(Neuerscheinung) The Best American Travel Writing 2013

Auch im Jahr 2012 wurde wieder gereist und darüber geschrieben. In diesem Band versammeln sich nun die 19 besten Artikel von amerikanischen Reiseschriftstellern, veröffentlicht in amerikanischen Magazinen, wie zum Beispiel The New Yorker, The Atlantic und The Paris Review. Hier schreibt unter anderem David Sedaris über seine Liebe zum französischen Gesundheitssystem, Kevin Chroust darüber wie er in Pamplona mit den Stieren gelaufen ist und Rich Cohen über die Piraten im jungen New Orleans.

Meine Gedanken zum Buch…

Dieses Jahr musste ich mich als Opfer der Umstände damit begnügen ein und die selbe Reise wieder und wieder zu planen. Endlich habe ich es bis nach Deutschland geschafft, um dort meine Familie zu besuchen – zum ersten Mal in diesem Jahr – doch lange Zeit ging es zum Bahnhof, bzw. Flughafen, wo in einem fort „gecancelt“ wurde, was ich so sorgfältig geplant hatte. Wie konnte ich also anders, als mich, an meine kleine Liverpooler Wohnung gefesselt, damit zu begnügen anderen beim Reisen zuzuschauen. Und Leserin die ich bin, greife ich da natürlich zu der ersten Garde der Reiseschriftsteller, bequemerweise gesammelt in einem Band, und schaffte es diesen Sommer also unter anderem nach Pamplona, Cairo, Neu Guinea und Peru. Eigentlich nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich dafür nicht einmal meinen Lesesessel verlassen musste 😉

Eingeleitet von meiner Lieblingsreiseschriftstellerin Elizabeth Gilbert, die mich schon mit Eat, Pray, Love davon überzeugte, dass ich unbedingt mal nach Bali fahren muss – nicht nur, aber auch um mich dort zu verlieben – fängt diese Anthologie schon einmal gut an. Spannend geht sie weiter, entführt mich an exotische Plätze, wie zum Beispiel Sarajewo, wo eine Gruppe Wintersport Enthusiasten einen internationalen Wettbewerb auf die Beine stellen will oder nach Vietnam, auf der Suche nach einem geheimen Nudelrezept oder nach Tanzania, um dort einen Geistheiler aufzusuchen, der von sich behauptet HIV kurieren zu können. Orte an denen ich so noch nie war und Menschen, die ich so noch nie getroffen habe, die ich mir aber dank der Artikel bildlich vorstellen kann.

Doch nicht immer geht es an exotische Orte, Daniel Tyx zum Beispiel bleibt zu Hause und David Sedaris geht zum Zahnarzt – auf den ersten Blick nicht der Rede wert, doch so unterhaltsam geschrieben, dass ich als Leserin nichts vermisse, schon gar nicht das Reisen. Mein Lieblingsartikel ist allerdings „Blot Out“ von Colleen Kinder, erschienen in „Creative Nonfiction“, der trotz seiner Schlichtheit wohl die gefährlichste aller Reisen beschreibt und mir vor Spannung fast den Atem raubt – ein Spaziergang über den Suq von Cairo als Frau. Neben diesem Artikel verblassen die restlichen, ob es nun um einen Vergnügungspark über Charles Dickens geht, um die wilden Hunde in den Straßen Istanbuls oder illegale Hahnenkämpfe im modernen Afghanistan.

Viel gibt es zu entdecken in diesen 19 Artikeln. Wer sie liest, fühlt sich anschließend so als hätte er die Welt bereist und auch ein bisschen inspiriert vielleicht selbst einmal die Koffer zu packen, und dabei so viel wie möglich im Handgepäck unter zu bringen, so wie Lynn Yaeger für Travel+Leisure oder bei seiner Rückkehr jedem, der es hören will einen gewaltigen Bären aufzubinden, wie Ian Frazier in seinem Nachruf auf das klassische „Seemannsgarn“. Wie man es auch anstellen will, wohin es einen auch zieht, dieses Buch ist ein guter Anfang, Reisebegleiter und Trost für alle Daheimgebliebenen in einem.

Kurz zusammen gefasst… Wer sich für Reiseberichte interessiert, der kommt an dieser Anthologie nicht vorbei. Das beste, was amerikanische Reisemagazine im letzten Jahr zu bieten hatten. Eine Fülle von Eindrücken, Schreibstilen und Erkenntnissen, quasi ein Mal um die Welt in 200 Seiten. Das darfst Du Dir nicht entgehen lassen 🙂

Info: The Best American Travel Writing 2013 – Elizabeth Gilbert (Hrsg.) – ISBN 978-0-547-80898-7

Literarische Nachbarn:

  • Eat, Pray, Love von Elizabeth Gilbert (Rezension)
  • Abyssinia – Mein Jahr in Äthiopien von Carola Frentzen (Rezension)
  • Big Sur von Jack Kerouac (Rezension)
  • Weitere Jahrgänge aus der Reihe „The Best American Travel Writing“
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3 Kommentare zu „(Neuerscheinung) The Best American Travel Writing 2013“

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