Archiv der Kategorie: Übers Lesen

(Die Sonntagsleserin) Gemütlichkeit komm raus, du bist umzingelt..!

Die ersten drei Tage der vergangenen Woche verbrachte ich damit mir (inspiriert von meiner HörLektüre) in den Hintern zu treten. Ich habe aus vollem Hals gesungen, getanzt als schaue keiner zu – wer Katzen hat weiß, die schauen immer zu, besonders dann wenn getanzt wird – mir die Zeit genommen interessante Beiträge zu liken und zu kommentieren, Comedy auf YouTube gestreamt und mir so nach und nach ein bisschen von der Lebensfreude der Sommermonate (im übertragenen Sinn) zurück erobert. Dann verknackste sich meine Wirbelsäule – kein Grund zur Beunruhigung, passiert mir öfter, war wohl ein bisschen zu viel Tanzen – und die nächsten drei Tage gab es für mich dann vor allem Kerzenschein, Kuscheldecke und Puddingcreme – es gibt schlimmeres 😉

Vor den Augen…

Ich bin weiterhin damit beschäftigt mein netgalley Konto in die schwarzen Zahlen zu wuchten. Bei diesen Büchern würde ich das jedoch nicht direkt als Arbeit bezeichnen. Trotzdem möchte ich im nächsten Monat mal wieder Backlist lesen, auch wenn ich mir noch nicht so ganz sicher bin, ob ich den dezemberschen Neuerscheinungen werde widerstehen können.

cover122515-mediumThe Word for Woman is Wilderness von Abi Andrews… Erin is 19. She’s never really left England, but she has watched Bear Grylls and wonders why it’s always men who get to go on all the cool wilderness adventures. So Erin sets off on a voyage into the Alaskan wilderness, a one-woman challenge to the archetype of the rugged male explorer. As Erin’s journey takes her through the Arctic Circle, across the entire breadth of the American continent and finally to a lonely cabin in the wilds of Denali, she explores subjects as diverse as the moon landings, the Gaia hypothesis, loneliness, nuclear war, shamanism and the pill.

cover120129-mediumNo Time to Spare von Ursula K. LeGuin… Ursula K. Le Guin has taken readers to imaginary worlds for decades. Now she’s in the last great frontier of life, old age, and exploring new literary territory: the blog, a forum where her voice—sharp, witty, as compassionate as it is critical—shines. No Time to Spare collects the best of Ursula’s blog, presenting perfectly crystallized dispatches on what matters to her now, her concerns with this world, and her wonder at it; On the absurdity of denying your age, on cultural perceptions of fantasy, on her new cat, on breakfast and on all that is unknown, all that we discover as we muddle through life.

cover120828-mediumFolk von Zoe Gilbert… On a remote and unforgiving island lies a village unlike any other: Neverness. A girl is snatched by a water bull and dragged to his lair, a babe is born with a wing for an arm and children ask their fortunes of an oracle ox. While the villagers live out their own tales, enchantment always lurks, blighting and blessing in equal measure. Folk is a dark and sinuous debut circling the lives of one generation. In this world far from our time and place, the stories of the islanders interweave and overlap, their own folklore twisting fates and changing lives.

Auf den Ohren…

Diese Woche habe ich mich in die Lebensphilosophien naher und ferner Länder vertieft. Und auch wenn sich die Konzepte für Lebensfreude und Achtsamkeit teilweise ein bisschen widersprechen, habe ich doch das Gefühl einiges darüber gelernt zu haben wie man das Leben genießt (hygge), sich verantwortungsvoll verhält (lagom) und seinen persönlichen Daseinszweck im Leben verfolgt (ikigai).

51DtsfFBb0L._AA300_Hygge: Ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht von Meik Wiking… Hygge ist ein dänisches Wort mit vielen Bedeutungen, von „Kunst der Innigkeit“ über „Gemütlichkeit der Seele“ und „Abwesenheit jeglicher Störfaktoren“ bis hin zu „Freude an der Gegenwart beruhigender Dinge“, „gemütliches Beisammensein“ oder gar „Kakao bei Kerzenschein“. Hygge ist warmes Licht und ein kuscheliges Sofa, Picknicken im Sommer und Glögg trinken im Winter. Und Hygge ist eine Haltung, die man lernen kann! Meik Wiking leitet das Kopenhagener Institut für Glücksforschung und ist damit der kompetenteste Absender zum Thema „Glücklich Leben“.

51QZQJbexjL._AA300_Lagom: Not too little, not too much von Niki Brantmark… Derived from the Swedish phrase Lagom är bäst, meaning „the right amount is best; in moderation, in balance“, langom is a deeply held philosophy closely tied to the Swedish cultural and social ideology of fairness and equality. Deeply ingrained in the Swedish psyche, lagom is about enjoying balance in every aspect of life – from work and leisure to family and food and everything in between. In this inviting, inspirational guide, Niki Brantmark explains lagom and explains how to incorporate it into your own lifestyle. In an interconnected world filled with goal-oriented perfectionists, Lagom reminds us to slow down, to decompress and destress, to be mindful of sustainability yet not deny ourselves pleasure. But lagom is not a rigid set of rules – sometimes you need more, sometimes you need less, and that’s fine, too!

51MoTWxSQ8L._AA300_Ikigai: Gesund und glücklich hundert werden von Héctor Gracía und Fransesc Miralles… Worin liegt es, das Geheimnis für ein langes Leben? Den Japanern zufolge hat jeder Mensch ein Ikigai. Ikigai ist das, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen, oder auch ganz einfach: »der Sinn des Lebens«. Das Ikigai ist in uns verborgen, und wir müssen geduldig forschen, um es zu finden. Gelingt es uns, haben wir die Chance, gesund und glücklich alt zu werden. Vorbild hierfür sind die Einwohner der japanischen Insel Okinawa, auf der die meisten Hundertjährigen leben. Eine kleine Offenbarung sind die zahlreich eingeflochtenen Erzählungen der Hundertjährigen, die ihr Ikigai-Geheimnis preisgeben. Eine Offenbarung für jeden, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens ist und für den Gesundheit ein hohes Gut ist.

Neu im Regal…

Letzte Woche habe ich in Folge meiner Anmeldung bei netgalley.com, bzw. netgalley.co.uk ein bisschen die Kontrolle verloren und einen ganzen Haufen Bücher angefordert, die nun erst einmal gelesen werden wollen. Daher habe ich mich diese Woche mal ausnahmsweise zusammen gerissen und keine neuen Bücher gekauft oder angefragt – auch wenn es schwer fiel.

Nur zu Besuch…

Wenn es um Feminismus geht, dann geht es leider zwangsläufig auch um strukturelle Ungerechtigkeit, systematische Diskriminierung, Gewalt und viele andere Dinge, die wir nur ändern können, wenn wir uns mit ihnen auseinandersetzen, die frau aber auch gehörig den Tag versauen können. Deshalb habe ich mich diese Woche mal dafür entschieden mich ganz und gar auf Links zu konzentrieren, die mich fröhlich stimmen, mich inspirieren und mir den Glauben daran zurück geben, dass die Welt eigentlich ganz in Ordnung ist und die meisten Menschen – sogar Männer 😉 – sich bemühen in Harmonie mit ihrem Umfeld zu leben.

Du verzweifelst mal wieder an dir selbst und der Welt – alles halb so schlimm, meint Edition F. Denn die Generation Y ist gar nicht so schlecht wie ihr Ruf. Noch nicht überzeugt, dann schau dir mal diese Tipps für mehr Wertschätzung an. Ebenfalls interessant ist diese Liste der weltweit entspanntesten Städte – vielleicht ist deine Stadt ja auch dabei.

Wer Gutes tut, der sollte belohnt werden. Das dachte sich auch ein amerikanischer Unternehmer und machte einem völlig Fremden kurzerhand ein überaus großzügiges Geschenk. Mein Glaube an die Menschheit ist für’s erste gerettet 😉

Eine gute Nachricht für intersex Kinder und ihre Eltern, ab 2018 muss in Deutschland nach der Geburt nicht mehr zwischen männlich und weiblich entschieden werden. Wir sind damit an der Spitze einer Entwicklung, die sich hoffentlich in anderen europäischen Ländern fortsetzen wird.

Zum Thema Geschlechtervielfalt und Rollenvorbilder für eine heranwachsende Mädchengeneration, hat sich diese Woche die amerikanische Sängerin P!nk zu Wort gemeldet. Immer für ein politisches Statement gut, trifft sie den Nagel auf den Kopf.

Verliebte Löwen in Südafrika, bzw. liebestolle Löwen in Kenia und anderswo beweisen Geschmack und entscheiden sich für den Partner mit der schönsten Frisur, absolut nachvollziehbar wenn du mich fragst. Da sieht frau mal wieder, dass auch wilde Katzen ganz zart sein können. Lange Rede, kurzer Sinn: Some lions are gay – deal with it!

Mauritius hat seine erste Präsidentin gewählt! Und auch wenn du jetzt vielleicht denkst, das ist aber weit weg, finde ich es doch immer erwähnenswert, wenn die höchste gläserne Decke zerbirst – egal wo.

Diese Woche räumen gleich zwei Sportskanonen mit dem Vorurteil des schwachen Mädchens auf. Der New York Marathon, seit Jahren in Frauenhand, setzt diese Tradition fort. Zu Hause in Europa meisterte eine Österreicherin als erste Frau eine der schwersten Kletterrouten der Welt. Ich sage nur, Mädels in die Laufschuhe und an die Kletterwand!

Diese Woche feiern wir eine der beeindruckendsten Frauen der Wissenschaftsgeschichte. In einer Zeit ohne Tod wäre Mary Curie am Dienstag nämlich 150 Jahre alt geworden! Der Scientific American gratuliert auf eine Weise, die der Chemikerin und Physikerin sicher gefallen hätte.

Greta Gerwig, bekannt für ihre Rollen in Indie-Filmen, wie z.B. „Frances Ha“ und „Mistress America“ hat ihren ersten Film gedreht und der bricht jetzt schon Rekorde. Eine weitere kreative Überfliegerin ist übrigens die 19-Jährige Amanda Gorman, von der geneigte Leserinnen in Zukunft sicher mehr hören werden.

Wenn du jetzt auf den lebensbejahenden Geschmack gekommen bist, empfehle ich dir ein Abo des (britischen) Positive News Magazine.

Genug geplaudert, meine liebe Leserin. Ich verabschiede mich nun fürs Erste in den Sonntag und wünsche Dir noch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

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(Die Sonntagsleserin) Willkommen in der feministisch, bücher-philosophischen Filterblase…

Diese Woche begann für mich in Schieflage, hatte ich mir doch so fest vorgenommen am LeseMarathon der Wörterkatze teilzunehmen. Dann allerdings ließ das Leben mich vergessen, und so startete ich in diese Woche mit einem lang ersehnten Sonnentag und einem schlechten Gewissen. Gegen Ende kriegte ich dann aber doch noch die Kurve beflügelt von neuen Büchern und der Erkenntnis dass auch eine Woche, die alles andere als wie geplant beginnt, noch ganz schön hyggeligt enden kann 🙂

Vor den Augen…

Um meinen verkorksten Start in die Woche zum Wochenende hin noch zu retten, habe ich mich und meinen Blog bei Netgalley angemeldet und muss geneigten Verlagen nun erst einmal beweisen, dass meine Rezensionen nicht ewig auf sich warten lassen. Insofern haben diese Woche meine ersten Netgalley Bücher Priorität gehabt…

cover123202-mediumHidden in Plain Sight von Kimberly Mehlman-Orozco… Pimp-controlled sex workers, exploited migrants, domestic servants, and sex trafficking of runaway and homeless youth are just a few of the many forms of sex trafficking and labor trafficking going on all around the world―including in the United States. This book exposes both well-known and more obscure forms of human trafficking, documenting how these heinous crimes are encountered in our daily lives.

cover119553-mediumStarlings von Jo Walton… An odd Eritrean coin travels from lovers to thieves, gathering stories before meeting its match. Google becomes sentient and proceeds toward an existential crisis. An idealistic dancer on a generation ship makes an impassioned plea for creativity alongside survival. Three Irish siblings embark on an unlikely quest, stealing enchanted items via bad poetry, trickery, and an assist from the Queen of Cats.

