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(Neuerscheinung) Vom Untertauchen und Verschwinden, und dem, was übrig bleibt…

Auf diesen Roman bekam ich spontan Lust, als ich ihn im Twitterfeed einer Bloggerkollegin sah. Zunächst beneidete ich sie um ihre Lektüre, dann ging mir auf – das Buch hast du doch selbst im Regal; und schon hatte ich es mir geschnappt und bin für zwei Tage ganz und gar darin abgetaucht. Jetzt allerdings hole ich endlich Atem…

9783961010073_coverMilla und Jan kennen sich seit Kindertagen. In einem heißen Sommer fahren sie gemeinsam mit Jans Freundin Kristina ans Meer. Drei Tage lang schweben sie zwischen Angst, Liebe und Sehnsucht. Bis sich alles bei einem heftigen Gewitter katastrophal entlädt. Jan überlebt nicht. Vier Jahre später sind Milla und die kleine Emma an einem kalten Morgen durch die große Stadt unterwegs. Da findet Milla etwas, das sie an Jan erinnert und stellt sich endlich der Vergangenheit.

Während ich lese, läuft im Hintergrund die Spotify Playlist „Maximale Konzentration“ und die Melancholie der Klavierakkorde, verbunden mit der zeitweisen Schwermütigkeit des Textes führt fast dazu, dass mir während der Lektüre Tränen die Wangen hinunter laufen. Letztlich kann ich mich dann doch zusammen reißen und meine Anteilnahme an den Problemen der Hauptfigur auf ein für mich als Leserin angenehmeres Niveau herunter schrauben. Meine für mich persönlich ganz untypische emotionale Verbundenheit mit dem Text bleibt jedoch über die Dauer der Lektüre bestehen. Sie fügt meinem Leseerlebnis eine Dimension hinzu, die ich im Nachhinein nicht missen möchte und in meiner Folgelektüre „Das Rauschen in unseren Köpfen“ zu wiederholen versuche, was mir aber leider nicht in dieser Weise gelingt.

Die Geschichte von Milla, ihrem besten Freund Jan und dessen Freundin Kristina nimmt nur langsam Fahrt auf. Ich werde zunächst einmal Zeugin von Alltagsverrichtungen, die für den weiteren Verlauf der Handlung konsequenzlos scheinen, gleichzeitig aber auch schon am Anfang der Geschichte einige Fragen aufwerfen, mit deren Beantwortung sich die Autorin Zeit lässt. Kein Problem, Frau Pousset, ich habe Zeit mitgebracht und bin nicht ungeduldig – der Weg ist das Ziel, oder so ähnlich. Also übe ich mich in Achtsamkeit und schaue der Handlung dabei zu, wie sie sich Stück für Stück entfaltet, wie ein sich herbstlich entlaubender Baum; und denke mir dabei, dass „Schwimmen“ vom Ton her und trotz der im französischen Sommer verorteten Rückblenden, im Grunde das perfekte Buch für diese nass-kalte Übergangszeit ist. Denn während ich es lese fühle auch ich mich irgendwie nass-kalt und klamm, natürlich vor allem innerlich, sitze ich doch in der warmen Stube, mit meinem Buch auf dem Schoß und dem Dampf heißen Tees im Gesicht.

Die verkappte Dreiecksgeschichte zwischen Milla, Jan und Kristina wird in Rückblenden erzählt, die wie Blitzeinschläge in schwärzester Nacht die Handlung teilen, oft ganz abrupt. Shakespearsche Dramen spielen sich ab in Millas Kopf, während sie Jan und Kristina dabei zuhört, wie sie im Ferienhaus ankommen, das sich die drei über den Sommer teilen werden. Auch nach Monaten in denen die beiden eher sporadisch Kontakt hatten, lässt Milla alles stehen und liegen, lässt ihre Pariser Freunde und Kommilitonen zurück, sobald Jan anruft. Nur sind sie diesen Sommer eben nicht alleine und Milla stört dies letztlich doch um einiges mehr als sie anfangs von sich dachte. Als Leserin denke ich, da haben sich zwei verpasst, wie schade. Dann wiederum denke ich, warum müssen aus Jugendfreunden eigentlich immer Liebesbeziehungen werden, besonders in Debütromanen?!

Als die Drei nach einem Tag am Strand, anschließender rasanter Wetterflucht und Millas dramatischem Sturz vom Fahrrad, auf dem Weg zurück zum Ferienhaus, dann vollkommen unerwartet und uneingeleitet zusammen unter der Dusche landen, bekomme ich als Leserin den Eindruck meine Generation, zu der auch die Autorin Sina Pousset gehört, hat zu viele Pornos geschaut. Alles an dieser Szene schreit Männerfantasie, auch wenn sie zunächst lediglich die zwei jungen Frauen einschließt – doch der Männerblick kommt für die meisten von uns Frauen jenseits der Pubertät schließlich auch von innen. Gleichzeitig fühle ich mich an das französische arthouse Kino der frühen 00er Jahre erinnert; nur dass die Franzosen es irgendwie besser hinkriegen, wie beiläufig die Taboos brechen, die für meine Lesergeneration schon lange keine mehr sind.

Eine ganz andere Art Dreiecksgeschichte, weniger Drei-X Geschichte und mehr Patchwork-Familie wider Willen oder zumindest wider Erwarten, ist die Beziehung zwischen Milla, ihrem Ziehkind Emma und der am Leben und an sich selbst leidenden Kristina. Diese scheint nach allem, was in diesem alles verändernden und alles in Frage stellenden französischen Sommer passiert ist, ihre anfängliche Freigeistigkeit eingebüßt zu haben. Sichtlich verzweifelt klammern sich die beiden Frauen aneinander und versuchen der Willkür des Schicksals einen Sinn zu geben. Dass Sina Poussett all diese Trauerarbeit erst vier Jahre nach dem eigentlichen Trauerfall geschehen lässt, finde ich im Nachhinein etwas unglücklich komponiert. Während der Lektüre allerdings war ich zu beschäftigt mit dem hin und her zwischen Vergangenheit und Gegenwart, um inne zu halten, meinen Rezensentinnen-Hut aufzusetzen und kritisch zu reflektieren.

