(Sachbuch) Spinster: Making a Life of One’s Own von Kate Bolick

Als chronischer Single fühlte ich mich vom Titel dieses Buchs sofort angesprochen. Denn mt einem Augenzwinkern macht Journalistin Kate Bolick ihren Lesern Mut ein Leben alleine zu wagen…

Download (3)„Using her own experience as a starting point, Kate Bolick invites us into her carefully considered, passionately lived life, weaving together the past and present to examine why she – along with millions of women, whose ranks keep growing – remains unmarried. This unprecedented demographic shift is the logical outcome of hundreds of years of change that has neither been fully understood nor appreciated. Spinster introduces a cast of pioneering women from the last century whose genius, tenacity and flair for drama has emboldened Bolick to fashion her life on her own terms essayist: journalist Neith Boyce, essayist Maeve Brennan, social reformer Charlotte Perkins Gilman, poet Edna St. Vincent Millay, and novelist Edith Wharton. By narrating their unconventional ideas and choices, Bolick shows us that contemporary debates about settling down and having it all are timeless – the crucible upon which women have tried for centuries to forge a good life. Intellectually substantial and deeply personal, Spinster is a new kind of unreservedly inquisitive work of memoir and broader cultural exploration that asks us to acknowledge the opportunities that exist within ourselves to live authentically, unbounded – and to be savoured.“ („Spinster“, Klappentext)

Kate Bolicks Autobiografie ist mehr als nur eine Lebensgeschichte, es scheint mir vielmehr eine Art Meditation auf das Alleinleben zu sein. Kate Bolick ist keine typische alte Jungfer überlegt sich jedoch gründlich und öffentlich, inwiefern die moderne Frau dem Schema F (Beziehung – Ehe – Kinder) eigentlich noch folgen muss. Kinder scheint sie schon mal nicht zu wollen und eigentlich lebt sie auch am liebsten alleine. Beruflich ist Kate Bolick als Journalistin erfolgreich und kann sich also bestens selbst versorgen. Warum also heiraten?! Oder mal anders ausgedrückt, wie wäre es, wenn sie ein Leben alleine und ungebunden wagen würde?! Diesen Fragen stellt sich die Autorin auf den Seiten dieses Buchs.

Und da Kate Bolick sich das Leben als sprichwörtliche „alte Jungfer“ nicht so recht vorstellen kann, müssen Rollenvorbilder her und die findet sie in Schriftstellerinnen und Journalistinnen, die sich lange vor ihrer Zeit und als es noch weit weniger akzeptiert war, ohne Mann erfolgreich durchs Leben navigiert haben. Aus ihren Recherchen und Anmerkungen besteht dieses Buch und erinnert mich dabei stark an eine weibliche Version von Nick Offermans „Gumption“. Immer wieder streut Kate Bolick ein bisschen biografisches ein, sie erzählt dem Leser von den Liebesbeziehungen die sie Zeit ihres Lebens unterhalten hat. Junge und jung gebliebene Männer, die sie beispielsweise an der Uni oder auf der Arbeit kennen  gelernt hat und mit denen eine Zukunft möglich gewesen wäre, hätte Kate Bolick es denn so gewollt.

Auch von ihren persönlichen Erfolgen erzählt sie mir, davon wie sie die journalistische Karriereleiter erklimmt und sich ihre erste eigene Wohnung kauft. Dies sind für Kate Bolick alles gute Gründe sich nicht in die Warteschlange der Heiratswilligen einzureihen, sondern statt dessen ihren eigenen Weg zu gehen. Ein Weg, der von ihren Vorbildern bereits beschritten wurde und hier entdeckt Kate Bolick sowohl Beeindruckendes, als auch Tragisches, bzw. erfolgreiches, würdevolles Altern, und die Art von Altern, die eine Frau mit der Zeit in eine senile Schreckschraube verwandelt, die in ihrer kleinen Wohnung dreißig Katzen beherbergt. Es ist demnach nicht verwunderlich, dass Kate Bolick auf dem Weg zu ihrer Entscheidung von Zweifeln heimgesucht wird. Den Kurs wechseln, das will sie dann aber doch nicht.

Was ich persönlich von diesem Buch erwartet habe, das habe ich nicht bekommen. Demnach ist mein Eindruck davon auch eher durchwachsener Natur. „Spinster“ ist gut geschrieben und noch besser recherchiert, doch hatte es nicht die politische Brisanz, die ich mir erhofft hatte. Vielmehr sammelt es Biografien und versucht diese zu Rate zu ziehen, wenn ein zeitgenössisches Leben, das von Kate Bolick, geplant werden soll. Die Lektüre brachte mir einige interessante Frauen nahe, die ich sonst sicher nicht gekannt hätte, ob sie zu Vorbildern werden ist dabei fraglich. Kate Bolick hat ein sehr persönliches Buch geschrieben und das schränkt den Kreis derer ein, denen es Spaß bringt daran teil zu haben, mich schließt das in diesem Fall leider aus oder ein, ich bin mir nach wie vor nicht sicher.

Kate Bolick wagt ein Leben alleine, unverheiratet, zumindest für den Moment und wird damit selbst zum Vorbild, das letzte in der langen Reihe der Frauen, deren Biografien sie in Form ihres Buchs herunter betet. Meine einmalige Lektüre bereue ich nicht, auch wenn ich milde enttäuscht bin. Ein weiteres Mal würde ich das Buch allerdings nicht zur Hand nehmen, dafür hat mir Kate Bolick einfach zu wenig zu erzählen – was sicherlich der Grund dafür ist, dass sie es für nötig hielt 80% dieses Buchs mit den Leben anderer aufzufüllen. Hätte ein Zeitungsartikel zum Thema alleinstehende Frauen auch gereicht?! Mir vielleicht, Kate Bolick aber ganz sicher nicht.

Spinster: Making a Life of One’s Own – Kate Bolick – ISBN 978.1.472.15118.6

Für Leser, die…

  • …ein Leben alleine wagen wollen.
  • …nach einem unabhängigen, weiblichen Rollenvorbild suchen.
  • …sich nicht vom Auf und Ab romantischer Liebe abhängig machen.

Am besten kombiniert mit…

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