Auf den Ohren…

Diese Woche habe ich dazu genutzt Nägel mit Köpfen zu machen. Nicht nur nahm ich mir vor, den kreativen Funken, der in mir schwelt, neu zu entfachen. Sondern ich beschloss, im Grunde schon letzte Woche, mich gleichzeitig auf meine skandinavischen Wurzeln zu besinnen. So, dachte ich mir, komme ich produktiv und motiviert durch die Woche, bzw. die nächsten Monate – meine Leseliste für diesen Herbst/Winter endet hier nämlich noch lange nicht 😉

51sbs2yo8OL._AA300_Big Magic von Elizabeth Gilbert… Elizabeth Gilbert hat eine ganze Generation von Leserinnen geprägt: Mit „EAT PRAY LOVE“ lebten wir Dolce Vita in Italien, meditierten in Indien und fanden das Glück auf Bali. Mit „BIG MAGIC“ schenkt uns die Autorin eine begeisternde Liebeserklärung an die Macht der Inspiration, die aus jedem von uns einen kreativen Menschen machen kann. Warum nicht endlich einen Song aufnehmen, ein Restaurant eröffnen, ein Buch schreiben? Elizabeth Gilbert vertraut uns die Geschichte ihres Lebens an – und hilft uns dadurch, endlich an uns selbst zu glauben.

51EV1Hwbe3L._AA300_Biroller von Erling Jepsen… Helene drommer om en karriere som skuespiller, men desværre er hendes forelskelse i teateret ikke gengældt. Helenes hund har til gengæld talent. Den forvilder sig ind på Husets Teater og helt ind på scenen under prøverne til et nyt stykke, og pludselig har Helene en aftale om et møde med teaterdirektøren. Tilbuddet fra teaterdirektøren er ikke lige, hvad Helene havde forestillet sig, men har man først fået foden indenfor, er det bare om at stå fast og bevise, at man er parat til at gå hele vejen. Biroller er en roman fra bag scenetæppet, hvor alle kneb gælder i jagten på den rigtige rolle. Drama og sort humor spiller sammen i en historie om, at det er vigtigt at sigte højt, hvis man vil være stjerne, også selv om man må begynde på alle fire.

(Den Klappentext gab’s leider nur auf Dänisch – ich verweiße an dieser Stelle also auf Google translate, linke Seitenleiste ganz oben.)

Neu im Regal…

Eigentlich hatte ich nach Nachschub von Horror-Autorin Kathe Koja gucken wollen und bin dabei über drei ganz andere Schnäppchen gestolpert. Das Debüt von Arundhati Roy ist schon seit langem auf meiner Wunschliste zu finden, also habe ich nicht lange überlegt. Darüber hinaus muss ich persönlich bei Bailey’s Prize for Fiction Gewinnern oder Nominierten, sprich den anderen beiden Büchern, nicht einmal genau wissen, worum es geht – da kann frau eigentlich gar keine Niete ziehen.

51DIoxj8d8L._SX327_BO1,204,203,200_Der Gott der kleinen Dinge von Arundhati Roy… In ihrem Bestsellerroman ›Der Gott der kleinen Dinge‹ erzählt Arundhati Roy die schillernde Geschichte einer Familie, die an einer verbotenen Liebe zerbricht. Als die 31-jährige Rahel nach vielen Jahren zurückkehrt in ihr Heimatdorf im südindischen Kerala, ist nichts mehr, wie es einst war. Die Konservenfabrik der Familie verfallen, die geliebte Mutter tot, der Zwillingsbruder verstummt. Zurückgeblieben sind nur die Erinnerungen an eine Kindheit am Fluss, an die bewundernde Liebe zu Velutha, dem dunklen Angestellten ihrer Großmutter, und an einen tragischen Tag im Jahr 1969, der alles veränderte. Eine magische Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Umbrüche Indiens.

51WbeF+qIXL._SX324_BO1,204,203,200_Ruby von Cynthia Bond… Ephram Jennings has never forgotten the beautiful girl with the long braids running through the piney woods of Liberty, their small East Texas town. Young Ruby Bell, „the kind of pretty it hurt to look at,“ has suffered beyond imagining, so as soon as she can, she flees suffocating Liberty for the bright pull of 1950s New York. Ruby quickly winds her way into the ripe center of the city-the darkened piano bars and hidden alleyways of the Village-all the while hoping for a glimpse of the red hair and green eyes of her mother. When a telegram from her cousin forces her to return home, thirty-year-old Ruby finds herself reliving the devastating violence of her girlhood. With the terrifying realization that she might not be strong enough to fight her way back out again, Ruby struggles to survive her memories of the town’s dark past. Meanwhile, Ephram must choose between loyalty to the sister who raised him and the chance for a life with the woman he has loved since he was a boy.

51cvArcIRXL._SY346_The Glorious Heresies von Lisa McInerney… We all do stupid things when we’re kids. Ryan Cusack’s grown up faster than most – being the oldest of six with a dead mum and an alcoholic dad will do that for you. And nobody says Ryan’s stupid. Not even behind his back. It’s the people around him who are the problem. The gangland boss using his dad as a ‚cleaner‘. The neighbour who says she’s trying to help but maybe wants something more than that. The prostitute searching for the man she never knew she’d miss until he disappeared without trace one night. The only one on Ryan’s side is his girlfriend Karine. If he blows that, he’s all alone. But the truth is, you don’t know your own strength till you need it.

Nur zu Besuch…

Am Freitagmorgen wurde ich Mitglied eines Clubs, der im 21. Jahrhundert eigentlich gar nicht mehr existieren sollte, aber was soll ich sagen – die Welt ist schlecht oder zumindest stark verbesserungswürdig… Seit etwas über zwei Jahren schreibe ich nun ab und zu über Bücher zu feministischen Themen, wobei ich diese Kategorisierung eigentlich als Einschränkung empfinde – schließlich geht es in diesen Büchern um strukturelle Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen und die gehen nicht nur Frauen etwas an – und nun hat er mich eingeholt, mein erster sexistischer Kommentar. Hätte der Verfasser sich ernsthaft mit dem Inhalt meiner Rezension auseinandergesetzt, ernsthaft genug, um zu merken, dass ich einen Buchblog führe und nicht etwa für die Mädchenmannschaft schreibe – nicht, dass das diese Art von Belästigung rechtfertigen würde – hätte ich seinen Kommentar wohl aus dem Spam-Ordner gefischt, wo er kurioserweise gelandet war – was soll ich sagen, WordPress kennt mich 😉 Zur Feier meiner unfreiwilligen, aber wahrscheinlich auch nicht abzuwendenden, Induktion in den Club (zeitweise) feministischer Bloggerinnen, die aufgrund dessen von fremden Männern angefeindet werden, gibt es diesen Sonntag also einmal nur feministische Links. Viel Spaß beim Stöbern und Entdecken!

Auch wenn es alles andere als politisch korrekt, bzw. solidarisch ist, hängt mir der Fall Weinstein mittlerweile echt zum Hals raus; vor allem auch weil sich nichts davon auf die deutsche Filmindustrie bezieht. Ein Artikel auf EDITION F ändert dies nun endlich. Frischen Wind in die Debatte um Frauen in der Filmindustrie bringt auch der überaus positive und humorvolle TED Talk „What it’s like to be a Woman in Hollywood“. Auch meine Lieblingsschauspielerin JESSICA CHASTAIN ist der Meinung, dass Filme mehr lebensnahe Frauenfiguren brauchen. Doch wer soll diese Filme machen? Auf Vulture.com findet die geneigte Leserin eine Liste mit 100 Regisseurinnen, inklusive Filmtipps zum Anspielen und Kennenlernen. Wem das noch nicht genug Frauenkino ist, die kann sich beim feministischen Kinomagazin FILMLÖWIN oder der Suchmaschine MOVIES BY HER nach Herzenslust austoben.

Und wen wundert es, mich nicht, die Epidemie der sexuellen Belästigung und Geschlechterdiskriminierung, bzw. Unterrepräsentierung von Frauen begrenzt sich nicht nur auf die Filmindustrie, sondern findet auch in der Kunstszene statt. Darauf bezieht sich auch dieser OFFENE BRIEF, unterzeichnet von unzähligen Frauen, Männern und non-binären Künstlern – zu viele, um sie hier einzeln aufzuführen.

Bevor du mir vor lauter tristesse aus dem Fenster springst, liebe Leserin, möchte ich auch mal ein paar gute Neuigkeiten mit dir teilen. Denn die MÄDCHENMANNSCHAFT feiert dieses Jahr ihr 10-Jähriges Bestehen – Gratulation! Eine Zusammenfassung der letzten 10 Jahre gibt es zur Feier des Tages noch obendrauf.

Die Europapolitikerin Terry Reintke hat es satt(!) am Arbeitsplatz und anderswo sexueller Belästigung ausgesetzt zu sein und findet, dass es höchste Zeit ist für eine EU-Richtlinie, die Mitgliedsstaaten, auch Deutsch-Frauen-sind-mitgedacht-Land, zum handeln zwingt. Wenn du ebenfalls dieser Meinung bist, unterschreibe doch bitte schnell ihre online Petition.

Nach so viel geballter Frauenpower ist es nun mal an der Zeit die Männer zu Wort kommen zu lassen. Die haben nämlich genauso die Nase voll von sexueller Belästigung und denjenigen Geschlechtsgenossen, die sich einfach nicht respektvoll und pro-sozial benehmen wollen, wie die oben verlinkten Frauen. Einer Antwort darauf, warum diese wichtige Debatte so lange hat auf sich warten lassen, versucht sich ein Artikel auf verysmartbrothas.com zu nähern. Während Vlogger Jay Smooth sich damit begnügt die schier schizophrene Situation von Frauen zu thematisieren und dann – ganz Gentleman – eine Kollegin zu Wort kommen lässt. Comedian AZIZ ANSARI begegnet dem ekelhaften Verhalten mancher Männer hingegen mit etwas Humor – das muss auch mal sein, schließlich kann frau nicht immer nur wütend sein.

So jetzt ist er da, der Moment, in dem mir die Linktipps ausgehen. Wenn du trotzdem noch etwas Zeit und Interesse hast, dann hält die Redaktion des MISSY MAGAZINE ihre eigene Liste (queer-) feministischer Podcasts und Blogs für dich bereit. Puh! Mein FeedReader platzt mittlerweile wirklich aus allen Nähten.

Genug geplaudert, meine liebe Leserin. Ich verabschiede mich nun fürs Erste in den Sonntag und wünsche Dir noch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

(Lesen ist hardcore!) Halloween Extravaganza 2017: Lesen auf eigene Gefahr!

Mitte Oktober schaute ich auf den Kalender und hatte eine Idee, warum nicht einen besonderen Beitrag zu Halloween veröffentlichen?! Und mir war auch bald darauf klar, worum es darin gehen sollte. Vor ewigen Zeiten einmal hatte ich mich mit Horrorromanen aus Frauenhand eigedeckt und diese dann nie gelesen; wäre das nicht mal eine Chance meinen SuB etwas zu entschlacken und gleichzeitig ein paar Autorinnen und ihren Büchern zu mehr Bekanntheit und Leserinnen zu verhelfen?! Gedacht getan, nur welche Bücher nehme ich nun?! Nicht zu viele, das war von Anfang an klar; denn ich will Dich, meine geneigte Leserin, nicht unter eine Lawine von Leseempfehlungen begraben. Und trotzdem soll für jeden Geschmack, bzw. jede Nervenstärke, etwas dabei sein. Ich glaube das ist mir auch gelungen, also hab viel Spaß und Gänsehaut beim Stöbern und Entdecken…

51JRXPenLxLBegonnen habe ich meine Reise in die Unterwelten dieser drei femmes cauchemares mit der Novelle Into the Red“ von der amerikanischen Autorin und Künstlerin Sandy DeLuca. Ein vergleichsweise sanfter Einstieg, zumindest im Vergleich zu den anderen Büchern, die ich als Einstimmung auf den gruseligsten Tag des Jahres gelesen habe. „Into the Red“ erinnert mich ein wenig an die Vampirromanzen, die ich als junge Erwachsene zeitweise gelesen habe, nur dass Sandy DeLucas Zähne etwas schärfer sind und das Blut ihrer Hauptfigur um einiges freier fließt.