Während die Binnenerzählung um Jan eine Unmenge an erzählerischem und gedanklichem Raum einnimmt, kommt die, aus der Tragödie erwachsene, Frauenfreundschaft zwischen den ehemaligen Rivalinnen Milla und Kristina meiner Meinung nach etwas zu kurz; scheint wenig mehr als ein nachträglicher Gedanke. Auch Jahre nach seinem abrupten wie unerklärten Verschwinden aus dem Leben der beiden Frauen, ist Jan der Dreh- und Angelpunkt ihres Erlebens und Fühlens. Seine Erinnerung nimmt den Raum von zwei Figuren ein, nimmt Milla und Kristina den Raum zum Atmen. Sein Echo bestimmt ihren Alltag, der im Grunde nur aus Warten zu bestehen scheint. Milla wartet darauf, dass Kristina sich endlich berappelt und Verantwortung übernimmt. Kristina wartet darauf, dass die Erinnerung, dass das Wachsein, das sich bewusst werden, weniger schmerzt. Ich warte darauf, dass Sina Pousset mir endlich die ganze Geschichte erzählt, und dass die heimliche Hauptfigur Jan die beiden Frauen schließlich gehen lässt in eine Zukunft, in der er nicht mehr wie eine Wolke alle lichten Momente verdunkelt.

Sina Pousset spielt mit emotionalen Zuständen, sowohl denen der Figuren als auch denen dieser Leserin, wie der Mond mit den Gezeiten oder eine satte Katze mit einer Maus. Sie zieht mich in die Geschichte, lässt mich den Figuren ganz nahe kommen, nur um mich in dem Moment in dem ich glaube sie zu kennen, vor den Kopf zu stoßen. Sie stürzt ebendiese Figuren in einen Abgrund der Trauer, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Wie bloß soll es weitergehen mit den beiden jungen Frauen, frage ich mich voller Mitleid. Sina Poussett beschreibt in ihrem Debütroman „Schwimmen“ die Stille nach dem Schuss. Mir pfeifen die Ohren, während die Figuren noch damit beschäftigt sind sich gegenseitig nach Wunden abzusuchen. Diese Wundensuche fördert unangenehmes zu Tage; „Schwimmen“ ist kein Wohlfühlroman, aber am Ende (der Lektüre) geht das Leben trotzdem weiter, irgendwie.

Schwimmen – Sina Pousset – ISBN 978.3.961.01007.3

Für Leserinnen, die…

  • …an alten Lasten schwer zu tragen haben.
  • …Verantwortung übernehmen, für diejenigen, die sie lieben.
  • …neugierig sind auf die junge deutsche Gegenwartsliteratur.

Literarische Nachbarinnen…

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(Neuerscheinung) Der Rausch der ersten Liebe, und das böse Erwachen am nüchternen Morgen…

Junge deutsche Literatur interessiert mich eigentlich immer, das Debüt der Berliner Autorin Svenja Gräfen ist da natürlich keine Ausnahme. Mittlerweile sind die Autorinnen, deren Geschichten in diese Kategorie fallen in meinem Alter, was meine emotionale Nähe zum Text natürlich nur vergrößert. Svenja Gräfen hätte in meine Abi-klasse gehen können, und so begrüße ich sie und ihr Debüt dem Anlass angemessen überschwänglich in meinem eigenen Zimmer…

9783961010042_coverLene lebt mit ihrer besten Freundin in einer WG in einer großen Stadt, ihre liebevolle Familie und der Freundeskreis geben Halt. Als sie Hendrik begegnet, scheint ihr Glück perfekt. Sie plant eine gemeinsame Zukunft, doch Hendriks Vergangenheit schleicht sich in ihr Leben ein. Da ist seine zerrüttete Familie, sein bisweilen merkwürdiges Verhalten. Und Klara.

Ich habe das Gefühl „Das Rauschen in unseren Köpfen“ schon einmal gelesen zu haben, was natürlich Quatsch ist, schließlich ist es in diesem Jahr zum ersten Mal erschienen. Doch diese zunächst euphorische, dann melancholische Geschichte einer Großstadtliebe kommt mir bekannt vor – nicht aus persönlicher Erfahrung zwar, aber aus meiner bisherigen Lektüre. „Das Rauschen in unseren Köpfen“ ist insofern ein typisches Debüt einer jungen, kosmopolitischen Akademikerin, was nicht unbedingt schlecht sein muss. Die Deja-Vu Wirkung, die der Text auf mich hat, macht es mir leicht mich einzulesen und fungiert letztlich auch als Identifikationshilfe zwischen mir und der Erzählerin/Hauptfigur – und das obwohl wir im Grunde so gar nichts gemeinsam haben.

Das erste bewusste Aufeinandertreffen der Hauptfiguren, dieser Moment im Leben und Lieben, der das Potenzial hat alles für immer zu verändern, wenn auch nur für ein paar kostbare Momente, bzw. Monate; bei Svenja Gräfen wirkt dieser Augenblick wie Schicksal, vorherbestimmt und unvermeidlich. Als Leserin kriege ich den Eindruck, dass Lene und Hendrik in der Millionenstadt Berlin noch so oft aufeinander treffen werden, wie nötig, um sie aufeinander aufmerksam zu machen. Ihre Liebe ist unaufhaltsam, oder so kommt es der Erzählerin zumindest vor. Kaum haben sich die beiden in der Menge entdeckt, können sie einander nicht mehr gehen lassen. Das Paar verbringt gleich den ganzen Rest des Tages miteinander, und ich denke mir, da haben sich zwei gefunden. Diese anfängliche Leichtigkeit, welche die Romanze der beiden kennzeichnet, wirkt auf mich wie ein meet-cute à la Hollywood. Insofern kann das ganze ja nur schief gehen, aber an diesem Punkt in der Lektüre weiß ich das natürlich noch nicht, ich ahne es nur.

Hendrik ist charmant und Lene ist aufgeschlossen und kontaktfreudig, alles Eigenschaften von denen diese Leserin später erfährt, dass sie der Euphorie des Augenblicks geschuldet sind; vielleicht nicht direkt aufgesetzt, aber doch nicht unbedingt Teil des alltäglichen Persönlichkeitsrepertoires der Hauptfiguren. Bald schon kriechen beide zurück in ihr Schneckenhaus, das sie sich anfänglich noch teilen. Kurioserweise fängt es zwischen den beiden gerade dann an zu bröckeln, als sie sich dafür entschließen den nächsten Schritt zu tun. Als Leserin kann ich die Katastrophe schon ahnen und wäre Lene meine Mitbewohnerin würde ich sie zur Seite nehmen, um sie ein klein wenig zu schütteln. Denn Hendrik ist zwar ein richtig netter, aber… und in diesem Moment wird mir bewusst nicht wirklich Teil der Geschichte zu sein. Also schaue ich Lenes bester Freundin einfach dabei zu, wie sie ihr Zimmer in der gemeinsamen Wohnung räumt, und beiße mir auf die Zunge.

