(Die Sonntagsleserin) Gemütlichkeit komm raus, du bist umzingelt..!

Die ersten drei Tage der vergangenen Woche verbrachte ich damit mir (inspiriert von meiner HörLektüre) in den Hintern zu treten. Ich habe aus vollem Hals gesungen, getanzt als schaue keiner zu – wer Katzen hat weiß, die schauen immer zu, besonders dann wenn getanzt wird – mir die Zeit genommen interessante Beiträge zu liken und zu kommentieren, Comedy auf YouTube gestreamt und mir so nach und nach ein bisschen von der Lebensfreude der Sommermonate (im übertragenen Sinn) zurück erobert. Dann verknackste sich meine Wirbelsäule – kein Grund zur Beunruhigung, passiert mir öfter, war wohl ein bisschen zu viel Tanzen – und die nächsten drei Tage gab es für mich dann vor allem Kerzenschein, Kuscheldecke und Puddingcreme – es gibt schlimmeres 😉

Vor den Augen…

Ich bin weiterhin damit beschäftigt mein netgalley Konto in die schwarzen Zahlen zu wuchten. Bei diesen Büchern würde ich das jedoch nicht direkt als Arbeit bezeichnen. Trotzdem möchte ich im nächsten Monat mal wieder Backlist lesen, auch wenn ich mir noch nicht so ganz sicher bin, ob ich den dezemberschen Neuerscheinungen werde widerstehen können.

cover122515-mediumThe Word for Woman is Wilderness von Abi Andrews… Erin is 19. She’s never really left England, but she has watched Bear Grylls and wonders why it’s always men who get to go on all the cool wilderness adventures. So Erin sets off on a voyage into the Alaskan wilderness, a one-woman challenge to the archetype of the rugged male explorer. As Erin’s journey takes her through the Arctic Circle, across the entire breadth of the American continent and finally to a lonely cabin in the wilds of Denali, she explores subjects as diverse as the moon landings, the Gaia hypothesis, loneliness, nuclear war, shamanism and the pill.

cover120129-mediumNo Time to Spare von Ursula K. LeGuin… Ursula K. Le Guin has taken readers to imaginary worlds for decades. Now she’s in the last great frontier of life, old age, and exploring new literary territory: the blog, a forum where her voice—sharp, witty, as compassionate as it is critical—shines. No Time to Spare collects the best of Ursula’s blog, presenting perfectly crystallized dispatches on what matters to her now, her concerns with this world, and her wonder at it; On the absurdity of denying your age, on cultural perceptions of fantasy, on her new cat, on breakfast and on all that is unknown, all that we discover as we muddle through life.

cover120828-mediumFolk von Zoe Gilbert… On a remote and unforgiving island lies a village unlike any other: Neverness. A girl is snatched by a water bull and dragged to his lair, a babe is born with a wing for an arm and children ask their fortunes of an oracle ox. While the villagers live out their own tales, enchantment always lurks, blighting and blessing in equal measure. Folk is a dark and sinuous debut circling the lives of one generation. In this world far from our time and place, the stories of the islanders interweave and overlap, their own folklore twisting fates and changing lives.

Auf den Ohren…

Diese Woche habe ich mich in die Lebensphilosophien naher und ferner Länder vertieft. Und auch wenn sich die Konzepte für Lebensfreude und Achtsamkeit teilweise ein bisschen widersprechen, habe ich doch das Gefühl einiges darüber gelernt zu haben wie man das Leben genießt (hygge), sich verantwortungsvoll verhält (lagom) und seinen persönlichen Daseinszweck im Leben verfolgt (ikigai).

51DtsfFBb0L._AA300_Hygge: Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht von Meik Wiking… Hygge ist ein dänisches Wort mit vielen Bedeutungen, von „Kunst der Innigkeit“ über „Gemütlichkeit der Seele“ und „Abwesenheit jeglicher Störfaktoren“ bis hin zu „Freude an der Gegenwart beruhigender Dinge“, „gemütliches Beisammensein“ oder gar „Kakao bei Kerzenschein“. Hygge ist warmes Licht und ein kuscheliges Sofa, Picknicken im Sommer und Glögg trinken im Winter. Und Hygge ist eine Haltung, die man lernen kann! Meik Wiking leitet das Kopenhagener Institut für Glücksforschung und ist damit der kompetenteste Absender zum Thema „Glücklich Leben“.