Der Titel der Novelle bezieht sich auf ein Gedicht von Sylvia Plath, deren Gedichtband „Ariel“ ein permanentes Accessoire der Hauptfigur und Erzählerin ist. Ähnlich wie in der Lyrik der jung verstorbenen Dichterin steht auch bei Sandy DeLuca vieles lediglich zwischen den Zeilen. Als Leserin, die sich auf eine zugegebenermaßen genrebedingt wohl eher grobschlächtige Horrornovelle gefreut hatte, war ich natürlich ein bisschen enttäuscht. Wo sind die Monster?! Wo sind die schwarzen Messen und rituellen Opfer?! Und was genau ist eigentlich mit dem Bruder der Hauptfigur passiert?! Sandy DeLuca deutet schon am Anfang der Geschichte an er wäre brutal ermordet worden. Im Laufe der Handlung bleibt sie mir eindeutige Antworten jedoch schuldig. Alles muss ich mir selbst zusammen reimen, ohne dass ich gegen Ende eine kleine Bestätigung durch die Autorin erfahren hätte.

In „Into the Red“ geht es um die erste Liebe und die Narben, welche diese auf dem Herzen und im Fleisch junger Mädchen hinterlässt – bei Sandy DeLuca darf frau diese Metapher übrigens wörtlich nehmen. Sie spielt mit dem meines Erachtens mittlerweile etwas ausgelutschten Thema Selbstverletzung und macht die Dunkelheit, den Schmerz und latenten Masochismus zwischen den Schnitten sichtbar. Erste sexuelle Erfahrungen und co-abhängige Jugendfreundschaften erfahren so eine düstere Intensität und werden zum Vorboten eines namenlosen Bösen, das die beteiligten Figuren, die Erzählerin im Besonderen, ihr Leben lang nicht loslassen wird.

10625204Charlee Jacob ist quasi die Meryl Streep der zeitgenössischen Horror-Literatur. Es fällt mir als Leserin schwer unter ihren zahlreichen Veröffentlichungen im Genre ein Buch zu finden, das keinen Preis gewonnen hat, oder zumindest nominiert war. Ihr Buch „Dread in the Beast“, das als Novelle seinen Anfang nahm und später auf Romanlänge ausgelassen wurde, ist da keine Ausnahme. Die Bestie im Titel bezieht sich übrigens auf eine der drei Hauptfiguren, angeblich der wiedergeborene Alastair Crowley, seines Zeichens Okkultist und von der britischen Presse berühmt-berüchtigt als „wickedest man in the world“ betitelt.

Charlee Jacob selbst liefert den Soundtrack zu ihrem Roman und der besteht aus Arthur Browns Erfolgssong „Fire“, gespielt ad nauseum. Ich persönlich würde aber auch die frühen Hits von Marilyn Manson oder die finnische Band The 69 Eyes als musische Untermalung des Textes vorschlagen. In der Kombination steht die Lektüre einem aus dem Ruder geratenen LSD-Trip dann in nichts mehr nach, und wie die eigentliche Droge sitzt mir das Gelesene nach wie vor im Rückgrat, bricht sich ab und zu Bahn in mein Bewusstsein und lässt mich erschaudern.

Wer sich zwischen die Seiten von „Dread in the Beast“ wagt, der braucht einen starken Magen. Fäkalien und sexuelle Perversionen/Folter sind die heimlichen Hauptfiguren des Romans. Da wird selbst ein junger Stephen King etwas blass um die koksaffine Nase. Wenn dir also schon bei der bloßen Erwähnung von Horror-Franchises wie „Saw“ oder „Hostel“ mulmig wird, dann ist dieser Roman wohl ein bisschen zu extrem für dich. Ich persönlich konnte anfangs lediglich ein Kapitel am Tag ertragen, bevor ich mental ausgebrannt das Handtuch warf. Das allerdings könnte auch daran liegen, dass der Roman aus drei parallel erzählten Geschichten besteht, die zunächst nicht das geringste miteinander zu tun haben und erst gegen Ende – als ich, aus schierer Panik eine zweite Woche in der Höllenwelt von „Dread in the Beast“ verbringen zu müssen, schon lange mit Speed Reading begonnen hatte – miteinander verknüpft werden.

Es geht um vergessene Gottheiten und antike Heiligenkulte, die sich im Untergrund bis in die Gegenwart fortsetzen, um Transformationen und Selbstverleugnung, alles in der dreckigsten Stadt der Welt verortet. Die Hölle ist bei Charlee Jacobs keine Hypothese mehr, nur dass ihre Figuren danach dürsten dort ihre Ewigkeit zu verbringen. „Dread in the Beast“ ist vom Ton her ultra-amerikanisch, Slutshaming und Frauenfeindlichkeit (Stichwort: menschlicher Bonsai) inklusive. Was das angeht, scheint es Charlee Jacobs leider an Kreativität zu fehlen, oder vielleicht ist es auch Mut, um sich dahingehend von ihren männlichen Kollegen zu unterscheiden.

51YBubPrIkL„The Cipher“ von Kathe Koja hieß zur Zeit seiner Erstveröffentlichung noch „The Funhole“, ebenso wie das unerklärte und unerklärliche schwarze Loch im Keller des Apartmentblocks des Erzählers. Vom Ton her ist es um einiges eingängiger als „Dread in the Beast“, was mich nach dem oben beschriebenen Höllenritt durchaus aufatmen ließ. Dabei ist es aber leider auch weniger hintersinnig als „Into the Red“. Als Leserin fühle ich mich zwischen den Seiten trotzdem sofort angekommen und bin erleichtert eine Autorin gefunden zu haben, die einen gesunden Mittelweg zwischen xx und xx geht. Die Anfangsszenen, in denen die beiden Hauptfiguren diverse Klein- und Kriechtiere dem zerstörerischen Sog des „Funhole“ aussetzen, versprechen Spannung und ein Ende mit Schrecken, das ich als Leserin an diesem Punkt in der Lektüre kaum erwarten kann. Dieses Versprechen löst die Autorin leider nur bedingt ein. Meiner Meinung nach, hat der Plot von „The Cipher“ reichlich ungenutztes Gruselpotenzial.

Wie schon in „Dread in the Beast“ geht es auch in „The Cipher“ um die graduelle Verwandlung einer der Hauptfiguren in ein mythologisches Monster. In letzterem heißt die Figur, deren Körper sich verändert, von etwas finsterem besessen sich von sich selbst entfremdet, jedoch nicht willkommen. Der Erzähler spielt mit den zerstörerischen Kräften des „Funhole“, steht aber auch Todesängste aus, als er merkt, was diese Kräfte mit, bzw. aus seinem Körper machen. Kathe Koja bleibt in ihrer Beschreibung dieser Veränderung und dessen, was sich in den dunklen Tiefen des „Funhole“ verbirgt enttäuschend abstrakt. Genau das ist es übrigens, was ich meine, wenn ich im vorangegangenen Absatz lamentiere, dass die Autorin das Potenzial der Geschichte verschenkt. Die Leserin erfährt bis zum Ende nicht, was eigentlich mit dem Erzähler geschieht, und was ihn erwartet, sollte er es nicht schaffen seine Verwandlung aufzuhalten.

Durch die erste Person Erzählperspektive bin ich als Leserin auf der einen Seite zwar nah dran am Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Auf der anderen Seite kriege ich aber nur einen kleinen Ausschnitt davon mit. Vor allem im letzten Teil der Geschichte, in dem sich der Erzähler im Keller einschließt, während draußen das Leben weiter geht und die Beziehungen zwischen seinen Künstlerfreunden und ihrem Gefolge kultähnliche Züge annehmen, fühle ich mich vom spannendsten Aspekt der ausgeschlossen. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, komme ich noch einmal auf das verschenkte Potenzial der Geschichte zu sprechen; denn es starrt mich von jeder Seite aus vorwurfsvoll an, immer dann wenn Kathe Koja ihre Geschichte einen Gang höher, bzw. Horror, hätte schalten können und scheinbar die einzige ist, der das nicht auffällt. Letztlich versuche ich mich jedoch davon zu lösen; denn meine Ansprüche sollen mir nicht die Lektüre versauen.

Die Autorin kann leider nicht widerstehen mir als Leserin in den letzten Paragrafen ihres Romans den Sinn der Geschichte zu erklären. Eigentlich hätte ich mir den am liebsten selbst zusammen gereimt, aber gute Lektoren sind im Horrorgenre bekanntlich rar gesät – fast so rar wie Schriftsteller, die auf ihre Lektoren hören und den letzten Absatz, indem sie ihrer Leserin das Buch erklären, streichen 😉 Abgesehen davon bleibt jedoch alles offen und das ist ehrlich gesagt ganz schön frustrierend. Das „Funhole“ ist also eine Metapher, aber ich weiß nach wie vor nicht, was genau sich darin verbirgt und warum es diejenigen, die damit in Berührung kommen entweder vollkommen verrückt macht oder von innen heraus auffrisst. Auf der einen Seite will ich es gar nicht so genau wissen; auf der anderen Seite treibt mich die Neugier schier in den Wahnsinn. Kleinerer Unzulänglichkeiten und offener Fragen zum Trotz ist Kathe Koja eine Autorin, die ich definitiv auf dem Schirm behalten werde.

Von Sandy DeLuca habe ich ebenfalls schon zwei weitere Romane auf dem eReader, auch wenn ich mich nach diesem albtraumhaften Lesemonat erst einmal verschnaufen und meine Leseerlebnisse verarbeiten muss. Darüber hinaus aber bin ich angefixt, infiziert quasi von diesem Genre und seiner Damenrunde, die übrigens noch viele andere Namen zu bieten hat. Sie alle, inklusive Beispielbuch, hier aufzuführen würde den Rahmen dieses Beitrags jedoch sprengen. Also muss du an dieser Stelle mal selbst googeln. Denn das, was ich hier bezwecke, ist schließlich Dir liebe Leserin die Augen zu öffnen, bzw. wässrig zu machen, für eine Albtraumwelt jenseits von Stephen King, Dean Koontz, Jack Ketchum und Co.

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(Die Sonntagsleserin) Alles Jahre wieder: Der Kampf gegen den Winter-Blues…

Dieses Jahr ist er früh dran, aber die letzte Woche war auch dermaßen verregnet, dass ich mich nicht wundere, warum mir auf einmal für alles mögliche und unmögliche die Motivation fehlt. Rezensionen schreiben?! Wer liest die eigentlich… Blogbeiträge kommentieren?! Kommentiert ja auch keiner bei mir… Der Lesemarathon der Wörterkatze steht vor der Tür!? Ich tue einfach mal so, als wäre ich nicht zu Hause… Langfristig macht diese Haltung aber mehr Probleme, als sie zu lösen vorgibt. Also gehe ich in diesem Jahr gegen meine natürliche Neigung an, von November bis März vor dem Fernseher zu versuppen und nur das Nötigste zu tun, indem ich mich auf meine Wurzeln besinne. Denn am besten kommt frau durch die dunkle Jahreszeit mit Kerzenlicht, Wienerbröd und reichlich „hygge“ – Ah! Ich fühle schon wie es wirkt 😉

Vor den Augen…

In meiner ersten Sonntagsleserin waren diese beiden Bücher noch neu in meinem Regal. Nun, da sie sich in meinem eigenen Zimmer etwas eingelebt haben, beschloss ich Nägel mit Köpfe zu machen, und diese Neuerscheinungen nicht allzu lange warten zu lassen. Außerdem passt die unterschwellige Melancholie der Geschichten perfekt zu meinem derzeitigen Gemütszustand.

9783961010073_coverSchwimmen von Sina Pousset… Milla und Jan kennen sich seit Kindertagen. In einem heißen Sommer fahren sie gemeinsam mit Jans Freundin Kristina ans Meer. Drei Tage lang schweben sie zwischen Angst, Liebe und Sehnsucht. Bis sich alles bei einem heftigen Gewitter katastrophal entlädt. Jan überlebt nicht. Vier Jahre später sind Milla und die kleine Emma an einem kalten Morgen durch die große Stadt unterwegs. Da findet Milla etwas, das sie an Jan erinnert und stellt sich endlich der Vergangenheit.

