(#02/2016) Aller guten Bücher sind 3…!

Dieser Beitrag hing lange in meiner Warteschleife fest, einfach deshalb, weil ich nicht genau wusste, wie ich ihn einleiten soll. Nun fasse ich mir aber einfach mal ein Herz und schreibe ein paar Zeilen zu ein paar Büchern, die ich zugegebenermaßen schon im Frühling diesen Jahres gelesen habe – wie das manchmal so ist, wenn Buchblogger (ungeplante) Sommerpausen einlegen. Meine Eindrücke zur jeweiligen Lektüre haben allerdings nach wie vor Gültigkeit…

Für Naturforscher…

519t8qwrt-L._SX303_BO1,204,203,200_Die schönsten Dinge von Toni Jordan… Sie ist klug, attraktiv und engagiert – Ella Canfield scheint Wissenschaftlerin mit Leib und Seele zu sein. Als Evolutionsbiologin forscht sie über ausgestorbene Tiere wie den Tasmanischen Tiger. Ella weiß, was sie will – undhat endlich den idealen Geldgeber für ihr Projekt gefunden: Daniel Metcalf, den gutaussehenden und schwerreichen Vorsitzenden der Metcalf-Stiftung. Daniel interessiert sich brennend für Unternehmungen wie das von Ella. Bedauerlicherweise gibt es zwei Haken an der Sache. Haken Nummer eins: Dr. Ella Canfield heißt in Wirklichkeit Della Gilmore und ist gar keine Wissenschaftlerin. Haken Nummer zwei: Della Gilmore ist zwar ausgesprochen klug, aber nicht klug genug, um der trügerischen Anziehungskraft von Daniel Metcalf zu widerstehen.

Wie schon in „Tausend kleine Schritte“ liefert Toni Jordan auch in „Die schönsten Dinge“ eine originelle Liebesgeschichte ab, die mal humorvoll, mal spannend und dann auf einmal unerwartet erotisch daher kommt. „Die schönsten Dinge“ ist auf jeden Fall eher ein Buch für unbeschwerte Gemüter, denn ernsthaft mit Hochstaplern und Kriminalität und Bandenmentalitäten innerhalb einer Großfamilie auseinandersetzen tut sich Toni Jordan nicht. Auch wenn Della und ihre Familie in einem fort Leuten Geld abluchsen wird diese Art von Aktivität, die Della sogar als ihren Beruf bezeichnet, zwischen den Seiten dieser Lektüre eher verharmlost. Stattdessen geht es um eine junge Frau, die sich selbst auf die Probe stellt und dadurch besser kennen lernt, die sich Hals über Kopf verliebt habt und nun ihr Leben und ihre Zukunftspläne in Frage stellt.

„Die schönsten Dinge“ ist ein humorvoller Wohlfühlroman mit einer Prise Erotik. Della ist eine Hauptfigur und Erzählerin, die mir als Leserin sofort sympathisch ist, auch wenn sie und die anderen Figuren manchmal etwas klischeehaft sind und auch so handeln. Natürlich ist von Anfang an klar, dass Della und Daniel sich verlieben werden, doch der Weg dahin hält reichlich Stolperfallen für die beiden bereit und so langweilt man sich als Leserin auch nie, selbst wenn man das Ende in seinen Grundzügen schon voraus sagen kann. Was mehr gibt es noch zu sagen, als „Die schönsten Dinge“ ist die Art Schmöker, die man mehr als einmal lesen kann und das sagt, zumindest in meinem Fall, schon alles.

Am besten kombiniert…

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Für Zweifler…

51zojbrQp4L._SX334_BO1,204,203,200_Und dennoch ist es Liebe von Jodi Picoult… Als Page den Medizinstudenten Nicholas kennenlernt, ist es die ganz große Liebe. Die junge Frau fühlt sich endlich angenommen und die Beziehung zu Nicholas gibt Page die nötige Geborgenheit. Ihre Mutter hatte sie im Alter von fünf Jahren verlassen, was eine tiefe Verletzung hinterließ. Die Geburt ihres Sohnes weckt in Page jedoch die alten Ängste: Kann sie überhaupt eine gute Mutter sein? Sie fühlt sich gezwungen, ihre eigenen Wünsche komplett zurückzustellen. Emotional und physisch völlig erschöpft und unfähig, sich ihrem Mann mitzuteilen, verlässt sie schließlich ihn und das Baby, um nach ihrer Mutter zu suchen, in der Hoffnung, bei ihr die Antworten auf ihr Leben zu finden.