Auf den ersten Blick könnte frau meinen in „Das Rauschen in unseren Köpfen“ gehe es lediglich um die erste halbwegs erwachsene Liebe. Einen Fuß in der wilden Jugend, die um jeden Preis verschwendet werden will, den anderen im Alltagstrott, mit seinen Verpflichtungen, Mietverträgen, Daueraufträgen und Abschlussarbeiten. Ich allerdings meine etwas versteckt noch eine andere Dimension zwischen den Seiten der Geschichte zu entdecken. Svenja Gräfen feiert nämlich nicht nur eine neue Liebe, sie trauert auch um alte Freundschaften, welche dieser zum Opfer fallen. Am liebsten möchte Hauptfigur Lene ihre beste Freundin zurückhalten, sie an sich ziehen und festhalten; eigentlich gehen ihr diese einschneidenden Veränderungen viel zu schnell. Doch sie lässt den Moment in dem sie etwas hätte sagen können, hätte sich offenbaren können, verstreichen und schaut sich selbst stattdessen dabei zu, wie sie sich von ihrer Freundin entfremdet.

Insofern sind sich Lene und Hendrik eigentlich sehr ähnlich. Denn auch Hendrik hält im entscheidenden Moment nicht an seiner Jugendliebe Klara fest, wirft seine Familie, ja sogar sein Leben in Hamburg einfach weg, als wäre es nichts. Wenn ich mir die Figuren in „Das Rauschen in unseren Köpfen“ so anschaue, frage ich mich manchmal, ob Depressionen nicht vielleicht doch ansteckend sind. In Svenja Gräfens Debütroman scheinen sie von einem zum anderen zu springen; von Hendriks Vater zu Hendrik, von Hendrik zu Klara, von Klara wieder zu Hendrik und von Hendrik schließlich zu Lene, die sich insgeheim wünscht eine schwere Kindheit gehabt zu haben, damit sie ihrem Freund und seinen Dämonen näher ist, die Seelenqualen, die er auszustehen scheint besser verstehen, ja sogar nachempfinden kann.

Svenja Gräfen backt die Geschichte von Hendrik und Lene wie einen gut bestückten Nusskuchen, immer wieder beiße ich als Leserin auf uneingeleitete Rückblenden, die mir von der Kindheit, Jugend und den ersten Jahren des Erwachsenenlebens der beiden Protagonisten erzählen, beiße mir daran manchmal schier die Zähne aus – unwillkommen ist dies nicht, schließlich bin ich voller Ungeduld und Tatendrang die Erzählerin und ihre erste große Liebe näher kennen zu lernen, nur überraschend eben. Svenja Gräfen schubst mich ins kalte Wasser der Erinnerung und ich brauche ein paar Momente bis ich das Tageslicht durch die Oberfläche brechen sehe. So erfahre ich irgendwann auch wer die ominöse Klara aus dem etwas nebulös formulierten Klappentext ist. Ganz so viel Einfluss auf den Verlauf der Handlung, wie ich anfangs befürchtete, hat sie dann allerdings doch nicht; Svenja Gräfens Eifersuchtsdramen spielen sich größtenteils im Kopf ihrer Figuren ab.

Letztlich ist „Das Rauschen in unseren Köpfen“ doch ein literarisches Unikat, das habe ich während der Lektüre gemerkt. Svenja Gräfen schreibt mit der ihr eigenen Untertriebenheit über Erlebnisse, die junge Liebende sich innerhalb von, und über Generationen hinweg teilen, und genau dort liegt die Überschneidung mit älteren Texten aus der jungen Berliner Literatur, die ich seit meinem Einzug ins eigene Zimmer gelesen habe. „Das Rauschen in unseren Köpfen“ ist ein Loving Of Age Roman für eine neue Generation von Leserinnen, die jedoch von den gleichen Erfahrungen geprägt wurden, von den gleichen Gefühlen beflügelt und gepiesackt werden, wie ihre älteren Schwestern. Insofern muss ich die literarischen Räume von Svenja Gräfen nicht substanziell umdekorieren, um mich dort wie zu Hause, bzw. angekommen und aufgehoben zu fühlen – Dir wird es sicher ebenfalls so gehen.

Das Rauschen in unseren Köpfen – Svenja Gräfen – ISBN 978.3.961.01004.2

Für Leserinnen, die…

  • …schon einmal unglücklich verliebt waren.
  • …alte Wunden haben, die bei zu viel Nähe zu nässen anfangen.
  • …kleine Dramen auf großer Bühne aufführen.

Literarische Nachbarinnen…

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(Feminismen) Eine Amerikanerin erklärt warum Feminismus wichtig ist…

Wer, wie ich, ein Faible für feministische Sachbücher hat, der kommt an der amerikanischen Bloggerin Jessica Valenti nicht vorbei. Die Gründerin der Internetplattform feministing.com hat es im letzten Jahr mit gleich drei Büchern in mein Regal geschafft, ein viertes steht zur Zeit auf meiner Wunschliste. Dieses hier ist übrigens das allererste, weitere werden sicher schon bald folgen…

61g4da32myl-_sx329_bo1204203200_Full Frontal Feminism is a book that embodies the forward-looking messages that author Jessica Valenti propagated as founder of the popular website, Feministing.com. Full Frontal Feminism is a smart and relatable guide to the issues that matter to today’s young women. The book covers a range of topics, including pop culture, health, reproductive rights, violence, education, relationships, and more.

Was „The Equality Illusion“ für die unbedarfte britische Leserin ist, das ist „Full Frontal Feminism“ für deren amerikanisches Pendant – ein Weckruf nämlich. Typisch amerikanisch darf der Feminismus diesmal sogar aufs Titelblatt und findet hoffentlich viel Zulauf; mir persönlich hat es jedenfalls gefallen. Denn auch wenn sich die Autorin auf die amerikanische Gesellschaft bezieht, hat mein Heimatland doch genug gemeinsam mit dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und wenn man Jessica Valenti Glauben schenken darf ebenfalls unbegrenzten Sexismus – um einen feministischen Kommentar dazu auch für deutsche Leserinnen interessant zu machen. Und interessant war es, wenn auch etwas oberflächlich, was ich allerdings darauf zurück führe, dass „Full Frontal Feminism“ als Einstiegsdroge konzipiert wurde; ich persönlich es aber ungefähr zwei Jahre nach meiner feministischen Erweckung gelesen habe.

Anders als das oben erwähnte „The Equality Illusion“, ist „Full Frontal Feminism“ ganz klassisch nach Themen aufgebaut, dazu gehören sowohl die ganz alltäglichen Herausforderungen an die moderne Frau, wenn es zum Beispiel darum geht sich innerlich gegen das destruktive Frauenbild, welches die amerikanischen Medien vermitteln, zu wappnen oder auch für frauengesundheitliche Grundversorgung, wie zum Beispiel Vorsorgeuntersuchungen und bezahlbare Verhütungsmittel, zu kämpfen. Es geht um die Entfremdung junger Frauen von ihren Körpern, um die „Raunch Culture“ (wer hierzu mehr erfahren möchte, dem empfehle ich Ariel Levys „Female Chauvinist Pigs“) und in der Konsequenz um die Rückeroberung des so heiß umkämpften weiblichen Körpers durch jede einzelne Frau, bzw. Leserin. In diesem Zusammenhang spricht Jessica Valenti natürlich auch über den dringend notwendigen Kampf gegen die epidemische sexuelle Gewalt, in Amerika und anderswo.

