(Hörbuch) Bossypants: Haben Männer Humor? von Tina Fey

Nachdem ich die Bücher von sowohl Nick Offerman als auch Amy Poehler überaus genossen hatte, machte die Lektüre der Autobiografie von Tina Fey einfach Sinn. Warum also unnötig lange damit warten..?

Bossypants_Cover_(Tina_Fey)_-_200px„Die erfolgreichste Comedy-Frau der Welt: unglaublich komisch, unglaublich sympathisch! Dies ist die Geschichte eines schüchternen, wenig selbstbewussten Mädchens aus der Vorstadt, das als Kind nicht sehr ansehnlich war, als Studentin immer mit den Schwulen rumhing, mal zu dünn war, mal zu dick, aber nie richtig, und sich dann vornahm, die letzte Männerbastion zu knacken: die Welt der Comedy. Tina Fey hat gekämpft und auch gesiegt – und doch ist ihr klar, dass selbst die emanzipierteste Frau der Welt die Waffen strecken muss, wenn es um Themen wie «zu breite Hüften» oder «Winkfleisch» geht.“ („Bossypants“, Klappentext)

Von „Bossypants“ hatte ich sogar schon vor den Büchern der „Parks and Recreation“ Stars gehört, die zur Zeit der Veröffentlichung ganz sicher noch nicht einmal in Planung waren. Trotzdem hatte es mich nie gelockt, dafür war mir die Comedy von Tina Fey, die ich damals vor allem mit ihrer Serie „30 Rock“ in Verbindung brachte, einfach zu schwarz-humorig. Zu ihrer Serie habe ich nach wie vor keinen Zugang, ihre Autobiografie jedoch hat mich prächtig unterhalten und das nicht etwa wider Erwarten 😉 Letztlich bin ich froh das Ende der langen Bank erreicht zu haben, auf die ich die Lektüre von „Bossypants“ geschoben hatte.

Denn Tina Fey bringt mich, ähnlich wie ihre Comedykollegin Amy Poehhler, in einem fort zum Lachen. Ihr Humor ist herrlich selbstironisch und scheint mir irgendwo in der Mitte zwischen Amy Poehler und Nick Offerman zu liegen, irgendwo zwischen amerikanischem Slapstick und britischer Ironie. Es fängt mit ihrer Kindheit an, der griechischen Mutter, sowie dem Vater, einem „real-life“ Clint Eastwood und allerlei Modesünden. Mit ihren ersten Erfahrungen am Jugendtheater und einer bunt zusammengewürfelten Bande, die sie von da an ihre Freunde nennt. Eines Tages jedoch bricht ein Unbekannter in den Garten der Familie ein und attackiert die kleine Tina, schlitzt ihr mit einem Messer die Wange auf. Zurück bleibt eine Narbe und eine traumatische Erinnerung, die jedoch die bisher einzige im Leben der Comedygröße ist und der Leser atmet auf.

Interessant wird es besonders an dem Punkt im Buch, an dem die noch junge Tina Fey sich der „Second City“ Improvisationstheatergruppe in Chicago anschließt. Dort lernt sie ihre spätere „Saturday Night Live“ Kollegin Amy Poehler kennen und stolpert sogar über Nick Offerman – eine Begegnung die allerdings nur in seiner Version der Geschichte Erwähnung findet. Auf einmal wirkt die amerikanische Comedywelt sehr klein, denn alle scheinen sich schon jahrelang zu kennen, auch wenn Tina Fey als erste den Weg in den berühmt berüchtigten „writer’s room“ der international bekannten Sketchcomedysendung „Saturday Night Live“ findet. Ihre Erfahrungen dort geben Anlass zu einer weitläufigen Kritik des amerikanischen Machismo, der unter anderem so absurde Formen annimmt, wie zum Beispiel während der Arbeitszeit ausschließlich in Pappbecher zu urinieren.

Auch wenn diese Kritik harsch und, ausgehend von dem was ich als Europäerin so gehört habe, trotzdem überaus begründet ist – wer möchte sich schon in seinem Arbeitsumfeld bewegen in der Angst jeden Moment aus Versehen einen dieser berüchtigten Becher umzustoßen und einen Schwall Kollegenurin auf seine Schuhe zu ergießen?! – bewahrt Tina Fey doch immer ihren Sinn für Humor. Letztlich hält ihre Zeit bei „Saturday Night Live“ doch mehr Lacher als aufgebrachtes Augenrollen für den Leser bereit. Und die Lachtränen quollen dann auch nur so hervor als ihre Parodie der amerikanischen Politikerin Sarah Palin, die mittlerweile schon Kultstatus genießt, eingespielt wurde.

Daher empfehle ich hier auch ausdrücklich die Hörversion des Buchs, eventuell im Original, da ich bei der Übersetzung für nichts garantieren kann. Das gedruckte Buch ist sicher auch sein Geld wert, doch nichts geht über die Stimme der Autorin, die ihre eigenen Witze erzählt, auch wenn das bedeutet, dass man sich für ungefähr fünf Stunden mit der englischen Sprache anfreunden muss – dies ist allerdings nur meine persönliche Empfehlung, lustig ist Tina Fey ganz sicher in jeder Sprache. Um also langsam zum Ende zu kommen, kann ich meine Lektüre von „Bossypants“ ganz klar unter witzig, informativ und einsichtsvoll archivieren. Lange habe ich nicht mehr so herzlich gelacht, über gesellschaftliche Themen, wie zum Beispiel den weiblichen Schönheitswahn nachgedacht und mich dabei im Kopf und in der Welt von Tina Fey bestens aufgehoben gefühlt.

Bossypants: Haben Männer Humor? – Tina Fey – ISBN 978.3.862.52030.5

Für Leser, die…

  • …die Frage „Haben Frauen Humor?“ mit einem klaren „Ja!“ beantworten.
  • …sich in der amerikanischen Comedylandschaft auskennen.
  • …den Kopf hinter der Serie „30 Rock“ kennen lernen wollen.

Am besten kombiniert mit…

  • Yes Please von Amy Poehler (zur Rezension)
  • Is everyone hanging out without me? von Mindy Karling
  • Not that kind of girl: Was ich im Leben so gelernt habe von Lena Dunham
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