9783961010042_coverDas Rauschen in unseren Köpfen von Svenja Gräfen… Lene lebt mit ihrer besten Freundin in einer WG in einer großen Stadt, ihre liebevolle Familie und der Freundeskreis geben Halt. Als sie Hendrik begegnet, scheint ihr Glück perfekt. Sie plant eine gemeinsame Zukunft, doch Hendriks Vergangenheit schleicht sich in ihr Leben ein. Da ist seine zerrüttete Familie, sein bisweilen merkwürdiges Verhalten. Und Klara.

Auf den Ohren…

Diese Woche brauchte ich mal was leichtes, wenn auch nicht immer ganz leicht verdauliches. Benjamin Laws schwule Reise durch Asien kam mir da wie gerufen und wurde auch in Rekordzeit gehört; dazu dann noch das neue Buch der „Queen of hygge“ Helen Russell und meine Woche ist gerettet.

612-sWchzWL._AA300_Gaysia von Benjamin Law… Benjamin Law considers himself pretty lucky to live in Australia: he can hold his boyfriend’s hand in public and lobby his politicians to recognize same-sex marriage. But as the child of immigrants, he’s also curious about how different life might have been had he grown up in Asia. So he sets off to meet his fellow Gaysians. Law takes his investigative duties seriously, going nude where required in Balinese sex resorts, sitting backstage for hours with Thai ladyboy beauty contestants, and trying Indian yoga classes designed to cure his homosexuality. The characters he meets – from Tokyo’s celebrity drag queens to HIV-positive Burmese sex workers and Malaysian ex-gay Christian fundamentalists to Chinese gays and lesbians who marry each other to please their parents – all teach him something new about being queer in Asia.

51g3m7hYelL._AA300_Leap Year von Helen Russell… Having spent the last few years in Denmark uncovering the secrets of the happiest country in the world, Helen Russell knows it’s time to move back to the UK. She thinks. Maybe. Or maybe that’s a terrible idea. Like many of us, she suffers from chronic indecision and a fear of change. So she decides to give herself a year for an experiment: to overhaul every area of her life, learn how to embrace change and become a lean, mean decision-making machine. From how to cope with changing work lives and evolving relationships to how we feel about our bodies, money and well-being, Helen investigates the benefits of new beginnings, the secrets of decisive people and what makes changes last – and uncovers the practical life lessons we can all use to thrive when change is afoot and inject some freshness and magic if it’s not.

Neu im Regal…

Warum zwanghaft Bücher kaufen, wenn die heimischen Regale längst voll davon sind?! Und trotzdem schlich ich diese Woche mit juckender Kreditkarte um die letztjährige Shortlist des Bailey’s Prize for Fiction herum, einfach aus generellem Interesse – virtuelles „window-shopping“ quasi. Denn genug zu lesen hab ich ja eigentlich.

Nur zu Besuch…

Meine Linksammlung diese Woche ist eine wilde Mischung aus allem, was mich in der letzten Woche interessiert, bzw. bewegt hat. Insofern werde ich an dieser Stelle auch nicht mit unnötigen Worten um mich schmeißen, sondern lade dich, meine liebe Leserin, einfach kurz und knapp zum Stöbern ein.

Der gruseligste (quasi) Feiertag des Jahres steht vor der Tür und da dürfen die passenden Leckerbissen natürlich nicht fehlen. Inspirationen dafür gab es diese Woche u.a. auf den Blogs ks und mohntage.

In der Werbung sind alle Frauen Blaublüter. Der britische Bindenhersteller Bodyform will dies mit der #bloodnormal Kampagne nun aber endlich ändern.

Ohne festen Partner durch die kalte Jahreszeit zu kommen ist für manchen eine Herausforderung, da bin auch ich keine Ausnahme. Doch ist das (chronische) Singledasein nun eine Bürde oder etwa ein Geschenk?!

Muromez war in Moskau unterwegs und teilt die bibliophilen Highlights seiner Reise mit allen, die vom literarischen Russland begeistert sind.

Es ist noch gar nicht so lange her, da las ich „Procrastination“ von Jane B. Burka, PhD & Lenora M. Yuen, PhD und nahm mir fest vor – Jetzt wird was geändert! Der Beitrag zu Zielsetzung und Zeitplanung auf Perspektiven und Blickwinkel erinnerte mich diese Woche wieder an meinen Vorsatz.

Genug geplaudert, meine liebe Leserin. Ich verabschiede mich nun fürs Erste in den Sonntag und wünsche Dir noch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

(Die Sonntagsleserin) Wie, ist schon wieder Sonntag?!

Diese Woche ging wie im Fluge vorbei, zumindest hier bei mir im eigenen Zimmer. Sie war lesereich, aber ereignisarm, wie das eben manchmal so ist. Diese Kombination allerdings erlaubte es mir mich ein bisschen in die virtuelle Welt und das darin gespiegelte Zeitgeschehen zu vertiefen; Und so sind meine Linktipps diese Woche thematisch auch um einiges breiter gefächert, als in den letzten zwei Wochen. Abseits des Bücherregals habe ich mich wohl etwas versklaven lassen, von meiner To-Do-Liste, die in dieser Woche so diverse Punkte enthielt, wie „Prepare Halloween Post“, „Study Korean“ und „Do Pilates/Yoga“. In der nächsten Woche werde ich andere Prioritäten setzen und etwas gelassener leben.

Vor den Augen…

Da die Kombination Roman/Kurzgeschichtenband schon letzte Woche so gut geklappt hat, dachte ich, warum diese Woche nicht einfach wiederholen. Zudem bin ich dem Blessing Verlag auch noch eine Rezension schuldig – zwei Bücher mit einer Lektüre quasi 😉 Dann wiederum stellen diese beiden Bücher lediglich die Spitze meines Lesebergs dar. Denn ich bin gerade fieberhaft dabei einen Halloween-Beitrag mit Horrorromanen aus Frauenhand vorzubereiten, und habe mich ehrlich gesagt gerade etwas festgefahren mit einem der Bücher. Welches es ist, das soll aber bis übernächste Woche noch geheim bleiben.

41Whe7rJGaL._SX304_BO1,204,203,200_Amsterdam und zurück von Marente de Moor… Jede Menge Russen bevölkern seit Beginn der Neunziger Amsterdam. Witali Kirillow ist einer von ihnen, der Mann mit den meergrünen Augen. Längst ist sein Visum abgelaufen und vorsichtshalber fährt er in der Straßenbahn nicht mehr schwarz. Acht Jahre zuvor ließ er es als Offizier an der sowjetischen Grenze zu, daß sich ein Kamerad in den Westen absetzte. Dafür wurde er hart bestraft. Seitdem hat ihn der Gedanke an den Flüchtling nicht mehr losgelassen. Unterstützt von der rasant-energischen Jessie, macht er sich auf, ihn zu suchen.

41pJWpjFAGL._SX309_BO1,204,203,200_Verrat – Sieben Verbrechen an der Liebe von Jessica Schulte Am Hülse… Jessica Schulte am Hülse beschreibt in sieben Erzählungen das große und das kleine Drama der Liebe. Gemein ist den Erzählungen ein Verrat, der die Liebe zwischen zwei Menschen oder das Verhältnis zwischen zwei Menschen beschädigt, belastet, zerstört. Am Ende jeder Geschichte stehen die Menschen traumatisiert oder auch befreit vor den Scherben dessen, was einmal Vertrauen, Geborgenheit, Freude und tiefe Liebe war. Mal kommt die Unwahrheit auf leisen Sohlen, mal brutal und unfair mit großen Schritten, mal finden die Verratenen einen Weg aus dem Drama, mal zerbrechen sie an der Heftigkeit des Erlebens und können sich nur durch radikale Schnitte aus dem Tumult und der Verstrickung befreien.

Auf den Ohren…

…habe ich diese Woche wieder zwei ganz unterschiedliche Bücher. Beides sind allerdings wieder Sachbücher, denn auf Romane kann ich als Audioversion mich irgendwie nicht richtig konzentrieren.

514QoOwGx6L._AA300_The Battle for Room 314 von Ed Boland… In a fit of idealism, Ed Boland left a twenty-year career as a non-profit executive to teach in a tough New York City public high school. But his hopes quickly collided headlong with the appalling reality of his students‘ lives and a hobbled education system unable to help them: Freddy runs a drug ring for his incarcerated brother; Nee-cole is homeschooled on the subway by her brilliant homeless mother; and Byron’s Ivy League dream is dashed because he is undocumented. In the end, Boland isn’t hoisted on his students‘ shoulders and no one passes AP anything. This is no urban fairy tale of at-risk kids saved by a Hollywood hero, but a searing indictment of schools that claim to be progressive but still fail their students. Told with compassion, humor, and a keen eye, Boland’s story is sure to ignite debate about the future of American education and attempts to reform it.

Dieses Buch werde ich nicht auf meinem Blog rezensieren. Wenn du trotzdem mehr darüber wissen willst, schau HIER vorbei!

41Xk34x5YvL._SL300_The Woman in the Mirror von Cynthia M. Bulik, PhD… Many women–regardless of income, size, shape, ethnicity, and age–are uncomfortable in their own skin. We fixate on our body image and try endless diets, implants, Botox, hair extensions, and new shoes, but it’s never enough. The problem is that girls and women have been socialized to mistakenly conflate body-esteem and self-esteem. Body esteem refers to how you think and feel about your physical appearance: your size, shape, hair, and features. Self-esteem refers to how you think and feel about your personality, your role in relationships, your accomplishments, and values-everything that contributes to who you are as a person. The Woman in the Mirror goes beyond typical self-esteem books to dig deep into the origins of women’s problems with body image.

Neu im Regal…

Als ich am Mittwoch die literarischen Nachbarinnen für meine Rezension von Jeanette Wintersons „Der weite Raum der Zeit“ zusammenstellte, entdeckte ich ganz zufällig, dass einige Romane von Margaret Atwood im amazon Kindle-Store gerade zu Studentenpreisen zu haben sind. Da habe natürlich sofort zugegriffen; schließlich will ich diese Autorin und ihr bisheriges Werk spätestens seit der Buchmesse etwas genauer unter die Lupe nehmen.

41dEEQ-7-KL._SX316_BO1,204,203,200_The Edible Woman von Margaret Atwood… Marian is determined to be ordinary. She lays her head gently on the shoulder of her serious fiancee and quietly awaits marriage. But she didn’t count on an inner rebellion that would rock her stable routine, and her digestion. Marriage a la mode, Marian discovers, is something she literally can’t stomach … The Edible Woman is a funny, engaging novel about emotional cannibalism, men and women, and desire to be consumed.

41VvawTiGAL._SX316_BO1,204,203,200_Alias Grace von Margaret Atwood… Sometimes I whisper it over to myself: Murderess. Murderess. It rustles, like a taffeta skirt along the floor.‘ Grace Marks. Female fiend? Femme fatale? Or weak and unwilling victim? Around the true story of one of the most enigmatic and notorious women of the 1840s, Margaret Atwood has created an extraordinarily potent tale of sexuality, cruelty and mystery.

41uA3zD4xZL._SX316_BO1,204,203,200_Moral Confusion von Margaret Atwood… In these ten interrelated stories Atwood traces the course of a life and also the lives intertwined with it, while evoking the drama and the humour that colour common experiences — the birth of a baby, divorce and remarriage, old age and death. With settings ranging from Toronto, northern Quebec, and rural Ontario, the stories begin in the present, as a couple no longer young situate themselves in a larger world no longer safe. Then the narrative goes back in time to the forties and moves chronologically forward toward the present.

41IXRKUXfhL._SX315_BO1,204,203,200_Good Bones von Margret Atwood… These wise and witty writings home in on Shakespeare, tree stumps, ecological disasters, bodies (male and female), and theology, amongst other matters. We hear Gertrude’s version of what really happened in Hamlet; an ugly sister and a wicked stepmother put in a good word for themselves,and a reincarnated bat explains how Bram Stoker got Dracula hopelessly wrong. Good Bones is pure distilled Atwood – deliciously strong and bittersweet.