Feminismus ist trendy, besonders in der amerikanischen Populärkultur. Ob nun Beyoncé, Lena Dunham oder gar Taylor Swift, alle bekennen sich zum Feminismus, leben und agieren gleichzeitig aber weiter innerhalb der engen Grenzen der vom Patriarchat als akzeptabel definierten Weiblichkeit. In ihrem Buch „Full Frontal Feminism“ regt Jessica Valenti junge Leserinnen dazu an sich offen und selbstbewusst zum Feminismus zu bekennen, es aber gleichzeitig nicht dabei zu belassen. Denn auch heute noch braucht die Welt Frauen, die bereit sind aus ihren Zimmern, Hörsälen und den virtuellen Sphären des Internets zu treten und auf Worte Taten folgen zu lassen. Frauen, die mutig genug und bereit sind gesellschaftliche Regeln und Definitionen von Weiblichkeit zu brechen und so deren Überflüssigkeit innerhalb einer modernen, gleichberechtigten Gesellschaft zu verdeutlichen.

Dabei ist die feministische Erweckung junger Frauen die eine Sache, und Jessica Valenti macht diese Sache wirklich gut. Die Frau will ich sehen, die nach der Lektüre von „Full Frontal Feminism“ nach wie vor den in Amerika so beliebten Satz äußert: „Ich bin keine Feministin, aber…“ Was aber darüber hinaus unbedingt notwendig ist, ist ebenfalls die jungen Männer mit ins Boot zu holen und ihnen zu verdeutlichen, wie viel angenehmer das Leben auch für sie wird, wenn es ihren Müttern, Schwestern, Freundinnen und Töchtern besser geht; wenn diese selbstbewusst mit ihren Körpern umgehen können und wieder Vertrauen in das andere Geschlecht schöpfen können, erwachsen aus gegenseitigem Respekt. Denn solange die Mädels stolz rufen: „Wir sind Feministinnen!“ und die Jungs dagegen skandieren „Nein heißt Ja! Ja heißt anal!“ kommen wir als Gesellschaft leider keinen Schritt weiter. Diese Überbrückung der ansozialisierten Geschlechterdifferenzen jedoch gelingt Jessica Valenti nicht – vielleicht wird’s ja im nächsten Buch was werden.

Insgesamt ist „Full Frontal Feminism“ jedoch ein guter Einstieg ins Thema für junge Frauen, die im Grunde für die Gleichberechtigung der Geschlechter sind, sich aber noch nie so wirklich vor Augen geführt haben, wie man das denn nun am besten erreichen kann. Sie bezieht sich dabei wie gesagt auf Nordamerika, das meines Wissens nach einen anderen Sexismus praktiziert als Deutschland, der jedoch Überlappungen beider Unterdrückungssysteme durchaus zulässt. Insofern kann man aus den Beschreibungen Jessica Valentis trotzdem seine Lehren für das heimische System ziehen; besonders natürlich die, dass keine Frau sich scheuen sollte sich selbst als Feministin zu bezeichnen – ein Begriff der im Deutschland jenseits der EMMA über die Jahrzehnte leider sehr eingestaubt ist. Auf die deutsche Jessica Valenti müssen wir Leserinnen also wohl noch etwas warten, bis dahin ist die Lektüre von „Full Frontal Feminism“ meiner Meinung nach jedoch ein wunderbarer Kompromiss.

Full Frontal Feminism: A young woman’s guide to why feminism matters – Jessica Valenti – ISBN 978.1.580.05561.1

Für Leserinnen, die…

  • …von der Wichtigkeit des Feminismus erst noch überzeugt werden müssen.
  • …sich feministischen Themen auf Augenhöhe nähern wollen.
  • …gesellschaftliche Parallelen zwischen Amerika und Deutschland ziehen können.

Am besten kombiniert mit…

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(Lesen ist hardcore!) Die atemlose Flucht der Jugend in den Berliner Sommer…

Die Empfehlung für diesen Roman habe ich mir von meinen Kolleginnen aus der Blogosphäre geholt; wer genau die alles entscheidende Rezension verfasst hat, weiß ich leider nicht mehr – es ist schon etwas her, dass ich mir in den Kopf setzte dieses Buch unbedingt lesen zu müssen. Wie dem auch sei, Hauptsache „Tigermilch“ hat es in mein Regal geschafft, alles Weitere erfährst Du etwas weiter unten…

51cBEaVcl8L._SX304_BO1,204,203,200_Nini und Jameelah leben in derselben Siedlung, sie sind unzertrennlich und mit ihren 14 Jahren eigentlich erwachsen, finden sie. Sie mischen Milch, Mariacron und Maracujasaft auf der Schultoilette. Sie nennen das Tigermilch und streifen durch den Sommer, der ihr letzter gemeinsamer sein könnte. Die beiden Freundinnen lassen sich durch die Hitze treiben, hängen mit Nico ab. Nico, der Nini ein Gefühl von Zuhause gibt. Sie machen Bahnpartys, rauchen Ott in Telefonzellen und gehen mit Amir ins Schwimmbad. Amir, dessen großer Bruder Tarik im Dauerstreit mit seiner Schwester liegt, weil diese sich in einen Serben verliebt hat. Nini und Jameelah erschaffen sich eine Welt mit eigenen Gesetzen, sie halten sich für unverwundbar, solange sie zusammen sind. Doch dann werden sie ungewollt Zeuge, wie der Konflikt in Amirs Familie eskaliert.

„Tigermilch“ ist eines der Bücher, die ich schon bald nach der Veröffentlichung gekauft und dann doch erst Jahre danach gelesen habe. In diesem Fall hat sich das Warten gelohnt, der Debütroman von Stefanie de Velasco ist nicht perfekt, dennoch fühlen ich und meine hohen Ansprüche sich zwischen den Seiten durchaus gut aufgehoben. Ein bisschen erinnert mich der Ton des Romans an das Debüt von Alina Bronsky „Scherbenpark“, ebenfalls ein Jugendbuch mit dem auch erwachsene Leserinnen etwas anfangen können. „Tigermilch“ ist vom Ton her sogar noch etwas rauer, etwas näher an der Jugend, deren Stimme es einzufangen versucht. Gleichzeitig ist das Buch aber auch ungewöhnlich verspielt und lässt seine Figuren zwar mehrmals gegen die Wand fahren, dann aber auch nahezu unbeschadet davon kommen.

