(Feminismen) Eine humorvolle Betrachtung des weiblichen Körpers…

Auf Sara Pascoes Autobiografie bin ich eher zufällig gestoßen, auf meiner Suche nach einem weiteren (hoffentlich) humorvollen Buch einer Comedyfrau nach dem Muster „Bossypants“, bzw. „Yes Please“, das es zu verschlingen gilt. Mit Sara Pascoe habe ich, was das angeht, (anders als mit ihrer Kollegin Miranda Hart) einen Volltreffer gelandet. Warum, wieso und weshalb (?) werde ich im Folgenden ausführlich erläutern… 😉

51JVoL3ZHNL._SX313_BO1,204,203,200_Take a funny and illuminating tour of the female body with award-winning comedian Sara Pascoe. Women have so much going on, what with boobs and jealousy and menstruating and broodiness and sex and infidelity and pubes and wombs and jobs and memories and emotions and the past and the future and themselves and each other. Here’s a book that deals with all of it. Sara Pascoe has joked about feminity and sexuality on stage and screen but now she has a book to talk about it all for a bit longer. Animal combines autobiography and evolutionary history to create a funny, fascinating insight into the forces that mould and affect modern women. Animal is entertaining and informative, personal and universal – silly about lots of things and serious about some. It’s a laugh-out-loud investigation to help us understand and forgive our animal urges and insecurities.

In ihrem Buch „Animal“ verbindet Sara Pascoe ihre Lebensgeschichte mit der humorvollen Betrachtung des weiblichen Körpers und allgemeinen Ansichten zu dessen Rolle in der Gesellschaft. Wie könnte sie es auch anders schreiben, schließlich ist sie eine Comedienne, ein Beruf in dem sie unaufhörlich daran erinnert wird, dass sie eine Frau ist, von ungehobelten Zuschauern, taktlosen Journalisten und Showproduzenten, die weiblichen Witzbolden nichts zutrauen und schon aus Prinzip weniger Gage zahlen. Trotz all dieser Widrigkeiten hat Sara Pascoe es geschafft, hat sich durchgeboxt und kann nun auf die erste Hälfte einer erfolgreichen Karriere zurückblicken. Diesen Rückblick teilt sie mit dieser Leserin, und ich habe ihren Monolog sehr genossen, oft gelacht, auch wenn wir ab und zu (besonders in feministischen Standpunkten) nicht ganz einer Meinung sind.

Sara Pascoes Art sich auf humorvolle Weise mit den Hürden des (weiblichen) Lebens auseinander zu setzen gefällt mir sehr. Ihr Humor ist typisch Britisch, trocken und pointiert, dabei aber nie albern oder klischeehaft. Insofern erinnert mich ihre Erzählstimme an die von Comedykollegin Tina Fey, die in ihrem Buch „Bossypants“ ebenfalls die Arbeit einer Frau in einer Männerdomäne thematisiert, wenn auch nicht ausschließlich. Sara Pascoe erzählt von ihren Anfängen, von Auftritten beim Fringe Festival in Edinburgh zum Beispiel, von herablassenden Kollegen und von einem Publikum, das sie nach und nach davon überzeugen konnte, dass Frauen doch Humor haben und zwar nicht zu knapp. Ich meinerseits habe sie noch nie witzeln gehört, ihre Autobiografie jedoch lässt mich mit der Überzeugung zurück ein echtes Comedytalent entdeckt zu haben.

„Animal“ liefert Feminismus light, gut verdaulich auch für thematisch bisher vollkommen unbeleckte Leserinnen. Insofern ähnelt es der Autobiografie von Caitlin Moran „How to Be a Woman“. Das allerdings ist die einzige Parallele, denn Sara Pascoes Kindheit und Werdegang unterscheiden sich von dem ihrer Medienkollegin, auch wenn sie die zwei Frauen zumindest literarisch ans gleich Ziel führten. Sara Pascoe schreibt über Themen, die von anderen popfeministischen Autorinnen oft gemieden werden und widmet zum Beispiel gleich ein ganzes Kapitel der wohl nervigsten Sache des weiblichen Lebens, Perioden. Wem das zu vulgär ist, für den ist „Animal“ nicht das richtige Buch. Doch ich persönlich hatte einen Heidenspass und viele Aha-Momente, besonders in den Passagen in denen Sara Pascoe die Theorien von Macho-Anthropologen zur Evolution des weiblichen Körpers auseinander nimmt.

„Animal“ ist ein Genre übergreifendes Buch, das in vielen Bücherregalen seinen perfekten Platz finden könnte. Wer Sara Pascoe von der Bühne kennt, den werden die autobiografischen Anteile ein besseres Bild über sie, ihre Themen und ihren Bühnenauftritt verschaffen. Wer sich, wie ich, gerne feministisch weiterbilden möchte und dafür eine weitere Stimme sucht, dem liefert Sara Pascoe eine eingängige Einleitung in den alltäglichen Kampf der Frauen um Anerkennung im Beruf, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Wer gerne lacht – da kann ich mich eigentlich auch dazu zählen – für den hält „Animal“ reichlich Pointen bereit, vor allem geht es dabei um die Strapazen des Frauseins, insofern lege ich diesen Aspekt des Buchs besonders potenziellen LeserINNEN ans Herz; man braucht einfach die Erfahrung einen Uterus zu haben, um über Menstruationswitze lachen zu können… Sorry Jungs!

Insgesamt macht die Lektüre von Sara Pascoes „Animal“ einfach nur richtig Spaß. Manchmal wird es natürlich auch ernst und wenn die Autorin so über Karrierehürden für Frauen und vom alltäglichen Sexismus (in Großbritannien, denn da kommt die Dame her) erzählt, kocht mir als Leserin und als Frau auch schon mal die Galle über. Doch zum größten Teil bleibt der Ton des Buchs lustig und humorvoll. Insofern baut sie mit ihrem Buch eine Brücke, die den traditionellen Feminismus á la Jessica Valenti mit seiner populären, bzw. mainstreamfreundlichen Version á la Caitlin Moran verbindet. Sie ist damit nicht die erste aber dafür ist sie in guter Gesellschaft und es gibt reichlich Lektüre mit der man sich weiter in das Thema einarbeiten kann. Ich für meinen Teil werde mich nun erst einmal in Richtung YouTube verabschieden um mich dort in Sara Pascoes Comedy-Inkarnation zu vertiefen.

Animal: The Autobiography of a Female Body – Sara Pascoe – ISBN 978.0.571.32522.1

Für Leserinnen, die…

  • …Humor und Feminismus nicht für unvereinbar halten.
  • …sich selbst nicht allzu ernst nehmen.
  • …die Mysterien des weiblichen Körpers mit Humor ergründen wollen.

Am besten kombiniert mit… 

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