41n4EGqPnAL._SX316_BO1,204,203,200_Surfacing von Margaret Atwood… A young woman returns to northern Quebec to the remote island of her childhood, with her lover and two friends, to investigate the mysterious disappearance of her father. Flooded with memories, she begins to realise that going home means entering not only another place but another time. As the wild island exerts its elemental hold and she is submerged in the language of the wilderness, she sees that what she is really looking for is her own past.

51Oj0HeTqEL._SX326_BO1,204,203,200_The Improbability of Love* von Hannah Rothschild… When lovelorn Annie McDee stumbles across a dirty painting in a junk shop while looking for a present for an unsuitable man, she has no idea what she has discovered. Soon she finds herself drawn unwillingly into the tumultuous London art world, populated by exiled Russian oligarchs, avaricious Sheikas, desperate auctioneers and unscrupulous dealers, all scheming to get their hands on her painting – a lost eighteenth-century masterpiece called ‚The Improbability of Love‘. Delving into the painting’s past, Annie will uncover not just an illustrious list of former owners, but some of the darkest secrets of European history – and in doing so she might just learn to open up to the possibility of falling in love again.

*Diese Bailey’s-Preis Anwärterin war ebenfalls runtergesetzt 😉

Nur zu Besuch…

Da ich in der letzten Woche nur Links zu Frankfurter Buchmesse gesammelt hatte, habe ich mich in dieser Woche dafür entschieden etwas über den Tellerrand zu schauen und mal nicht nur die einschlägigen Buchblogs abzugrasen. Was übrigens ganz schön schwer war, bei all den interessanten Messeberichten, die im Laufe der Woche in meinem WordPressReader auftauchten. Aber ich habe mich der Herausforderung gestellt und hoffe nun Dir, meine liebe Leserin, nach all den Buchmesseberichten ein bisschen Abwechslung liefern zu können…

Wer hat Angst vor Virginia Woolf? fragte seinerzeit der Theaterschriftsteller Edward Albee. Ich natürlich nicht, schließlich habe ich sogar meinen Blog nach ihrem Werk benannt 😉 Die zarte Engländerin hat jedoch nicht nur Romane geschrieben, sondern auch Tagebuch geführt und darin ging sie nicht etwa zimperlich mit Zeitgenossen wie zum Beispiel T.C. Boyle, Katherine Mansfield und Sigmund Freud um. Da kann ich eigentlich nur noch hinzufügen: Oh, Ms. Woolf, you’re so bitchy – I love it!

Im Rahmen ihrer Besprechung von Han Kangs „Menschenwerk“ habe ich mich gestern mit der Wörterkatze Kerstin ein bisschen über Südkorea unterhalten. Und das hat mich wiederum an einen überaus interessanten Artikel über die erschreckende Häufigkeit von Schönheitsoperationen im Geburtsland der Autorin erinnert, den ich vor kurzem gelesen habe.

„Juli liest“ nicht nur, sie engagiert sich auch – was ich äußerst lobenswert finde – und zwar für den Tintentrinker Verlag; Ein unabhängiger Kinderbuchverlag, der dringend finanzielle Unterstützung von seinen Leserinnen und ihren Eltern, etc. braucht. Wenn du also einem jungen Familienmitglied eine Freude machen möchtest, findest du alle weiteren Infos HIER!

Ein bisschen schleicht sich die Buchmesse dann doch in meine Sonntagsleserei ein, wenn sich beispielsweise der Kaffeehaussitzer fragt, ob man Provokationen von rechtsaußen nun am besten niederbrüllt oder niederlacht; und ich nicht umhin komme einen so gelungenen Beitrag hier mit dir zu teilen.

Wer in letzter Zeit im englischsprachigen facebook unterwegs war, der ist sicher auch über den Aufschrei Klappe die 2te gestolpert. Die britische Schauspielerin Emma Thompson fasste den Kern des Problems in ihrem Interview über Harvey Weinstein mit erfrischender Ehrlichkeit zusammen. Ms. Thompson, you rock my world! 

Übrigens haben sich auch die von mir gerne gelesenen Autorinnen Rebecca Solnit und Jessica Valenti zum Thema sexuelle Belästigung und toxische Männlichkeit geäußert. Letzteres ein Thema, dem ich mich zuvor über die TED-Vorträge von Jackson Katz* und James Kimmel*genähert habe – beide ebenfalls sehr sehenswert.

(*Mein Tipp: Bring etwas Zeit mit und stell „Autoplay“ an!)    

Genug geplaudert, meine liebe Leserin. Ich verabschiede mich nun fürs Erste in den Sonntag und wünsche Dir noch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

(Die Sonntagsleserin) Zuhause ist es doch immernoch am schönsten…

Stell dir vor diese Woche ist Buchmesse und die Bücherphilosophin geht nicht hin 😉 Ein sehnsuchtsvoller Blick schweift nach Frankfurt. Doch zu viel gewollt, zu schnell gelebt, zu früh verreist, das kann ja nur in einer Katastrophe enden – mal ganz davon abgesehen das die Zugverbindungen aus Norddeutschland im Moment unmöglich sind – so heißt die Devise im eigenen Zimmer; Also bleibe ich, trotz der verlockenden Flut an Einladungen zu Bloggerfrühstück, -treffen und -umtrunk diverser Verlage und Organisationen, dieses Jahr lieber zu Hause. Denn das ist der Ort, wo ich wann immer ich will, und der Kreislauf es verlangt, die Füße hochlegen kann, wo mich mein Bücherregal mit den Versprechen fremder Welten lockt, wo die Tasse grünen Tees keinen Boden hat und die flauschigen, schnurrenden Ehrengäste dieses, wie jedes Jahr aus Schottland kommen. Vielleicht geht es dir ja ebenso oder zumindest ähnlich; Dann meine liebe Leserin, schreibe ich diesen Beitrag nämlich auch für dich.

Vor den Augen…

Diese Woche ist meine Lektüre ein ungleiches Duo. Das erste Buch die Kurzgeschichtensammlung einer Debütantin, das andere die Modernisierung eines Klassikers durch eine erfahrene Autorin. Das eine ganz frisch im eigenen Zimmer eingetrudelt, das andere dort fast schon etwas eingestaubt. Eines haben beide Bücher jedoch gemeinsam, sie sind überaus lesenswert.

51NgcJ6XbcL._SX311_BO1,204,203,200_und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus von Doris Anselm… Was ist der Auslöser für Veränderung in unserem Leben? Die Nachricht einer längst vergessenen Freundin, eine Kränkung zu viel, eine absurde Passion, der es plötzlich nachzugeben gilt. In Doris Anselms Erzählungen begegnen uns Karrieremenschen und Loser, Charismatiker und Verrannte, die diese Momente lostreten oder erleben. So wechselt ein Schmuckstück den Besitzer, unpersönlich und doch symbolträchtig. Am Ende ist ein Mädchen erwachsen geworden und ihr Lehrer ein Stück kindlicher. Dabei bleibt manches scheinbar Wichtige elegant in der Schwebe, um den Blick fürs Wesentliche zu öffnen. Ereignisse wirken aus der Vergangenheit in eine intensiv wahrgenommene Gegenwart hinein, ein bedrohlicher Unterton schwingt mit, ein böses Wuchern und Wachsen.

coverDer weite Raum der Zeit von Jeannette Winterson… Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und seine neugeborene Tochter Perdita. Durch einen glücklichen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann – Xenos einzigen Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird.

Auf den Ohren…

Diese Woche steht für mich im Zeichen der Selbstoptimierung, zumindest zum Teil, schließlich kann frau nicht 24 Stunden am Tag, bzw. die 10 Stunden, die das Hörbuch „Procrastination“ dauert, an sich arbeiten. Manchmal muss diese Leserin auch einfach nur entspannen dürfen und das geht am besten mit dem bissigen Humor von Kolumnist Dan Savage, dem David Sedaris für Leserinnen mit Familiensinn.

51t4JMLURXL._SL300_Procrastination: Why you do it, what to do about it NOW von Jane B. Burka, PhD & Lenora M. Yuen, PhD… Based on their workshops and counseling experience, psychologists Jane B. Burka and Lenora M. Yuen offer a probing, sensitive, and at times humorous look at a problem that affects everyone: students and scientists, secretaries and executives, homemakers and salespeople. Procrastination identifies the reasons we put off tasks; fears of failure, success, control, separation, and attachment; and their roots in our childhood and adult experiences. The authors offer a practical, tested program to overcome procrastination by achieving set goals, managing time, enlisting support, and handling stress. Burka and Yuen even provide tips on living and working with the procrastinators you may know.

41NOI6Z1ASL._AA300_The Commitment von Dan Savage… Dan Savage’s mother wants him to get married. His boyfriend, Terry, says “no thanks” because he doesn’t want to act like a straight person. Their six-year-old son DJ says his two dads aren’t “allowed” to get married, but that he’d like to come to the reception and eat cake. Throw into the mix Dan’s straight siblings, whose varied choices form a microcosm of how Americans are approaching marriage these days, and you get a rollicking family memoir that will have everyone—gay or straight, right or left, single or married—howling with laughter and rethinking their notions of marriage and all it entails.

Neu im Regal…

Nicht jede Woche bringt neue Bücher mit sich, manchmal muss sich auch eine begeisterte Buchbloggerin mit dem Lesefutter zufrieden geben, welches das gute alte Regal ungelesener Bücher gerade so hergibt. Zum Glück gibt es mehr als genug ungelesene Büchern in meinem eigenen Zimmer, und so tut es mir auch gar nicht weh mal eine Woche auf Verlags-, bzw. Buchpost zu verzichten.

Nur zu Besuch… auf der Frankfurter Buchmesse!

Wie ich einleitend schon bemerkte, nehme ich an der diesjährigen Frankfurter Buchmesse leider nicht aktiv teil. Das heißt aber nicht, dass ich anderen Leserinnen ihren Messespaß nicht gönne. Gespannt verfolgte ich das Messegeschehen von den Zuschauerrängen aus und dies sind meine bisherigen Highlights.

Den ersten Messetag verbringe ich mit dem buecherfuellhorn, schlendere schon am frühen Morgen durch noch fast leere Hallen, verkoste Spezialitäten vom größten Bio-Bauernhof der Toskana und entdecke anschließend zwei unabhängige Kleinverlage.

Durch den zweiten Tag der Buchmesse bewege ich mich an der Seite von litblogkoeb, die ich unter anderem in den Ehrengast Pavillon begleite, der zwar etwas spartanisch dekoriert ist, dafür jedoch mit ungewöhnlichen Sitzgelegenheiten aufwartet.

Etwas kritischer wird die diesjährige Buchmesse von schneeschmelze analysiert und kommentiert. Als Buchmesseveteran macht er mich auf unserem Messerundgang unter anderem auf das graduelle Verschwinden der unabhängigen Verlage und die Abwesenheit diverser Medienvertreter aufmerksam und nimmt mich schließlich mit zu einer Paneldiskussion zum Thema Digitalisierung des Lesens.

Und auch wenn mir nach meinen drei virtuellen Messerundgängen schon ganz schön die metaphorischen Füße weh tun, kann ich doch nicht umhin noch einen abschließenden Blick auf den Buchmesse tumblr von buchmerzmensch zu werfen – fühlt sich fast an, wie selbst dabei gewesen zu sein!