Wir treffen die beiden Hauptfiguren in der Blütezeit ihrer Jugend, an diesem magischen Moment in dem sich junge Mädchen unsterblich und unverwundbar fühlen. Und so benehmen sich die beiden auch, trinken Tigermilch (Müllermilch + Weinbrand) als wäre es Wasser, gehen im Supermarkt klauen und am falschen Ende des Berliner Kurfürstendamm anschaffen. Als Leserin kann ich das dicke Ende schon kommen sehen, doch hätte ich nicht damit gerechnet, dass es jemanden das Leben kosten würde. Schon bald wird es ernst für die Freundinnen, doch platziert Stefanie de Velasco sie nicht im Auge des Sturms, sondern macht sie lediglich zu Mitwissern aus denen schon bald Komplizen werden. Denn hier treffen wie in den meisten sozialen Brennpunkten zwei Kulturen aufeinander und während die eine mit ihrem Gewissen ringt, kommt die Polizei zu rufen für die andere nicht in Frage.

Darüber hinaus hat jedes der Mädchen auch noch seine eigenen Probleme vor denen es in den Sommer und in die Straßen der Hauptstadt flieht, die beste Freundin immer mit dabei. Jameelahs Familie wird überraschend die Duldung gekündigt und ihr Leben in Deutschland scheint für immer vorüber zu sein. Doch die Heimat ihrer Eltern kennt sie nicht, will nicht dorthin zurück und ist doch machtlos angesichts der Bürokratie der Erwachsenen. Eine Bürokratie, die auch einen Freund der beiden Mädchen ins Jugendgefängnis wirft, obwohl er dort gar nicht hingehört. Als Leserin begleite ich die beiden Hauptfiguren auf Schritt und Tritt, suche mit ihnen Präsentkörbe aus und fahre in den Wald, um den unschuldig Verurteilten zu besuchen. Für die Mädchen eine wunderbare Ablenkung von den eigenen Schwierigkeiten.

„Tigermilch“ begegnet seinen Figuren auf Augenhöhe und gibt ihnen auch dann Rückendeckung, wenn sie sich vollkommen daneben benehmen, sei es dass sie für einen Adrenalinkick ihren Leib und ihr Leben aufs Spiel setzen oder einen Mörder decken. Als Leserin bin ich nicht immer so offen, bin nicht immer auf der Seite der beiden Mädchen, besonders Jameelah macht es mir manchmal sehr schwer. Insofern schafft Stefanie de Velasco es nicht so ganz eine wertfreie Atmosphäre entstehen zu lassen, in der ihre Figuren schalten und walten können, wie es ihnen gerade passt, ohne dass diese Leserin das Buch entnervt zur Seite legt – aber vielleicht hat sie das so auch gar nicht angestrebt. Was ihr stattdessen mit Bravour gelingt ist es diese Leserin zu fesseln, sie sich fragen zu lassen, wie das bloß alles ausgehen soll, sie hoffen zu lassen, dass sich doch noch alles zum Guten wendet oder zumindest der wahre Mörder am Ende für seine Taten büßen muss.

Insgesamt ist „Tigermilch“ also ein Roman, der zwar von Jugendlichen handelt, meines Erachtens nach aber nicht unbedingt auch für Jugendliche geschrieben wurde. Die Welt der Figuren ist mitunter so brutal, dass ich doch schwer hoffe die Autorin habe sich in der Beschreibung dieser kreative Freiheiten genommen. Mit unzähligen Grauschattierungen zeichnet sie das Bild einer Freundschaft, wie sie nur junge Mädchen miteinander verbindet. Eine Freundschaft, die für die Freundinnen auch schon mal zum Gefängnis werden kann, wenn die Loyalität der einen zur anderen nämlich das eigene Gewissen ausschaltet. Als Leserin fühlt man sich während der Lektüre ein bisschen so als säße man am Steuer eines Wagens der unaufhaltsam aus einer Kurve hinaus steuert. Dieses Gefühl kann dabei sowohl erschreckend als auch erhebend sein.

Tigermilch – Stefanie de Velasco – ISBN 978.3.462.04573.4

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Für Leserinnen, die…

  • …eine bewegte Jugend haben/hatten.
  • …sich auch in moralischen Grauzonen wohl fühlen.
  • …für ihre beste Freundin durch die Hölle gehen würden.

Literarische Nachbarinnen…

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(Neuerscheinung) Ja, ich habe meine Tage! So what?

Zum ersten Mal bin ich diesem Buch in der EMMA begegnet; diese hatte ein kleines Dossier zum Thema Menstruation und der nicht ganz neuen aber trotzdem topaktuellen freebleeding-Bewegung zusammengestellt. Teil dessen war auch ein Auszug aus dem Vorwort von „Ja, ich habe meine Tage! So what?“ – ein Buch, das ich daraufhin unbedingt lesen musste…

9783407864307Willkommen im Klub. Die Mitgliederzahl ist gigantisch hoch. Viele junge Gebärmutterträgerinnen müssen da durch, ohne genau zu wissen, was hier eigentlich vor sich geht. Und vor allem: was gegen dumme Sprüche hilft! Frech und unverkrampft verknüpft Skandinaviens bekannteste YouTuberin eigene Erlebnisse mit medizinischen Informationen und Tipps zu Tampons, Menstruationstassen & Co. Sie macht Mut, selbstbewusst mit dem eigenen Körper umzugehen, und verrät ihre besten Lifehacks, damit auch du aus deinen Tagen das Beste machen kannst.

So selbstbewusst, wie der Titel es proklamiert, konnte ich diesen Satz selbst leider nie aussprechen. Denn auch wenn ich verhältnismäßig offen mit meiner Menstruation umgehe, bin ich noch lange nicht so emanzipiert, wie ich es gerne wäre. Das Buch und sein Inhalt rennen bei mir also offene Türen ein, hinter denen sich seelische Zustände verstecken, die gerne mehr Rückgrat hätten. In ihrem Buch versucht die schwedische Video-Bloggerin Clara Henry also innere Menstruationshütten, in die sich auch westliche Frauen gerne mal verkriechen, wenn sie Monat für Monat wieder „unpässlich“ sind, einzureißen; damit die nächste Generation heranreifender Frauen sich gar nicht erst über unsichtbare Hürden kämpfen muss, sondern jeden Monat offen und selbstbewusst erklären kann: „Ja, ich habe meine Tage! So what?“

Dabei wendet sie sich vor allem an Jugendliche, vor und in der Pubertät, ebenso wie junge Erwachsene, die im Aufklärungsunterricht ähnliche Augenwischerei erlebt haben wie die Autorin selbst und denen daher wichtiges Grundwissen über den eigenen Körper fehlt, das es an dieser Stelle nachzuholen gilt. Ich las das Buch sowohl als interessierte Feministin, die eventuelle Wissenslücken füllen wollte und als potenzielle Mentorin einer neuen Generation von Frauen, die in einer Gesellschaft aufwachsen die alles daran setzt Frauenkörper von sich selbst zu entfremden. Mit jugendlich frechem Stil schreibt die 21-Jährige über ihre eigenen Erfahrungen während der allmonatlichen „Erdbeerwoche“, darüber wie sehr sie der schulische Aufklärungsunterricht enttäuscht hat, wann sie zum ersten Mal ihre Tage bekam und warum sie anfing darüber zu bloggen. In Schweden ist die Autorin übrigens trotz ihrer jungen Jahre eine Sensation und moderierte sogar im Rahmen der Vorauswahl für den Eurovision Song Contest.

