(Neuerscheinung) Zwölf Mal Juli von Astrid Rosenfeld

Astrid Rosenfeld, geboren 1977 in Köln, ging nach dem Abitur für zwei Jahre nach Kalifornien, wo sie erste Berufserfahrungen am Theater sammelte. Danach begann sie eine Schauspielausbildung in Berlin, die sie nach anderthalb Jahren abbrach. Eine Zeit lang hat sie in diversen Jobs in der Filmbranche gearbeitet, unter anderem als Casterin. Astrid Rosenfeld lebt heute als freie Autorin in Berlin und Marfa, Texas. (Quelle: diogenes.de)

42787851z‚Liebe Juli, ich komme in zwölf Tagen. Bist Du da? Jakob‘ Juli, eine Schriftstellerin mit Stapeln unbezahlter Rechnungen, exzentrischen Freunden und einer Neigung zu überlebensgroßen Träumen, bleiben zwölf Tage, bis sie Jakob wiedersieht – den Mann, der ihr das Herz gebrochen hat. In dieser Zeit trifft sie auf zwölf Menschen. Das Porträt einer eigenwilligen jungen Frau in zwölf verrückten und skurrilen Begegnungen.

Insgeheim habe ich schon seit vielen Monaten zwei Bücher von Astrid Rosenfeld im Regal stehen – namentlich „Adams Erbe“ und „Elsa Ungeheuer“ – doch hob ich mir das erste Treffen mit der Autorin auf, bis zu dem Tag als ihr neuster Roman in die Läden kam. Warum weiß ich nicht so genau, nicht alles im Leben einer Leserin muss immer einen Grund haben. Letztlich bin ich aber doch froh endlich den ersten Schritt in die literarische Welt der Astrid Rosenfeld getan zu haben. Im Vergleich mit meinen Regalhütern ist „Zwölf Mal Juli“ zwar ein Hänfling, der nicht einmal 200 Seiten auf die Waage bringt, das Leseerlebnis, welches mich zwischen den Seiten erwartete, war jedoch alles andere als schmächtig.

Wie der Titel des Romans schon andeutet geht es zwischen den Seiten um Juli und das gleich zwölf Mal, bzw. in zwölf Kapiteln. Juli ist eine zunächst gefeierte, dann aber leider vorerst gescheiterte Schriftstellerin, was sich scheinbar auf eine alles verändernde Trennung zurück führen lässt. Der Herzensbrecher, der ohne Vorwarnung nach Afrika zog und Juli in ihrem alten Leben zurück ließ heißt Jakob. Und ebendieser Jakob hat sich nun für die nächsten paar Tage angekündigt, Juli schlägt das Herz bis zum Hals. Soll sie dem Entschwundenen Vorwürfe machen? Soll sie ihn überhaupt bei sich empfangen? Oder soll sie vielleicht sogar versuchen ihn zurück zu gewinnen?

Das scheinbar geordnete Leben von Juli wird aus den Fugen gehebelt von einer Email auf die Juli einfach keine Antwort hat, nicht mangels Versuchen natürlich. Als Leserin schaue ich ihr über die Schulter und wundere mich ein wenig, wie der im Laufe des Romans etwas schemenhafte, ja vielleicht sogar mysteriöse Jakob es geschafft hat diese eigentlich so kompetent wirkende junge Frau so aus der Fassung zu bringen. Doch das ist es, was sie manchmal aus uns macht die Liebe, Frauen ebenso wie Männer, besonders dann wenn einer mehr liebt als der andere und in diesem Fall scheint das Juli zu sein. Ihre inneren Konflikte sind oft schwer mit anzusehen, und sorgen doch für eine interessante und facettenreiche Lektüre.

Juli ist eine neurotische, geradezu verkopfte Hauptfigur und die zwölf Tage, die zwölf Alltagsabenteuer, zwölf Begegnungen mit ihr und ihrem Umfeld, der diese Leserin im Laufe der Lektüre beiwohnt, lassen sie tiefer und tiefer in die Senkgrube abrutschen, die Jakobs Abwesenheit im Leben der Hauptfigur gegraben hat. Die Figuren mit denen Juli sich im Laufe des Romans kurzschließt verblassen neben ihr leider etwas, die Begegnungen sind zu flüchtig um aus ihnen mehr zu machen als eine handvoll Statisten. Juli ist der Stern ihres eigenen Universums und alle mit ihr verbundenen Figuren kreisen in der einen oder anderen Form um sie, manche kommen ihr dabei ganz nah, andere wiederum bleiben meilenweit entfernt.

Insgesamt liest sich „Zwölf Mal Juli“ ein bisschen wie eine Kurzgeschichtensammlung, nur geht es eben immer um Juli und auch ein bisschen um Jakob, spukt er doch in Julis Kopf und in ihrer Vergangenheit herum. Insofern hat man, auch wenn der rote Faden mit jedem Übergang zu einem neuen Kapitel erst einmal kurz gekappt wird, einen Orientierungspunkt, der Ordnung ins Chaos der Tage und Erinnerungen bringt. Ich meinerseits habe mich natürlich nicht lange bitten lassen und sie mit Feuereifer durchstöbert. Denn auch wenn auf den ominösen Jakob scheinbar kein Verlass ist, die zwölf Tage an der Seite der charmant verkopften Juli lohnen sich auf jeden Fall.

Zwölf Mal Juli – Astrid Rosenfeld – ISBN 978.3.257.06935.8

Für Leserinnen, die…

  • …ihrer großen Liebe nachtrauern.
  • …Chancen ungenutzt gelassen haben.
  • …ab und zu alles über den Haufen werfen.

Am besten kombiniert mit…

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