Genug geplaudert, meine liebe Leserin. Ich verabschiede mich nun fürs Erste in den Sonntag und wünsche Dir noch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Virginie Despentes: Ein „enfant terrible“ wird erwachsen…

Auf der Frankfurter Buchmesse sind dieses Jahr die Franzosen zu Gast und zu meiner großen Freude sorgen vor allem die Bücher einer handvoll Französinnen schon im Vorfeld für reichlich Furore, darunter auch das kürzlich von mir besprochene „Dann schlaf auch du“ der Autorin Leila Slimani. Was meiner Freude einen kleinen aber entscheidenden Dämpfer verpasst, ist dass ich dieses Jahr schon wieder oder viel mehr immer noch nicht mit dabei sein kann, und dabei verbindet mich doch seit meiner Jugend eine skandalträchtige literarische Liebe mit dem europäischen Nachbar. Objekt meiner Begierde ist damals wie heute die Autorin Virginie Despentes – eine unkonventionelle Wahl, dessen war ich mir schon immer bewusst, aber man kann sich nun einmal nicht aussuchen an wen man sein (literarisches) Herz verliert – und um sie und ihre Romane soll es deshalb heute auch gehen.

couvertureDer Debütroman der Autorin heißt Baise-Moi und erscheint 1993. In Frankreich schlägt die Geschichte zweier sexpositiver Frauen, die sich im Stil von Thelma und Louise durch die französische Provinz morden, ein wie eine Bombe. Es ist auch mein erster Roman der Autorin, gelesen habe ich ihn mit 18 Jahren und was ich damals noch nicht weiß, er wird eine lebenslange Sucht begründen. Endlich sind die Mädels mal am Zug; leben, lieben und morden so wie es sonst immer nur die Kerle tun. Baise-Moi, das ist Fight Club für Frauen und ich bin mit Leib und Seele dabei!

die_unberuehrte-9783499229114_xxl1996 versucht Virginie Despentes mit Die Unberührte den Erfolg ihres Debüts zu wiederholen. Das Buch spielt im Rotlichtmilieu von Lyon und ähnelt in seinen Schockeffekten dem Vorgänger, nur dass ich als Leserin leider mittlerweile etwas abgestumpft bin. Wir schreiben das Jahr 2014 und Torture-Horror, ebenso wie echte Folter von politischen Gefangenen sind Teil der Nachrichten und des Abendprogramms, Gonzo-Pornos sind fester Bestandteil des Internets und wer sich darüber aufregt gilt als verklemmt. Virginie Despentes hat sich nicht verändert, die Welt hat es und das macht ihren Roman in meinen Augen weniger krass als er das zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung war.

9783499234064Pauline und Claudine aus dem Jahr 1998 war neben Teen Spirit, das 2002 zum ersten Mal veröffentlicht wurde, eines des Bücher, die ich als direkte Vorbereitung auf diesen Beitrag las. Letzteres galt bis zur Veröffentlichung der Vernon Subutex Trilogie (2015) in Kritikerkreisen als das beste Buch der Autorin. Meiner Meinung nach ist es jedoch lediglich das Konventionellste. Während der Lektüre dachte ich mehr als einmal: „Wie schade, meine französische Lieblingsautorin hat ihren Biss verloren.“ Die junge Virginie Despentes, die Virginie Despentes der neunziger Jahre ist wütend. Sie wettert gegen das System und schlägt sich auf die Seite der gesellschaftlichen Verliehrer, obwohl sie als Erfolgs-, bzw. gefeierte Skandalautorin, schon lange nicht mehr dazu gehört. So ist das auch in Pauline und Claudine, auch wenn ich als Leserin der Autorin ihre Bodenhaftung, ihren Draht zum Prekariat, schon lange nicht mehr so wirklich abnehme.

91ve6IQBS4LIn Bye Bye Blondie, das ich fast zehn Jahre nach seiner Veröffentlichung 2004 las, lässt Virginie Despentes die Wut des Pöbels, an die sie schon gar nicht mehr selbst zu glauben scheint, ein letztes Mal aufleben. Doch die Zornesschreie und Hasstiraden ihrer Hauptfigur verklingen ohne Echo. In den Vorstädten brennen die Autos, Paris hat andere Sorgen und die Probleme der weißen Unterschicht verblassen neben denen der Kinder marokkanischer und algerischer Einwanderer. Die realen Pendants der Figuren über die Virginie Despentes so gerne schreibt pfeifen auf eine sozialistische Neuordnung der Gesellschaft und fangen stattdessen an der rechtsradikalen Front National zuzulaufen. Die Autorin verkennt diese Entwicklung und entfernt sich somit zusehends vom Puls der Zeit. Und auch ich habe langsam genug vom Unangepasstsein ihrer Figuren, das auf mich eher wirkt wie eine nie ganz ausgestandene kindische Trotzphase.

king_kong_theorie-9783833305733_xxlZwei Jahre später wird Virginie Despentes unerwartet persönlich. In ihrer Essaysammlung King Kong Theorie erzählt sie mir unter anderem von ihrer Vergewaltigung in jungen Jahren und ihrer späteren Tätigkeit als Prostituierte; und auch wenn sie in einem fort behauptet im Reinen zu sein mit ihrer Vergangenheit, ja sich sogar für Prostitution als Beruf wie jeder andere ausspricht und Empathie, die stellenweise schon an Mitleid grenzt, für die Männer zeigt, die einst ihren Körper kauften, glaube ich ihr nicht so ganz – woher, frage ich mich mit Blick auf ihr frühes literarisches Werk, kommt denn sonst dieser überbordene Ärger, dieser blanke Hass, den besonders die Figuren in ihrem Debüt, aber auch in den Romanen danach, auf brutalste Weise vor allem an Männern auslassen. Baise-Moi liest sich stellenweise wie eine Rachefantasie und seit meiner Lektüre der King Kong Theorie ahne ich zunehmend warum.

9781846688423_1502177004292_xxlMeine Lektüre von Apokalypse Baby, der letzten deutschen Veröffentlichung der Autorin aus dem Jahr 2010 – abgesehen natürlich von dem Buch mit dem Virginie Despentes dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse zu Gast ist – ließ mich mit dem Eindruck zurück meine französische Lieblingsautorin habe nach langen Jahren des Schreibens ihr explosivstes Pulver verschossen. Teen Spirit ließ es mich schon ahnen, das einstige Enfant Terrible der Pariser Literaturszene ist erwachsen geworden. Als Leserin hätte ich natürlich am liebsten gehabt, dass Virginie Despentes, über diesen schriftstellerischen Reifeprozess erhaben auf ewig in ihrer Wut gefangen, einen Skandalroman nach dem anderen veröffentlicht; auf menschlicher Ebene gönne ich ihr den Zugewinn an persönlicher Weitsicht und literarischer Erfahrung natürlich durchaus, wenn auch bisher etwas verhalten.

Im Angesicht dieser Retrospektive und mit Blick auf ihre neusten Veröffentlichungen, muss ich schweren Herzens die Virginie Despentes meiner Jugendjahre, die Rebellin, die Furie und Rachegöttin loslassen. Denn in dieser Form gibt es sie schon seit Anfang des neuen Jahrtausends nur noch zwischen den Seiten ihrer Debütromane. Als Leserin und als Frau fällt es mir dennoch manchmal schwer meine Erwartungshaltung an gerade diese Autorin zu transformieren. Denn ich bin ihr nach all den Jahren, die wir zusammen verlebt haben, nach wie vor dankbar für ihre (frühen) Romane und deren Figuren. Diese zeigten mir, die ich gerade in einem Alter war, indem ich zu merken begann, dass diese Welt besonders für Frauen teils scheinbar unüberwindbare Grenzen hat, das Versprechen von Freiheit und Selbstverwirklichung, welches mir meine Eltern mit auf den Weg gaben, nur bedingt einlösbar sein wird, dass Frauen nicht passive Empfängerinnen vom Leid der Welt und alleinige Trägerinnen der Bürde ungleicher Machtverhältnisse sein müssen, sondern stark und brutal sein können, wütend und gewalttätig, risikobereit und nur dem eigenen Willen verpflichtet, nach den eigenen Regeln lebend und kompromisslos frei. Diese Darstellungen von Frauen in der modernen Literatur waren Pionierarbeit und gehören leider noch immer zu einer Ausnahmeerscheinung, die mich, und mein Bild davon, was (literarisch) möglich und akzeptabel ist, stark geprägt haben. Dafür verzeihe ich Virginie Despentes gerne ihren Scheuklappen-Feminismus, ebenso wie ihre spätere Abkehr von den Handlungs- und Figurenmustern, die mich einst so für ihre Romane begeisterten. Jeder denkende, fühlende Mensch gewinnt im Alter an Perspektive, und wenn die Schriftstellerin Virginie Despentes das kann, dann kann diese, ihr nach wie vor treu ergebene, Leserin das auch.

Die Sonntagsleserin ist zurück…

Als ich Ende Januar meine „Abwesenheitnotiz“ veröffentlichte, brauchten ich und mein gematerter Körper eigentlich nur eine kleine Pause. Nie und Nimmer hätte ich damit gerechnet, dass diese kleine Pause fast ein ganzes Jahr andauern würde. Ich will an dieser Stelle gar nicht so sehr ins Detail gehen, denn so ganz verarbeitet habe ich die Erinnerungen an die längsten acht Monate meines Lebens noch nicht – trotz des Happy Ends. Seit Anfang September geht es Dank der Bemühungen eines Ärzteteams, das mich einfach nicht aufgeben wollte, zum Glück wieder bergauf. Zum ersten Mal seit fast drei Jahren darf ich nun endlich Zeuge davon sein, dass mein Körper von Tag zu Tag, Woche zu Woche, ein klein wenig stärker wird. Ich habe wohl noch ein gutes Stück Weg vor mir, bis ich wieder so am Leben teilnehmen kann, wie ich das gerne möchte und ein paar Kompromisse werden mich vielleicht noch darüber hinaus begleiten. Doch davon werde ich mir meine Vorfreude auf den Rest meines Lebens (und Lesens und Schreibens und Reisens, und, und, und…) nicht nehmen lassen 🙂

Vor den Augen…

Seitdem ich wieder lesen kann, verschlinge ich ein Buch nach dem anderen, in einer Geschwindigkeit, die selbst mich atemlos zurück lässt. Diese beiden Bücher waren die letzten, die ich vor meiner Pause in den Händen hielt und diese Woche durfte ich sie endlich genießen.

51k8TP6oriL._SX319_BO1,204,203,200_Zärtliche Klagen von Yoko Ogawa… Tief verletzt durch die Untreue ihres Mannes, flieht Ruriko aus Tokio und zieht sich in ein einsam gelegenes Landhaus zurück. Sie arbeitet als Kalligrafin und will dort Ruhe finden, um die Transkription der Lebenserinnerungen einer englischen Dame abzuschließen. Bald schon lernt sie ihre neuen Nachbarn kennen. Nitta war früher ein bekannter Pianist und widmet sich nun dem Bau von Cembalos. Dabei geht ihm eine junge Frau namens Kaoru zur Hand, die er als seine Assistentin vorstellt. Von ihr erfährt Ruriko, dass Nitta nicht mehr vermag, in der Gegenwart anderer Klavier zu spielen. Es ist, als wäre sein Herz zu Stein geworden und die Musik zur bloßen Erinnerung. Ruriko und Nitta fühlen sich zueinander hingezogen, und doch spürt die Kalligrafin, dass zwischen ihm und seiner Assistentin unsichtbare Bande bestehen, die stärker sind als das, was Nitta für sie empfindet.

9783550081125_coverGold Ruhm Zitrus von Claire Vaye Watkins… Niemand kann sagen, wann es das letzte Mal in Kalifornien geregnet hat. Das Land liegt unter einer gigantischen Dünenformation begraben, die Bewohner werden, teils mit Waffengewalt, teils durch undurchsichtige bürokratische Vorschriften davon abgehalten, in fruchtbarere Regionen zu ziehen. Die meisten haben sich mehr oder weniger freiwillig in Notlager begeben, einige wenige hausen in den Villen und Bungalows, die andere verlassen haben, und leben von Notrationen. Auch Luz und Ray gehören zu ihnen. Als das Schicksal ein zweijähriges Mädchen namens Ig in ihre Hände legt, ändert sich für sie alles. Luz, ehemaliges Model, will des Kindes wegen die Flucht nach Osten wagen, ihr Freund Ray, Kriegsveteran und Surfer, unterstützt sie trotz seiner Vorbehalte. Spätestens als sie in den Weiten der Amargosa-Wüste auf eine sektenartige Kommune und ihren charismatischen Anführer stoßen, wird klar, dass Gefahr nicht nur von der erbarmungslos brennenden Sonne ausgeht. Die gleißende Schönheit der Landschaftsbeschreibungen lässt in keiner Sekunde die tödliche Bedrohung vergessen, die über allem liegt.

Auf den Ohren…

Kurz vor meiner Zwangspause hatte ich mich mit Hörbüchern eingedeckt, und diese warten nun nur darauf von mir gelesen zu werden – nicht zu Schweigen von dem massigen audible Guthaben, das ich angehäuft habe. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welches ich zu erst hören soll.