Doch es geht in „Ja, ich habe meine Tage! So what?“ nicht nur um Clara Henry und ihre Menstruation, vielmehr leitet sie mit ihren persönlichen Erfahrungen Kapitel ein die alles abdecken von der ersten Menstruation, über Binden vs. Tampons, bis hin zu den Schattenseiten der Menstruation wie zum Beispiel PMS, Menstruationskrämpfe und der Autoimmunkrankheit Endometriose, die etwa jede 10. Frau betrifft und in schlimmen Fällen nur durch eine Hysterektomie in den Griff zu kriegen ist. Zu diesen und vielen weiteren Themen gibt Clara Henry mal mehr mal weniger ernst gemeinte Tipps, auch für etwas ältere Menstruierende, so zum Beispiel zum Sex während der Tage. Auch der feministische Ansatz kommt übrigens nicht zu kurz und Clara Henry hat trotz junger Jahre intelligente Einsichten über die sozialen Rollen von Männern und Frauen…

„Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Ein Unterschied ist, dass ein Mann ein Mann ist und eine Frau aus mehreren Körperteilen besteht (…) Und für jedes Körperteil existiert ein eigenes Ideal.“

Darüber hinaus ist das Buch an sich auch noch sehr ansprechend gestaltet, sprich liebevoll bebildert und rotzfrech illustriert 🙂

Was mir persönlich an diesem Buch nicht so gefallen hat, ist dass die Autorin sich samt und sonders nur auf ihr eigenes aus Erfahrungen stammendes Wissen bezieht. Nirgendwo wird erwähnt wie lang zum Beispiel eine durchschnittliche Periode ist, ein gewisses Grundwissen der Leserin wird also vorausgesetzt – hier sind Erwachsene im Umfeld des jungen Mädchens in der Pflicht Aufklärung zu leisten, so peinlich es ihnen auch sein mag. Lediglich der Abschnitt über Endometriose scheint recherchiert, darüber hinaus bin ich ein bisschen schockiert, dass ich als Leserin hier und da mehr weiß als die Autorin eines Buchs, das für sich selbst den Anspruch erhebt aufzuklären. Clara Henry hätte gut daran getan ab und zu über den Rand der eigenen Binde hinaus zu schauen, vielleicht sogar Verwandte, Freundinnen und Bekannte zu ihren Tagen zu befragen. Das jedoch hat sie bei all ihrem Enthusiasmus für das Thema leider auf ganzer Linie versäumt.

Insgesamt ist „Ja, ich habe meine Tage! So what?“ jedoch ein guter Anfang für diejenigen, die gerade erst in das Abenteuer Frau starten. Clara Henry begegnet ihren Leserinnen auf Augenhöhe und mit viel Humor, der das für viele Mädchen und Frauen schamhaft besetzte Thema angenehm auflockert. Sie animiert ihre Leserinnen dazu sich mit dem eigenen Körper und dem monatlichen Ereignis der Menstruation zu befreunden oder zumindest damit Frieden zu schließen, PMS und Menstruationskrämpfe als notwendige Übel zu begreifen und nicht länger zu schweigen, auch wenn andere manchmal etwas peinlich berührt sind. Für mentruationserfahrene Leserinnen hält „Ja, ich habe meine Tage! So what?“ allerdings wenig Neues bereit. Insofern empfehle ich es als Geschenk für Töchter, Nichten und kleine Schwestern, die lernen möchten, wie frau selbstbewusst mit ihrem Körper und seinem Zyklus umgeht.

Ja, ich habe meine Tage! So what? – Clara Henry – ISBN 978.3.407.86430.7

Für Leserinnen, die…

  • …dem pubertierenden Mädchen in sich etwas Gutes tun wollen.
  • …eine Schwester/Tochter/Nichte, an der Schwelle zum Frauwerden, haben.
  • …sich nicht länger für ihre Menstruation schämen wollen.

Literarische Nachbarinnen…

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(Neuauflage) Das Leiden des einen am anderen und aller an der Liebe…

Als ich dieses Buch auf der Webseite vom Ullstein Verlags sah, dachte ich mir – schon wieder ein neuer Haratischwili?! Zögerte dann aber nicht lange und bald schon zog „Juja“ via meines Briefkastens bei mir ein. Dann erst sah ich, dass es sich um das Debüt der Autorin handelt und im Grunde freue ich mich schon per Zufall ihren ersten Roman in Händen zu halten und so die literarische Entwicklung der Autorin chronologisch nachvollziehen zu können…

9783548287928_coverEine junge Frau ersteht in einem Pariser Antiquariat ein schmales Büchlein einer ihr unbekannten Autorin, »Die Eiszeit« von Jeanne Saré. Sie liest es in wenigen Stunden aus und fühlt sich danach um Jahre gealtert und auf verstörende Weise fundamental verändert. Wie sich herausstellt, ist sie nicht die Einzige, deren Leben nach der Lektüre ein anderes ist. Kurz nach seinem Erscheinen in den 70er Jahren hatte das Buch für Furore gesorgt, seine Autorin wurde zum Mythos: eine 17-jährige Selbstmörderin voller Hass und Sehnsucht, die die Veröffentlichung ihrer Texte nicht mehr erlebt hat. Die feministische Linke feiert sie als Märtyrerin, doch ein düsterer Sog scheint von den Worten Sarés auszugehen: 14 junge Frauen folgen der Autorin in den Freitod. Jahrzehnte später machen sich im Paris der Gegenwart ein paar Menschen auf, das düstere Geheimnis des Textes und seiner Wirkung zu ergründen.