51QZQJbexjL._AA300_Lagom: Not too little, not too much von Niki Brantmark… Derived from the Swedish phrase Lagom är bäst, meaning „the right amount is best; in moderation, in balance“, langom is a deeply held philosophy closely tied to the Swedish cultural and social ideology of fairness and equality. Deeply ingrained in the Swedish psyche, lagom is about enjoying balance in every aspect of life – from work and leisure to family and food and everything in between. In this inviting, inspirational guide, Niki Brantmark explains lagom and explains how to incorporate it into your own lifestyle. In an interconnected world filled with goal-oriented perfectionists, Lagom reminds us to slow down, to decompress and destress, to be mindful of sustainability yet not deny ourselves pleasure. But lagom is not a rigid set of rules – sometimes you need more, sometimes you need less, and that’s fine, too!

51MoTWxSQ8L._AA300_Ikigai: Gesund und glücklich hundert werden von Héctor Gracía und Fransesc Miralles… Worin liegt es, das Geheimnis für ein langes Leben? Den Japanern zufolge hat jeder Mensch ein Ikigai. Ikigai ist das, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen, oder auch ganz einfach: »der Sinn des Lebens«. Das Ikigai ist in uns verborgen, und wir müssen geduldig forschen, um es zu finden. Gelingt es uns, haben wir die Chance, gesund und glücklich alt zu werden. Vorbild hierfür sind die Einwohner der japanischen Insel Okinawa, auf der die meisten Hundertjährigen leben. Eine kleine Offenbarung sind die zahlreich eingeflochtenen Erzählungen der Hundertjährigen, die ihr Ikigai-Geheimnis preisgeben. Eine Offenbarung für jeden, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist und für den Gesundheit ein hohes Gut ist.

Neu im Regal…

Letzte Woche habe ich in Folge meiner Anmeldung bei netgalley.com, bzw. netgalley.co.uk ein bisschen die Kontrolle verloren und einen ganzen Haufen Bücher angefordert, die nun erst einmal gelesen werden wollen. Daher habe ich mich diese Woche mal ausnahmsweise zusammen gerissen und keine neuen Bücher gekauft oder angefragt – auch wenn es schwer fiel.

Nur zu Besuch…

Wenn es um Feminismus geht, dann geht es leider zwangsläufig auch um strukturelle Ungerechtigkeit, systematische Diskriminierung, Gewalt und viele andere Dinge, die wir nur ändern können, wenn wir uns mit ihnen auseinandersetzen, die frau aber auch gehörig den Tag versauen können. Deshalb habe ich mich diese Woche mal dafür entschieden mich ganz und gar auf Links zu konzentrieren, die mich fröhlich stimmen, mich inspirieren und mir den Glauben daran zurück geben, dass die Welt eigentlich ganz in Ordnung ist und die meisten Menschen – sogar Männer 😉 – sich bemühen in Harmonie mit ihrem Umfeld zu leben.

Du verzweifelst mal wieder an dir selbst und der Welt – alles halb so schlimm, meint Edition F. Denn die Generation Y ist gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. Noch nicht überzeugt, dann schau dir mal diese Tipps für mehr Wertschätzung an. Ebenfalls interessant ist diese Liste der weltweit entspanntesten Städte – vielleicht ist deine Stadt ja auch dabei.

Wer Gutes tut, der sollte belohnt werden. Das dachte sich auch ein amerikanischer Unternehmer und machte einem völlig Fremden kurzerhand ein überaus großzügiges Geschenk. Mein Glaube an die Menschheit ist für’s erste gerettet 😉

Eine gute Nachricht für intersex Kinder und ihre Eltern, ab 2018 muss in Deutschland nach der Geburt nicht mehr zwischen männlich und weiblich entschieden werden. Wir sind damit an der Spitze einer Entwicklung, die sich hoffentlich in anderen europäischen Ländern fortsetzen wird.