51y5CwCneGL._SL300_Why have kids? von Jessica Valenti… In Why Have Kids?, Valenti explores these controversial questions through on-the-ground reporting, startling new research, and her own unique experiences as a mom. She moves beyond the black and white “mommy wars” over natural parenting, discipline, and work-life balance to explore a more nuanced reality: one filled with ambivalence, joy, guilt, and exhaustion. A must read for parents as well as those considering starting a family, Why Have Kids? is an explosive addition to the conversation about modern parenthood.

41drbZqDaAL._SL300_The Case Against Sugar von Gary Taubes… More than half a billion adults and 40 million children on the planet are obese. Diabetes is a worldwide epidemic. Evidence increasingly shows that these illnesses are linked to the other major Western diseases: hypertension, heart disease, even Alzheimer’s and cancer, and that shockingly, sugar is likely the single root cause. Yet the nutritional advice we receive from public health bodies is muddled, out of date, and frequently contradictory, and in many quarters still promotes the unproven hypothesis that fats are the greatest evil.With expert science and compelling storytelling, Gary Taubes investigates the history of nutritional science which, shaped by a handful of charismatic and misguided individuals, has for a hundred years denied the impact of sugar on our health. He exposes the powerful influence of the food industry which has lobbied for sugar’s ubiquity – the Sugar Association even today promoting ’sugar’s goodness‘ – and the extent that the industry has corrupted essential scientific research. He delves into the science of sugar, exposes conventional thinking that sugar is ‚empty calories‘ as a myth, and finds that its addictive pleasures are resulting in worldwide consumption as never experienced before, to devastating effect.

Neu im Regal…

Nach meiner langen Leseabstinenz konnte ich natürlich nicht anders als zu schauen, was ich über Frühjahr und Sommer so alles verpasst habe. Beim Ullstein Verlag habe ich angefangen und mich direkt in dessen „Ullstein fünf“ Imprint verliebt, wie frau an meinen Neuzugängen unschwer erkennen kann 😉

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Schwimmen von Sina Pousset… Milla und Jan kennen sich seit Kindertagen. In einem heißen Sommer fahren sie gemeinsam mit Jans Freundin Kristina ans Meer. Drei Tage lang schweben sie zwischen Angst, Liebe und Sehnsucht. Bis sich alles bei einem heftigen Gewitter katastrophal entlädt. Jan überlebt nicht. Vier Jahre später sind Milla und die kleine Emma an einem kalten Morgen durch die große Stadt unterwegs. Da findet Milla etwas, das sie an Jan erinnert und stellt sich endlich der Vergangenheit. Ein Roman voller zarter Melancholie und berührender Bilder, die einen nicht mehr loslassen.

9783961010042_coverDas Rauschen in unseren Köpfen von Svenja Gräfen… »Die Abende, die Nächte gehörten uns. Wir gingen nicht raus. Wir hatten hier alles, was wir brauchten, das heißt: uns. Wir hätten uns auch in einer Bar gehabt, im Kino, in einem Restaurant; aber eben nicht so, wir hätten uns teilen müssen mit einer ganzen Welt, die nach Aufmerksamkeit schrie.« Lene lebt mit ihrer besten Freundin in einer WG in einer großen Stadt, ihre liebevolle Familie und der Freundeskreis geben Halt. Als sie Hendrik begegnet, scheint ihr Glück perfekt. Sie plant eine gemeinsame Zukunft, doch Hendriks Vergangenheit schleicht sich in ihr Leben ein. Da ist seine zerrüttete Familie, sein bisweilen merkwürdiges Verhalten. Und Klara.

9783961010035_coverFuchsteufelsstill von Niah Finnik… Die siebenundzwanzigjährige Juli steht mitten im Leben – manchmal sogar ein bisschen zu sehr. Sie ist Autistin und jeder Tag bedeutet eine gewaltige Masse an Emotionen, die es zu meistern gilt. Als Juli nach einem missglückten Suizidversuch auf eine psychiatrische Station kommt, trifft sie dort auf die überschwänglich-herzliche Sophie und auf Philipp, der mal mehr und mal weniger er selbst, aber stets anziehend für Juli ist. Die drei nehmen Reißaus und verbringen ein gemeinsames Wochenende, nachdem nichts mehr so ist wie zuvor.

Nur zu Besuch…

Nach so langer Zeit platzt mein WordPress Reader aus allen Nähten. Zum Glück kann ich mich bei meiner Auswahl interessanter Links auf die letzte Woche beschränken. Doch bei einer Unmenge an liebevoll gestalteten Beiträgen von so vielen engagierten Bloggerinnen, fällt mir die Entscheidung trotzdem schwer.

Mitte nächster Woche ist es so weit, Blogger aus ganz Deutschland strömen nach Frankfurt auf der Suche nach Rezensionsexemplaren, Autoreninterviews oder auch nur einem netten Plausch mit dem Pressekontakt vom Lieblingsverlag, den frau bisher nur aus Emails kennt. Wer zum ersten Mal dabei ist, dem greift Buchnotizen, die kürzlich erst ihr Rosenjubiläum gefeiert hat, mit einer Checkliste unter die Arme – damit sich selbst die Buchmessen-Frischlinge wie alte Hasen fühlen können.

Wer am letzten Oktoberwochenende noch nichts vorhat, den lädt die kürzlich generalüberholte Wörterkatze zum Lesemarathon ein. Wenn sich kurzfristig nichts anderes ergibt, werde ich sicher auch mit von der Partie sein.

Fernweh machten mir diese Woche Phantasienreisen, die in meine ehemalige Heimat Großbritannien reiste und mir nun von ihren bibliophilen Fischzügen und dem englischen Essen vorschwärmt. Während es Binge Reading & More auf ihrer Parisreise vor allem um das mitgebrachte Lesefutter geht. Vom Fernweh gepackt, aber kein Geld zum Verreisen? Kein Problem mit dem Tramping Guide von Pollenleben.

Woran erkennt frau eigentlich einen österreichischen Autor? Wer sich das schon mal gefragt hat, findet beim Bücherwurmloch eine humorige Liste, die einem in Zukunft bei der Identifikation derselben zur Hand gehen kann. Und selbst wenn nicht, dann brachte sie mich, als deutsche Leserin wenigstens ein bisschen zum Lachen – und das ist ja auch was wert.

Genug geplaudert, meine liebe Leserin. Ich verabschiede mich nun fürs Erste in den Sonntag und wünsche Dir noch viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

(#01/2016) Aller guten Sachbücher sind 3…!

Vor einem Jahr habe ich Sachbücher im Hörformat für mich entdeckt und bin seitdem ein wahrer Wissensjunkie geworden, meine Lieblingsthemen sind Feminismus, Ernährung und (außergewöhnliche) persönliche Erfahrungen. Einen Themenbereich kann ich mit diesem Rezensionstrio schon mal abdecken, und zwar durch „My year of living danishly“.  Abgesehen davon könnte die Auswahl nicht vielfältiger sein, es geht um die skandinavische Lebensart, um das sechste große Artensterben und um Kindererziehung in Theorie und Praxis.

Für Skandinavienfans…

51SCCk7fxAL._SX319_BO1,204,203,200_My year of living danishly von Helen Russell… Denmark is officially the happiest nation on Earth. When Helen Russell is forced to move to rural Jutland, can she discover the secrets of their happiness? Or will the long, dark winters and pickled herring take their toll? A Year of Living Danishly looks at where the Danes get it right, where they get it wrong, and how we might just benefit from living a little more Danishly ourselves.

Als Norddeutsche habe ich schon alleine durch die geografische Nähe zur Grenze einen guten Eindruck von der dänischen Kultur bekommen. In Städten wie Flensburg, Schleswig oder auch Eckernförde und Umkreis gibt es dänische Schulen, eine dänische Bibliothek und da ein Großteil der Einwohner zweisprachig aufgewachsen ist kann man auch im Alltag immer wieder Dänisch hören. Ich bin insofern also kein völlig unbeschriebenes Blatt, wie es die Autorin von „My year of living danishly“ ist. Diese kommt aus Großbritannien und lebt am Anfang des Buchs mit ihrem Mann in London, wo sie beide sowohl psychisch als auch körperlich unter dem enormen Karrieredruck leiden. Dann jedoch ergattert Helen Russels Mann eine Stelle beim dänischen Konzern Lego und kurzerhand zieht das paar ins ländliche Jytland – die Landzunge gleich hinter der deutschen Grenze.

Was ich an diesem Buch so schätze ist nicht nur der britische Humor, mit dem die Autorin ihre Erfahrungen spikt, sondern auch die Unbedarftheit mit der sie sich in die dänische Lebensart hinein fallen lässt. Ob es nun um Inneneinrichtung, Freizeitgestaltung oder Kindererziehung geht, bei den Dänen ist alles sehr homogen und straff durchorganisiert. Mir persönlich wäre das zwar ein Graus, aber Helen Dunmore betont in ihrem Buch vor allem die angenehmen Seiten einer Gesellschaft in der sich die einzelnen Mitglieder zwar nicht sonderlich voneinander unterscheiden, sich aber auch gegenseitig vertrauen können – so sehr dass dänische Mütter ihre Kinderwagen samt Baby vor dem Restaurant oder Café stehen lassen, wenn sie essen gehen. Insgesamt ist „My year of living danishly“ also ist ein ganz besonderer Leckerbissen für jeden Skandinavienfan, randvoll mit Infos zur dänischen Kultur, Bevölkerung und Gesellschaftsstruktur.

Am besten kombiniert mit…

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Für Umweltbewusste…

416bF6-uEkL._SX313_BO1,204,203,200_Das sechste Sterben: Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt von Elizabeth Kolbert… Wir erleben derzeit das sechste sogenannte Massenaussterbeereignis: In einem relativ kurzen Zeitraum verschwinden ungewöhnlich viele Arten. Experten gehen davon aus, dass es das verheerendste sein wird, seit vor etwa 65 Millionen Jahren ein Asteroid auf der Erde einschlug, mit den bekannten Folgen für die Dinosaurier. Doch dieses Mal kommt die Bedrohung nicht aus dem All, sondern wir tragen die Verantwortung. Wie keine andere Gattung zuvor haben wir Menschen das Leben auf der Erde verändert. Elizabeth Kolbert spricht mit Geologen, die verschwundene Ozeane erforschen, begleitet Botaniker, die der Waldgrenze in den Anden folgen, und begibt sich gemeinsam mit Tierschützern auf die Suche nach den letzten Exemplaren gefährdeter Arten. Sie zeigt, wie ernst die Lage ist, und macht uns zu unmittelbaren Zeugen der dramatischen Ereignisse auf unserem Planeten.

„Das 6. Sterben“ fängt damit an, dass die Autorin ihrer Leserin gehörig Honig um den (Damen)bart schmiert. Der Prolog erzählt nämlich eine kurze Geschichte von der evolutionär erfolgreichsten Säugetierart, dem Menschen. Mit unserem Erfindungsreichtum, unserer Neugier, unserer Bereitschaft zu Kooperation, aber auch mit einer Aggressivität die ihresgleichen sucht, haben wir uns durchgesetzt und jede Spezies mit der wir in unserer Migrationsgeschichte von Afrika nach Europa und weiter nach Asien, von Europa nach Amerika und Australien, in Kontakt gekommen sind, ja wie wir sogar die Natur unterjocht haben. Dieses Joch verwandelte sich mit der Zeit jedoch in ein Damokles Schwert, welches die Herrschaft der Spezies Mensch über diese Erde zunehmend bedroht. In den folgenden Kapiteln vermittelt Elizabeth Kolbert der Leserin über diverse Beispiele einen Eindruck davon, wie es um uns, unseren Lebensraum und die Arten mit den wir ihn (noch) teilen, steht. Ohne hier die Erkenntnisse aus dem Buch vorweg zu nehmen; es sieht alles andere als rosig aus.