In ihrem Debüt „Juja“ schreibt die junge Nino Haratischwili über das Schreiben, das Lesen und darüber was diese scheinbar harmlosen Tätigkeiten in einem Menschen auslösen können. Damit führt sie eine lange Tradition fort, von angehenden Schriftstellern, die sich, via ihres Erstlingswerkes, mit der Frage auseinandersetzen, warum sie eigentlich schreiben. Denn das Schreiben, ebenso wie das Lesen, ist, wie Nino Haratischwili in ihrem Roman unweigerlich feststellt, ein revolutionärer, wenn nicht sogar ein gefährlicher Akt. Dieser Gefahr erliegen zwischen den Seiten von „Juja“ vor allem die Figuren der Autorin, aber auch die Autorin selbst, die sich immer wieder in ihr eigenes Werk einspeist, und sogar zu mir der Leserin schwappt mit dem letzten Abschnitt eine Welle Gänsehaut herüber.

Zwischen den Seiten des Romans bewegt sich diese Leserin losgelöst von Zeit und Raum, springt vom 21. zurück in das 20. Jahrhundert, reist von Paris nach Amsterdam nach Sydney und wieder zurück. All das macht mich anfangs etwas atemlos. Auf den ersten 25 Seiten alleine verspinnt Haratischwili fünf Erzählstränge als wäre es nichts besonderes, und ich meinerseits stolpere über die Fäden verheddere mich und bereue kurz das Buch zur Hand genommen zu haben; denn das ist alles ein bisschen zu viel für mein entzündetes Gehirn. Doch dann lichtet sich der Nebel hinter meiner Stirn, die Knoten lösen sich und auf einmal passt alles irgendwie wieder zusammen. Trotz meines etwas konfusen, leicht überforderten ersten Eindrucks ist „Juja“ also ein überaus lesbares, da nicht halb so kompliziert wie zunächst angenommenes Buch. Einige Handlungsstränge munden mir dabei mehr als andere, das allerdings führe ich auf meine persönlichen Präferenzen zurück.

Dabei ist Nino Haratischwilis Debüt nicht perfekt, aber doch perfekt durchdacht. Das Ende führt diese Leserin via der Metaebene wieder an den Anfang der Geschichte und so setzt sich diese in meinem Kopf unaufhörlich fort. Aufgrund dieser Cleverness verzeihe ich der Autorin auch die überaus blumige Kleinmädchenprosa, die einige Teile des Romans verunstaltet; ironischer Weise betrifft das genau die Passagen, welche einen so infektiösen, lebensverändernden und -verunstaltenden Effekt auf ihre (fiktiven) Leser haben sollen. Ebenso schaue ich an dieser Stelle darüber hinweg, dass die inneren Monologe aller Figuren Haratischwilis irgendwie ähnlich klingen. Ob sie nun in Amsterdam leben oder in Sydney, ob sie Anfang des 20. Jahrhunderts geboren sind oder in der Nachkriegszeit, sie denken gleich, fluchen gleich, benutzen eine nahezu identische, zeitgenössische Sprache, die mir besonders in den Passagen von 1953 und 1968 unangenehm anachronistisch erscheint.

Als jemand der nicht nur liest, sondern auch selber Geschichten und Romane schreibt, bzw. schrieb (die ME hat mir leider eine Zwangspause verordnet), übt „Juja“ sowohl als Roman aber vor allem auch als Betrachtung der Wirkung von Literatur auf den Leser einen unerklärbaren Sog auf mich aus. Im Grunde ist mir der Aufbau des Romans etwas zu kompliziert und viel zu ambitioniert für einen Debütroman, dafür stilistisch irgendwie unausgegoren und erzählerisch unzureichend differenziert – auf den Folgeroman Haratischwilis „Mein sanfter Zwilling“ bin ich, was das angeht, schon überaus gespannt – doch ich kann einfach nicht davon lassen. Denn ich kenne dieses Gefühl der Verbindung durch Worte, die Zeit und Raum überbrückt, sowohl als diejenige, welche die Brücke baut, als auch als diejenige, welche sie überschreitet.

Insgesamt ist „Juja“ ein sehr ambitioniertes, thematisch aber durchaus nicht untypisches Debüt. Nino Haratischwili zeigt zwischen den Seiten großes literarisches Potenzial, hat allerdings noch einiges zu lernen was Figuren -, Schauplatzzeichnung und Erzählstimme angeht. Trotz kleiner Anfängerfehler und anfänglicher Verwirrung, es dauert ungefähr 50 Seiten bis man sich als Leserin in der Geschichte zurecht findet, habe ich meine Lektüre des Romans jedoch genossen, bzw. werde ich sie in guter Erinnerung behalten, und nicht nur das, sie machte mich, wie erwähnt, auch neugierig darauf, wie sich die Autorin wohl entwickeln mag. Der Vorteil einer Neuauflage gegenüber einer Neuerscheinung ist, dass ich dies im Folgenden direkt herausfinden werde können, hat Nino Haratischwili seit „Juja“ doch schon zwei weitere hoffentlich ebenso fesselnde Romane veröffentlicht.

Juja – Nino Haratischwili – ISBN 978.3.548.28792.8

Für Leserinnen, die…

  • …sich und ihr Leben schon einmal in einer Romanfigur wiederfanden.
  • …keine Angst vor der Metaebene haben.
  • …Anfängerfehler verzeihen.

Am besten kombiniert mit…

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(Neuerscheinung) Liebe ist wie Igel essen…

Anstatt an dieser Stelle lang und breit so zu tun, als wäre meine Entscheidung für dieses Buch als nächste Lektüre von langer Hand geplant gewesen, bin ich nun einfach mal ganz ehrlich mit mir selbst und mit Dir, liebe Leserin, und sage – es war eine reine Bauchentscheidung, das Cover gefiel mir und der Klappentext versprach junge deutsche Literatur, also griff ich zu. Ob sich diese Spontanität meinerseits gelohnt hat, erzähle ich Dir im Folgenden…

9783471351208_coverFür die Berufsfreundin Luzy sind Männer der Mittelpunkt ihrer Welt. Auch wenn es ihr gar nicht passt: Sie kann nicht alleine sein. Also, in einem Raum geht das schon, aber ohne einen Freund im Leben wird es schwierig. Bislang konnte Luzy sich immer retten. Wenn das Beziehungsende nahte, suchte sie sich rechtzeitig den Nächsten. Apollo, Peter, Jonas. Von einem zum anderen wie der Affe im Dschungel. Sie investiert all ihre Energie in den Erhalt der oft nicht einfachen Beziehungen mit Männern, die sich so flüchtig verhalten wie Edelgase. Aber plötzlich geht etwas schief, und Luzys Putzerfisch-Verhalten kann ihre Trennungsangst nicht mehr kaschieren. Sie flippt aus. Im Streit bricht sie Jonas den Arm und muss fortan 100 Meter Abstand zu ihm wahren. Mit Liebeskummer im Herzen und einem Entfernungsmesser in der Hand stellt sie fest, dass sich etwas ändern muss, denn von aufrichtiger Liebe versteht sie nichts.

