bücher zuerst zu lesen. Sobald ein Buch mir gehört, stellt sich das Gefühl ein, dass ich ewig Zeit habe es zu lesen…
    Manchmal überkommt es mich dann und ich lese einige Werke, die ich schon immer lesen wollte, wie z.B. „Tausend strahlende Sonnen“ (es lohnt sich 😉 ) und danach gerate ich meistens wieder in den alten Trott.
    Ich bin gespannt, wie weit du jetzt mit deiner goldenen Liste kommst 🙂
    Liebe Grüße,
    Mareike

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  4. Hallo,
    ich kenne die Situation auch. Meine goldene Liste ist quasi endlos, weil mich viele Bücher / Themen interessieren. Wo die Zeit herkommen soll – keine Ahnung. Es sind aber nicht nur mir noch unbekannte Bücher, die ich lesen will, sondern zum Teil auch Neuübersetzungen von Büchern, die ich schon gelesen habe, wie zum Beispiel „Schau heimwärts, Engel“ von Thomas Wolfe.
    Es ist aber schön, die Bücher zu Hause zu wissen.
    Viele Grüße, Pierre

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  5. Ohjaaa, das kennen wir wohl alle nur zu gut 🙂 mir geht es da mit vielen Büchern genauso wie dir. Wenn man sehr eingespannt ist, egal in welcher Beziehung, ist das manchmal gar nicht so einfach. Im Moment lese ich wirklich langsam, dann wiederum habe ich Tage, da fluppt es nur so und die Seiten fliegen. Aber du hast vollkommen recht, Schluss mit der Prokrastination 🙂 let’s read!

    Liebe Grüße
    Sandra ♥

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  6. Liebe Katarina,

    deine Situation kenne ich selbst nur zu gut. Ich habe ein ganzes Regalbrett an Büchern, die noch ungelesen sind und die ich eigentlich unbedingt bald lesen möchte und doch komme ich nicht dazu. Ähnlich wie den anderen, kommen mir häufig auch Neuerscheinungen in die Quere, die mich dann doch einfach mehr interessieren. Dein Posting hat mich nun aber animiert, bald vielleicht doch das ein oder andere Buch aus diesem Regal zu lesen.

    Liebe Grüße
    Mara

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  7. Bei mir gibts da auch ein paar, an die ich mich nicht richtig rantraue, etwa „Hundert Jahre Einsamkeit“ oder die russischen Klassiker. Aber ab und zu trau ich mich doch, wie bei den „Buddenbrooks“ und da hab ich dann festgestellt, dass es gar nicht schwer zu lesen ist 🙂

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  8. Da kann ich mich nur anschließen: Auch mir kommen ständig Neuerscheinungen dazwischen, die ich schon aus beruflichen Gründen lesen muss/will, so dass manche Bücher hier schon sehr lange im Regal oder auf meiner Leseliste schlummern. Hinzu kommt noch, dass ich mich – sobald ich mal Zeit habe -, immer häufiger kaum entscheiden kann, welches Buch ich anfangen soll.

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  9. Interessanter Weise habe ich ja vor kurzem auch zu diesem Thema so meine Gedanken niedergeschrieben. Ich las das Buch „Howard’s End is on the Landing‘ und fragte mich dann, warum ich Berge von Bib-Büchern, Neuerwerbungen und Co nach Hause schleppe, während hier auf mich, wie Du so schön meintest, vielleicht ganz persönliche Perlen warten.
    Nun, ich habe verschiedene Antworten darauf gefunden. Ähnliche wie Du und habe dem auch ein Ende gesetzt. Ich lese nun mindestens ein Jahr von zu Hause, also aus meiner Bibliothek. Wären es nur 50 Bücher, würde ich vielleicht nicht so hart mit mir ins Gericht gehen, aber inzw. sind es fast 400. Das geht einfach gar nicht mehr.
    Das erste Ergebnis des neu gestarteten Projektes war bisher, dass ich vier Werke aussortiert habe, weil sie mir beim Lesen überhaupt nicht gefielen. Nun habe ich aber die ersten Perlen in meinen Regalen entdeckt, die ich derzeit ganz fasziniert lese (u.a. den Gatsby).
    Zu den von Dir erwähnten Büchern:
    Tausend strahlende Sonnen konnte mich gar nicht packen.
    Ebenso konnte mich Der Hobbit nicht überzeugen.
    Harper Lee steht auf unserer derzeitigen Votingliste für den Lesemonat Juli bei Lovelybooks: Du kannst ja mitvoten/-lesen, wenn er gewinnt? (Link: http://www.lovelybooks.de/thema/Wir-lesen-Klassiker-der-Weltliteratur-Monat-f%C3%BCr-Monat-643067688/)
    Und: Liebe in Zeiten der Cholera ist ganz wundervoll. Das kann ich Dir nur ans Herz legen.

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  10. Bei mir ist es auch meistens so. Ich habe mir letztens einige (dicke) neue Bücher gekauft und will sie auch sofort lesen.. aber da ich zurzeit so viel Stress wegen der Uni und der Arbeit und dem Lernen habe, greife ich eher auf leichtere Kost zurück und jetzt in der Prüfungsphase schaffe ich kein Buch mit mehr als 400 Seiten. Ich würde ihm einfach nicht gerecht werden, wenn ich höchstens 50 Seiten pro Tag lesen kann.
    Es tut mir auch irgendwie Leid, da ich meine geliebten Irving-Bücher noch ungelesen hier liegen habe und einfach keine Zeit dazu finde. Das gleiche gilt für die Wälzer von Gabaldon, King und Co.
    Mehr als ein Buch des jeweiligen Autors ist deswegen pro Jahr leider nicht drin. Ich hoffe nun, dass ich trotz Hausarbeit wieder ein paar davon schaffe 🙂

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