Zum Thema Geschlechtervielfalt und Rollenvorbilder für eine heranwachsende Mädchengeneration, hat sich diese Woche die amerikanische Sängerin P!nk zu Wort gemeldet. Immer für ein politisches Statement gut, trifft sie den Nagel auf den Kopf.

Verliebte Löwen in Südafrika, bzw. liebestolle Löwen in Kenia und anderswo beweisen Geschmack und entscheiden sich für den Partner mit der schönsten Frisur, absolut nachvollziehbar wenn du mich fragst. Da sieht frau mal wieder, dass auch wilde Katzen ganz zart sein können. Lange Rede, kurzer Sinn: Some lions are gay – deal with it!

Mauritius hat seine erste Präsidentin gewählt! Und auch wenn du jetzt vielleicht denkst, das ist aber weit weg, finde ich es doch immer erwähnenswert, wenn die höchste gläserne Decke zerbirst – egal wo.

Diese Woche räumen gleich zwei Sportskanonen mit dem Vorurteil des schwachen Mädchens auf. Der New York Marathon, seit Jahren in Frauenhand, setzt diese Tradition fort. Zu Hause in Europa meisterte eine Österreicherin als erste Frau eine der schwersten Kletterrouten der Welt. Ich sage nur, Mädels in die Laufschuhe und an die Kletterwand!

Diese Woche feiern wir eine der beeindruckendsten Frauen der Wissenschaftsgeschichte. In einer Zeit ohne Tod wäre Mary Curie am Dienstag nämlich 150 Jahre alt geworden! Der Scientific American gratuliert auf eine Weise, die der Chemikerin und Physikerin sicher gefallen hätte.

Greta Gerwig, bekannt für ihre Rollen in Indie-Filmen, wie z.B. „Frances Ha“ und „Mistress America“ hat ihren ersten Film gedreht und der bricht jetzt schon Rekorde. Eine weitere kreative Überfliegerin ist übrigens die 19-Jährige Amanda Gorman, von der geneigte Leserinnen in Zukunft sicher mehr hören werden.

Wenn du jetzt auf den lebensbejahenden Geschmack gekommen bist, empfehle ich dir ein Abo des (britischen) Positive News Magazine.

Genug geplaudert, meine liebe Leserin. Ich verabschiede mich nun fürs Erste in den Sonntag und wünsche Dir noch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

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7 Kommentare zu „(Die Sonntagsleserin) Gemütlichkeit komm raus, du bist umzingelt..!“

  1. Liebe Katarina,

    da hast du ja wieder eine gewaltige Mischung parat. Ich habe mir gerade zig Browsertabs geöffnet, um u.a. auf den Pfaden von Marie Curie, Pink und in den entspanntesten Städten zu wandeln.

    Meiner Wunschliste hast du mir mit dem heutigen Beitrag auch wieder keinen Gefallen getan, denn „Folk“ und „The Word for Woman is Wilderness“ klingen verdammt gut. Ersteres scheint sehr speziell zu sein, reizt mich aber genau deshalb. Ich bin gespannt auf deine ausführlichen Eindrücke.

    Die Herbstristess wegtanzen ist eine gute Idee – und Katzen sind immer willkommenes Publikum. 😉 Ich hoffe, deinem Rücken geht es nun aber wieder besser?!