Eines muss man der Autorin dabei lassen, sie nimmt ihre Nachforschungen ernst, reist in ferne Länder und an entlegene Orte, spricht mit Wissenschaftlern, Naturforschern und ihren teils ehrenamtlichen Helfern. Insofern kann man die düstere Zukunftsvision, welche in „Das 6. Sterben“ herauf beschworen wird, durchaus ernst nehmen, oft ist Elizabeth Kolbert in ihren Vorhersagen sogar eher konservativ. Trotzdem überfällt mich als Leserin das kalte Grausen, wenn ich hier lese, was noch so alles auf uns Menschen zu kommt, wenn wir es nicht schaffen in Einklang mit unserer Umwelt zu leben. Das alleine schon, macht dieses Buch spannend wie ein Krimi, auch wenn es sich hierbei eigentlich um Wissenschaftsjournalismus handelt. Wer sich, wie ich, nicht gerade brennend für tropische Froscharten oder nordamerikanische Fledermäuse interessiert, dürfte das Buch ab und zu etwas trocken finden. Insgesamt ist „Das 6. Sterben“ thematisch trotzdem ein lesenswertes, und vor allem auch ein überaus wichtiges Buch.

Am besten kombiniert mit…

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Für Familienplaner…

41ixZEKkxsL._SX311_BO1,204,203,200_Himmel und Hölle: Das Dilemma moderner Elternschaft von Jennifer Senior… Die Journalistin und Anthropologin Jennifer Senior beschäftigt sich seit Jahren damit, wie Kinder das Leben ihrer Eltern auf den Kopf stellen. Für den New- York-Times-Bestseller Himmel und Hölle hat sie Familien besucht, Experten interviewt und zahlreiche Studien aus den unterschiedlichsten Bereichen zurate gezogen. Sie geht fundiert der Frage nach, wie sich das Verständnis von Familie im Laufe der Geschichte verändert hat und mit welchen neuen Herausforderungen heutige Eltern konfrontiert sind. Entstanden ist ein aufwühlendes Buch, das das Elternsein schonungslos analysiert und alle Aspekte dieser lebensverändernden Erfahrung ungeschminkt beleuchtet.

Ich habe zwar selbst keine Kinder, weiß aber spätestens seit Pamela Druckermans französischem Erziehungsratgeber, dass ein Buch über Kindererziehung auch für kinderlose Leserinnen überaus unterhaltsam sein kann. Während sich das Buch von Pamela Druckerman (siehe unten) auf das Wie des Erziehungsvorgangs konzentriert, geht Jennifer Senior dem Warum auf den Grund – warum erziehen wir unsere Kinder anders als frühere Generationen, woher kommen all die neuen Erkenntnisse zum Thema Kindererziehung und was taugen Erziehungstrends wie z.B. „Schlaftraining“ oder das „Familienbett“ wirklich?!

Sie tut dies anhand von Fallbeispielen, zum Beispiel einer jungen Mutter, die Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen versucht indem sie von zu Hause arbeitet, was allerdings nicht immer so klappen will, wie sie es sich erhofft hatte. Oder eine asiatisch stämmige Mutter, die jeden Tag zwei Stunden Fahrt auf sich nimmt, damit ihr Spross zum Sport kann. Die Helikopter-Eltern und die Tiger-Mom werden von Jennifer Senior besonders aufs Korn genommen und als Erfindung der heutigen Elterngeneration entlarvt, die hofft alles im Leben ihrer Kinder kontrollieren zu können, und sie so vor jeglichem Übel, Persönlichkeitsstörungen und dem akademischen Hintertreffen beschützen zu können. Hier in Deutschland sind wir noch nicht so weit, doch der Trend geht dahin allzeit für den Nachwuchs zur Verfügung zu stehen – laut Jennifer Senior eine besorgniserregende Entwicklung.

Am besten kombiniert mit…

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(#01/2016) Aller guten Bücher sind 3…!

Aufgrund meines Gesundheitszustandes habe ich beschlossen mein Rezensionspensum etwas einzudämmen und werde von nun an nicht mehr jedes gelesene Buch in einem eigenen Beitrag rezensieren. Dies ist also die erste Sammelrezension, nicht allzu viele Bücher – ich will hier schließlich niemanden mit Leseempfehlungen erschlagen – aber gerade genug damit für (fast) jeden etwas dabei sein dürfte. Dieses Mal geht es um verliebte Studentinnen mit psychischen Problemen, um alte Geschichten, die aufgrund tragischer Umstände wieder aufgewärmt werden und um nordenglische Kommunen, bzw. die Finanzkrise.

Für Experimentierfreudige:

41LRdHe3acL._SX309_BO1,204,203,200_„Traumpaar, nackt“ von Melanie Arns… Kati ist zufrieden. Und Kati lässt sich nicht gerne reinreden in ihre Zufriedenheit. Schließlich ist sie jetzt von zu Hause ausgezogen, da kann doch das Leben nur besser werden. Außerdem ist Kati ein ganz normaler Mensch. Sie hat Sex, eine nervige Mitbewohnerin und eine beste Freundin. Und wer hätte gedacht, dass es so einfach ist, den Mann fürs Leben zu finden! Doch bald wird Davids Nähe zur unerträglichen Bedrohung, sein Verständnis zum Eingriff in eine heile Welt. Kati kann nicht zulassen, dass jemand ihre leidvolle Vergangenheit durchschaut. Und muss obendrein mit ansehen, wie David sich kurzerhand an ihre beste Freundin heranmacht. Kati wehrt sich, mit Sarkasmus, Zynismus, Pathos, aggressivem Witz, aber unter diesem glatten Sieg in Worten brodelt es: Zurückgedrängtes meldet sich wieder, Todesphantasien steigen auf, und die Einsamkeit.

Die Geschichte der neurotischen Kati und ihrer beinahe Liebe zu ihrem Studienkollegen David ist im Grunde nichts besonderes. Kati lebt wie viele ihrer Kommilitonen in einer WG, kann ihre Mitbewohnerin, die perfekte Frau mit dem perfekten Körper und dem perfekten Leben, aber nicht so wirklich leiden und wünscht sich doch ebenfalls so durchs Leben zu schweben, statt ständig überall anzuecken oder sich zumindest so zu fühlen, als ob sie nirgendwo wirklich hingehört. Ihr Studium läuft nebenbei, wird kaum erwähnt, Melanie Arns konzentriert sich auf das Innenleben ihrer Hauptfiguren, nicht auf deren Terminplan.

Insgesamt ist „Traumpaar, nackt“ meiner Meinung nach mehr als nur eine Lektüre wert, vorausgesetzt man verträgt das Gift, das Melanie Arns ihren Leserinnen Tropfen für Tropfen einflößt. Bei all der stilistischen Experimentierfreude versäumt es die Autorin zwar handlungstechnisch in die Tiefe zu gehen, doch presst sie aus diesen 100+ Seiten auch noch den letzten Blutstropfen heraus und lässt mich als Leserin so im Grunde nichts vermissen. Gegen Ende ein Kompromiss, wo ich mir Konsequenz erhofft hätte – an dieser Stelle mehr zu verraten würde dem Text jedoch die Spannung rauben. Also nur so viel, „Traumpaar, nackt“ ist eine literarische Tour de Force von deren Autorin ich mir im weiteren noch einiges erhoffe.

Am besten kombiniert mit…

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Für Geheimniskrämer:

35431005z„Grüne Witwe“ von Monika Goetsch… Als Anna vom Tod ihres Bruders erfährt, kehrt sie dahin zurück, wo das Ende seinen Anfang nahm. Am Baggersee haben sie und ihr Bruder in einer Clique den Sommer verbracht. Zu sechst baden sie, trinken Grüne Witwe und träumen davon, nach Amerika auszuwandern. Nur einen wollen sie nicht mitnehmen – Frank, den Loser. Eines Nachts findet der Sommer ein brutales Ende, das die Weichen neu stellt. Anna wird zum Studium in die Stadt ziehen, während ihr Bruder sich mit zweifelhaften Projekten über Wasser zu halten versucht. Doch der Vergangenheit entkommt keiner.

Die Geschichte der trauernden Anna auf dem Campingplatz ihrer Kindheit fängt ganz leise an, ist fast schon ein bisschen verträumt. Diese Leserin hat nicht einmal den Hauch einer Ahnung davon, was sie zwischen den Seiten noch alles erwarten wird und das macht die „Grüne Witwe“ zu einem ganz besonders schmackhaften Leseerlebnis. Es geht um Familie, um die manchmal so komplizierte Beziehung zwischen Geschwistern, um Eifersüchteleien und den Moment des Erwachsenwerdens. Monika Goetsch flößt mir „Grüne Witwe“ ein bis die Grenzen zwischen den Genres verschwimmen. Zusammen mit Hauptfigur Anna lasse ich mich im Baggersee treiben, als wären die letzten 10+ Jahre nicht gewesen, als wäre die Clique noch zusammen, entfachte illegale Lagerfeuer am Ufer und verschwendete ihre Jugend.

Insgesamt ist es schwer über die „Grüne Witwe“ zu schreiben, ohne aus Versehen zu viel zu verraten. Eines lässt sich jedoch sagen, trotz des Schattens, der über der Geschichte und den Figuren liegt, ist es ein eher stiller Roman. Viele Seiten vergehen mit der Introspektive der Hauptfigur, mit faulen Tagen und alten Bekannten. Erzählt wird die eigentliche Geschichte des Romans nur in der Rückblende, Stück für Stück, Szene für Szene, setzt Monika Goetsch das Puzzle des letzten Sommers der Baggersee Clique zusammen. Ich habe sie nur zu gerne dabei beobachtet, bin aber auch nicht immer in der Stimmung für einen so untertriebenen Roman, dessen Schönheit in seinen Momentaufnahmen liegt, über die man seine Geschichte fast schon vergessen könnte.

Am besten kombiniert mit…

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Für Weltverbesserer:

51f5rpnA3sL._SX320_BO1,204,203,200_„Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere“ von Marina Lewycka… Niemand würde Serge und Clara ohne weiteres für Geschwister halten. Sie haben kaum Gemeinsamkeiten, doch die zusammen durchlittene Kindheit in einer Hippiekommune im Norden Englands – Batiktücher, Gemüseanbau, freie Liebe – hat sie für immer zusammengeschweißt. Jetzt kommen ihre Eltern, Marcus und Doro, auf den glorreichen Gedanken, nach Jahrzehnten des unehelichen Zusammenlebens nun doch noch zu heiraten. Nicht zuletzt wegen Oolie-Anna, der jüngsten Tochter mit Down-Syndrom. Ein Wirbel skurriler Ereignisse ist die Folge. Und Serge hat ein Geheimnis, das die weltverbessernde Familie nie erfahren darf: Er hat seine Promotion in Cambridge geschmissen und will in London als Investmentbanker das ganz große Geld machen. Doch die Welt der Banken gerät ins Wanken.

Marina Lewyckas Romane machen gute Laune, ob sie nun von Erdbeerpflückern schreibt oder von Großvätern, die sich auf ihre alten Tage noch eine junge Frau gönnen oder eben von einer gealterten Hippiekommune und deren Kindern. In ihrem neuen Roman geht es um die rigiden Klassenstrukturen der britischen Gesellschaft, um Idealisten, die dagegen demonstrieren, solche die sich mutwillig darüber hinweg setzen und wieder andere, die nach harter Arbeit erkennen müssen, dass das Elternhaus oft eben doch fest schreibt, wo wir im Leben enden, ob nun an der Uni oder in der Schlange beim Arbeitsamt. Sie teilt ihre Geschichte in Vergangenheit und Gegenwart, in Eltern- und Kindergeneration, erzählt in Rückblenden die Geschichte der Kommune, größtenteils erzählt sie aber das, was aus deren Mitgliedern geworden ist.

Die Geschichte selbst spielt kurz vor der (britischen) Finanzkrise und während die Eltern gegen die Macht des Geldes demonstrieren indem sie trotz Hochschulabschluss bescheiden im englischen Nordwesten leben, zocken sich die Kinder derweil im Londoner Finanzdistrikt um Kopf und Kragen. Das gibt der Erzählung ein bisschen Spannung, die sie mühelos über etwaige Längen trägt. Die Figuren selbst sind herrlich verschroben, wie ich es als Leserin von Marina Lewyckas Romanen schon kenne, einen osteuropäisch inspirierten Subplot gibt es dieses Mal aber nur in Ansätzen. Trotzdem trifft die Geschichte mit ihrer Mischung aus Gesellschaftskritik und Humor meiner Meinung nach genau den richtigen Ton; sie ist weder zu ernst noch zu albern – wenn Du mich fragst ist dieses Buch die perfekte Urlaubslektüre.

Am besten kombiniert mit…

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