(Backlist) Das Schwein unter den Fischen von Jasmin Ramadan

„Das Schwein unter den Fischen“ ist eines dieser Bücher, die ich schon lange vor der Lektüre aus der Ferne bestaunt habe, zunächst auf Blogs, dann irgendwann im Buchladen und schließlich als Buchrücken in meinem Regal. Endlich habe ich nun, nach langer Vorlaufzeit, Nägel mit Köpfen gemacht und das Buch nicht nur bewundert, sondern auch gelesen…

518wJ2QNI+L._SX327_BO1,204,203,200_Nirgends schmeckt das Zwiebelmett so gut wie bei Reiner Fehrmann. Nach dem Tod seiner geizigen Mutter erfüllt er sich den Traum vom eigenen Imbiss. Gemeinsam mit seiner großen Liebe Ramona, Tankstellenpächtertochter und passionierte Bauchtänzerin, eröffnet er seine eigene Mett- und Frittenbude. Das ist das Umfeld, in dem Celestine, genannt Stine, aufwächst. Ihre Mutter, ein ehemaliges Au-pair-Mädchen aus Frankreich, machte sich kurz nach der Geburt aus dem Staub und ließ Stine bei ihrem Vater im hanseatischen Unterklassen-Milieu zurück. Stine liebt ihren Vater. Doch sie ist klüger und gesitteter als ihre durchgeknallte Familie und will nicht im Imbiss versauern. Und so beginnt sie nach Möglichkeiten zu suchen, ein Leben unabhängig von ihren schrägen Angehörigen zu führen.

Lange habe ich das Schreiben der Rezension zu „Das Schwein unter den Fischen“ vor mir her geschoben, denn ähnlich wie die Geschichte, welche die Leserin zwischen den Buchdeckeln erwartet, ist auch meine Meinung dazu ein einziges Durcheinander aus guten und weniger guten Eindrücken und zeitweiliger Langeweile. Ich bin zwar erst am Anfang meiner Gedanken, muss aber schon einmal sagen, dass ich mit hohen Erwartungen an die Lektüre dieses Romans heran gegangen bin und mich nun nicht wundere, dass ich mit einer Enttäuschung im Gepäck von meiner Reise in die Welt von Celestine, genannt Stine, und ihrer verrückten Familie zurückkehre.

Denn im Grunde passiert nicht viel. Das Aushängeschild, das was mich zum Roman gelockt hat, ist die kuriose Familienzusammensetzung und deren teilweise etwas zotiges Verhalten. Stine erzählt von ihrem Leben, das sich nicht groß vom Standard der unteren Mittelklasse unterscheidet und ich habe im Zuge dessen das Gefühl nicht wirklich viel neues zu erfahren, was sich bei mir schon bald durch den Gedanken äußert: „Warum lese ich das eigentlich gerade?!“ Eine solche Frage ist kein gutes Zeichen, an dieser Stelle hätte ich das Buch sicher auch weg legen können, doch ich blieb dabei bis zum Ende. Denn so schlecht ist es im Grunde nicht, nur eben nicht wirklich gut oder interessant.

Ich stoße immer wieder mal auf diese Art von Buch, das weder Fisch noch Fleisch sein will und jedesmal ist die Lektüre ein bisschen frustrierend. Ich kann mich nur schwer für die Handlung begeistern, die sich eher dahin schleppt, von der Schule in die Imbissbude des Vaters und weiter in einen Pflegeberuf. Dort gibt es noch mehr kuriose Figuren zum Beispiel einen alten Mann, der sich die Zehennägel nicht schneidet, die daraufhin krallenartige Ausmaße annehmen. Unterhaltsam ist das schon, doch fesseln tut es mich nicht gerade, denn Figuren handeln zwar, reichen aber in der Regel nicht aus um die Handlung zu befeuern. Eine engagierte Autorin lässt nicht locker, bis etwas passiert. Hier jedoch passiert nichts, immer noch nichts.

Nach einer Weile entwickle ich fast schon Antipathien gegen die lustigen, aber im Grunde doch klischeehaften Figuren, die „Das Schwein unter den Fischen“ zu einem Kuriositätenkabinett zu machen drohen. Sich ständig wiederholende „catch phrases“, wie zum Beispiel Stines Vaters „it’s time for music!“ gehen mir mit der Zeit ganz schön auf die Nerven. Denn sie werden von Anfang bis Ende des Romans immer wieder aus der Schublade geholt und der Staub, der nach 200+ Seiten davon herunter rieselt, verklebt mir die Augen. „Das Schwein unter den Fischen“ lernt einfach nicht schwimmen, die Geschichte kommt nicht voran und Figuren durchlaufen keinerlei Entwicklung. Kurz gesagt, dieses Buch muss ich wirklich nicht noch einmal lesen.

Das Schwein unter den Fischen – Jasmin Ramadan – ISBN 978.3.608.50120.9

Für Leserinnen, die/denen…

  • …Spannung nicht so wichtig ist.
  • …über kuriose Figuren lachen können.
  • …das Alltägliche unterhaltsam finden.

Am besten kombiniert mit…

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