    Beste Grüße und einen gemütlichen Sonntag mit Buch, Tee und Kuscheldecke!
    Kathrin

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    1. Hallo Kathrin! Ich freu mich immer wieder von dir zu hören 🙂

      Meinem Rücken geht’s wieder besser. Nach ein paar Tagen mit Schmerzen hab ich das Handtuch geworfen und bin zum Osteopathen meines Vertrauen gegangen, der hat alles wieder eingerenkt. Ich fühle mich fast wie neu geboren 😉

      „The Word for Woman is Wilderness“ kann ich dir nur ausdrücklich ans Herz legen. Vor allem weil du doch mal „Into the Wild“ gelesen hast, erinnere ich mich da richtig?!
      Die Reise von Christopher McCandless nach Alaska spielt im Buch eine große Rolle. Die Hauptfigur will es McCandless gleichtun, nur eben nicht derart tragisch enden.
      Ich finde das Buch bisher unerwartet feministisch. Die Hauptfigur will aller Welt beweisen, dass auch Frauen in die Wildnis streben und das nicht peinlich und antisozial ist, sondern abenteuerlich und heroisch. Ich bin bisher ganz begeistert.

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      1. Ich freu mich, dass es dir wieder besser geht. Gerade nachdem du erst kurz zuvor so voller Elan und Motivation in einen Gute-Laune-Herbst gestartet bist, ist so eine Zwangsruhe doch alles andere als schön. Hoffentlich verschont dich dein Körper nun vorerst mit weiteren Einschränkungen.

        Und ja: Into the Wild habe ich damals gelesen und mehrfach gesehen. Dass du dich daran noch erinnern kannst … 🙂 Nach deinem Kommentar bin ich nun mehr als überzeugt, dass ich „The Word for Woman is Wilderness“ lesen muss. Ich bewundere Menschen, die sich diesem extrem ursprünglichen Leben in der Natur stellen. Diese Art zu leben hat etwas Faszinierendes, das ich selbst gerne einmal ausprobieren möchte – dauerhaft würde mir jedoch vieles aus meinem „normalen“ Leben fehlen. 😉

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  2. Huhu 🙂
    Das mit dem Bücher anfordern kommt mir nur zu bekannt vor – so geht es mir gerade beim Bloggerportal. Die Auswahl ist einfach überwältigend und manche Bücher soooo verlockend, da ich aber auch Zeit brauche, um die Bücher zu lesen, muss ich mich echt zurückhalten ;D

    Das Prinzip des Ikiagi finde ich total interessant, wobei ich mir nicht 100% sichern in, wie praktikabel es wirklich ist. Gehalt wird zwar irgendwo miteinbezogen, aber so simpel ist es nunmal trotzdem nicht.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonnatg,
    Smarty 🙂

    Ps: falls du in winterlich/romantischer Stimmung bist, bei mir gibt’s gerade zwei Rezensionen genau in diese Richtung 🙂

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    1. Hallo Smarty 🙂 Ich freu mich über deinen Kommentar!

      Das Bloggerportal hat den Vorteil, dass die Anzahl der Bücher, die man auf einmal anfordern kann gedeckelt ist. Da komme ich, auch wenn ich mal etwas über die Stränge schlage trotzdem ganz gut mit dem rezensieren hinterher.
      Netgalley allerdings hat meinen eReader kurz nach der Anmeldung mit Büchern geflutet. Ich will mich nicht beklagen, alles tolle Bücher. Aber ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ich schon am Anfang so viele Zusagen kriege. Sonst hätte ich nicht so viel auf einmal angefordert…

      Von den drei Wohlfühlkonzepten ist mir hygge wohl am nächsten, da darf man sich auch mal was gönnen und es geht vor allem um Geselligkeit und schöne Momente. Leider ist das Buch sehr kurz und war somit viel zu schnell ausgelesen.

      Ich schau gleich mal bei dir vorbei, auf winterliche Lektüre hab ich zur Zeit nämlich große Lust 🙂

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      1. Hallo 🙂
        Stimmt – 10 Bücher sind aber auch eine ganze Menge, vor allem wenn sie auf einen Schlag kommen ;D
        Erging mir damals auch so, aber irgendwie konnnt ich mich dann nie motivieren, auch wirklich was davon auszulesen, da war das Haben der ganze Reiz.

        Ohja, Hygge ist vor allem in dieser Jahreszeit etwas, dass man immer gut gebrauchen kann!

        Dann wünsch ich viel Spaß beim Entdecken und freu mich auf deinen Besuch 🙂

        Liebe Grüße,
        Smarty

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