In „Und dennoch ist es Liebe“ beschreibt Jodi Picoult das Schicksal vieler junger amerikanischer Paare, die es alle anfangs anders hatten machen wollen. Alle wollten sie warten mit dem Kinderkriegen, bis beide beruflich Fuß gefasst haben. Alle wollten sie sich die Kleinkindpflege und die Haushaltsführung teilen. In der Praxis geht alles aber oft sehr schnell und bleibt an der Frau hängen, im Fall dieser Geschichte an Page, die eigentlich zu mehr im Stande wäre als ihr Leben mit Windeln wechseln und Fläschchen wärmen zu verbringen. Und als wäre das noch nicht alles muss sie sich am Ende des Tages auch noch von einem Mann kritisieren lassen, der ihren von der Schwangerschaft veränderten Körper allem Anschein nach nicht einmal mehr begehrt. Jedes Mal wenn Baby Max schreit und sich nicht beruhigen lässt, jedes Mal wenn Nicholas nach einem langen Arbeitstag in ein unaufgeräumtes Haus tritt, fühl Page sich so als hätte sie als Mutter und als Ehefrau versagt.

Insgesamt ist „Und dennoch ist es Liebe“ ein typischer Picoult-Roman. Die Geschichte wird aus mehr als einer Perspektive erzählt und es gilt Schwierigkeiten zu überwinden, die die Figuren zu brechen drohen – letztlich endet alles aber gewohnt versöhnlich, trotz der Achterbahnfahrt zwischen dem ersten und dem letzten Kapitel. Man könnte Jodi Picoult vorhersehbar nennen, denn in der Art und Weise wie sie ihre Romane konzipiert ist sie das auch, doch ich persönlich fühle mich in dieser Vorhersehbarkeit der Handlung, auch im Fall von „Und dennoch ist es Liebe“, wieder einmal wunderbar aufgehoben, ja nahezu geborgen. „Und dennoch ist es Liebe“ ist zwar nicht der beste Roman der Autorin, zumindest wenn man mich fragt, doch bietet er seiner Leserin Unterhaltung, Spannung und ein abschließendes Wohlgefühl in einem – und das macht die Lektüre in meinen Augen mehr als lohnenswert.

Am besten kombiniert mit…

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Für Neuanfänger…

51IOPm1zqML._SX314_BO1,204,203,200_Allmählich wird es Tag von Franka Potente… In einem der besseren Viertel von Los Angeles lebt Tim Wilkins, 49, Investmentbanker. Tim ist am Tiefpunkt seines bisherigen Lebens angekommen, denn er hat soeben seinen Job und seine Ehefrau Liz verloren. Nachdem seine Wut und seine Rachegedanken verraucht sind und er mithilfe von Whiskey und der sexuell recht offenen Nachbarin Aida Selbstmitleid und Ratlosigkeit überwunden hat, beginnt Tim nachzudenken: Warum ist seine Ehe zerbrochen? Wie soll es weitergehen?

Franka Potente schreibt wie ein Mann. Und wenn eine solche Aussage von mir, die ich mich nach langem hin und her dazu entschieden habe (größtenteils) nur noch Bücher von Frauen zu lesen, ist das leider kein Kompliment. „Allmählich wird es Tag“ fehlt das Herzblut, das was mir als Leserin das Gefühl gibt etwas für mich persönlich notwendiges zu tun, jedes Mal wenn ich das Buch aufschlage oder eine Seite umblättere. Stattdessen gibt mir das Romandebüt von Franka Potente das Gefühl meine Zeit ein wenig zu verschwenden. Warum lese ich das eigentlich, ist mein häufigster Gedanke, gleich nach, von einer SchriftstellerIN hätte ich mehr Tiefe erwartet. Nicht dass Frauen keine Pappmaché Figuren schreiben, das wäre eine unhaltbare Behauptung, nur tappen sie meiner Leseerfahrung nach nicht so oft in die literarischen Klischeefallen in die sich SchriftstellER verirren.

Ich würde „Allmählich wird es Tag“ niemandem empfehlen, der nicht deckungsgleich ist mit Franka Potentes Hauptfigur – also ein Mann mittleren Alters, der gerade von seiner Frau verlassen wurde. Ein solcher Leser dürfte sich zwischen den Seiten wie zu Hause fühlen, sofern er keine großen Ansprüche an seine Lektüre hegt was Figurenzeichnung und Handlungsentwicklung angeht. Insofern gilt meiner Einschätzung nach im Fall der Schauspielerin Franka Potente das alte Sprichwort „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Denn das was sie hier zu Papier gebracht hat ist zwar kein literarischer Totalschaden, allerhöchstens ist es aber als mittelmäßig einzustufen, Unterhaltungsliteratur für den frustrierten (Haus)Mann – zu mehr taugt „Allmählich wird es Tag“ meines Erachtens leider nicht.

Am besten kombiniert mit…

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