Der Debütroman der jungen Regisseurin Laura Lackmann, die unter anderem Sarah Kuttners „Mängelexemplar“ verfilmt hat, „Die Punkte nach dem Schlussstrich“ beginnt mit einem Geständnis der Hauptfigur. Lucy hat ihrem Freund Jonas, der jetzt wohl eher ihr Ex-Freund ist, den Arm gebrochen. Nicht mit roher Gewalt etwa, Lucy ist verhältnismäßig petite, aber geschubst hat sie ihn schon, mit voller Wucht in ein Expedit Regal von Ikea und das ist dann über ihm zusammen gebrochen, und nun darf sie sich ihrer Liebe von fünf Jahren per Gerichtsbeschluss nur noch auf 100 Meter nähern. Für die aufopfernde Lucy, die bisher jeden Freund zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht hat, ist dies mindestens so scherzhaft wie ein kalter Entzug, und ebenso schwer durchzuhalten.

Während die gegenwärtige Lucy, bewaffnet mit einem professionellen Entfernungsmesser, ihren Ex-Freund Jonas durch die Hauptstadt stalkt und versucht diesen trotz allem zurück zu gewinnen, erzählt Laura Lackmann parallel ebenfalls die Geschichte der vergangenen Lucy. Diese fängt mit einem Auslandsaufenthalt der Sandkastenfreundin an, den Lucy damit verbringt auf ihre Rückkehr zu harren, geht mit dem ersten Freund weiter, den Lucy sich aussucht um nicht die einzige in ihrer Klasse zu sein, die noch keinen Freund hat, und weil er eben gerade zufällig in ihrer Nähe war, und hört schließlich mit einer Anzeige wegen Körperverletzung durch ihren dritten Anlauf in Sachen Liebe namens Jonas auf. Gegen Ende treffen sich die vergangene und die gegenwärtige Lucy um eins zu werden auf der Suche nach einem Ersatz für Jonas. Wer von lesenswerter Lektüre erwartet, dass die Hauptfigur am Ende aus ihren Fehlern lernt, wird „Die Punkte nach dem Schlussstrich“ irgendwann wohl entnervt zur Seite legen.

Ich meinerseits habe das nicht getan, denn Lucys Eskapaden sind dafür viel zu unterhaltsam, auch wenn ich die Hauptfigur ab und zu am liebsten zur Seite genommen hätte, um ihr ein bisschen ins Gewissen zu reden, und ihr eine Ausgabe der EMMA in die Hand zu drücken. Letztlich kommt mir ihre Geschichte aber doch irgendwie bekannt vor. Wer hat nicht schon einmal auf seine beste Freundin verzichten müssen, weil diese lieber mit ihrem Freund zusammen war…?! Wer war nicht schon einmal selbst diese unzuverlässige beste Freundin…?! Die Liebe verdreht uns Frauen den Kopf, und tut dies manchmal so gründlich, dass währenddessen alle eigenen Gedanken herauspurzeln, so dass frau sich ihn im schlimmsten Fall längerfristig nicht mehr alleine gerade rücken kann. Lucys Abhängigkeit von der Liebe und dem Zuspruch ihres jeweiligen Freundes, der sich ehrlich gesagt nicht besonders für sie zu interessieren scheint, ist mal komisch und dann wieder recht tragisch, aber ein Körnchen Wahrheit enthält sie schon.

Ohne allzu sehr zu psychologisieren deutet die Autorin im Laufe der Geschichte auch immer wieder Gründe für das Verhalten ihrer Hauptfigur an, eine überaus freizügige und nachsichtige Mutter zum Beispiel oder einen Vater mit akuter Todessehnsucht. Als Erklärung für eine derartige Selbstaufgabe ist mir das allerdings etwas zu Freud-isch. Dann wiederum handelt es sich bei „Die Punkte nach dem Schlussstrich“ nicht um das Psychogramm einer post-feministischen Frauengeneration, sondern um eine humorvolle Auseinandersetzung damit, was in der Liebe so alles schiefgeht, wenn man sich selbst im anderen verliert. Hauptfigur Lucy hat nie gelernt sie selbst zu sein, verbrachte sie doch ihre Pubertät und junges Erwachsenenalter damit all das zu sein, was Apollo/Peter/Jonas in ihr sehen wollte. Das sorgt,wie gesagt, nicht nur für heitere Momente im Lesezimmer, sondern gibt der Leserin auch reichlich zu denken, nachdem das Buch wieder zugeklappt ist.

Insgesamt ist „Die Punkte nach dem Schlussstrich“ ein unterhaltsamer, dabei aber nie platter, Roman für junge Leserinnen mit und ohne Liebeskummer. Die etwas lieblos mit WindowsPaint(?) erstellten und hoffnungslos verpixelten schwarz-weiß Zeichnungen, die in unregelmäßigen Abständen das Buch illustrieren, hätte sich der Verlag meiner Meinung nach ruhig sparen können. Doch trübt dies in keiner Weise die Lesefreude, oder unterbricht das wissende Nicken dieser Leserin, welche(s) sich bei der Lektüre von „Die Punkte nach dem Schlussstrich“ unweigerlich einstellt. Insofern finde ich persönlich das Debüt von Laura Lackmann überaus gelungen, clever und mit einem Schuss Ironie, aber auch vielen unangenehmen, wenn auch ins Komische überzeichneten, Wahrheiten über junge Frauen und die (erste, zweite & dritte) Liebe, auch wenn diese sicher nicht bei jeder von uns in einer einstweiligen Verfügung endete… 😉

Die Punkte nach dem Schlussstrich – Laura Lackmann – ISBN 978.3.471.35120.8

Für Leserinnen, die…

  • …sich viel zu oft verbiegen, um geliebt zu werden.
  • …aus Liebeskummer schon mal so richtig ausgetickt sind.
  • …immer wieder die falschen Männer wählen.

Literarische Nachbarn…

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(Lesen ist hardcore!) Die wahre Geschichte verbirgt sich unter der Oberfläche…

Seitdem ich als Jugendliche David Nickles „Monstrous Affections“ las, bin ich dem kanadischen ChiZine Verlag und seinen bizarren, und doch für das Horror/SciFi/Fantasy-Genre ungewohnt literarischen, Veröffentlichungen treu ergeben. Seitdem fanden schon unzählige ChiZine Erzählbände den Weg zu mir, so auch Helen Marshalls Debüt „Hair Side, Flesh Side“, und bisher habe ich noch keine Lektüre bereut…

415d5yclwnl-_sx331_bo1204203200_A child receives the body of Saint Lucia of Syracuse for her seventh birthday. A rebelling angel rewrites the Book of Judgement to protect the woman he loves. A young woman discovers the lost manuscript of Jane Austen written on the inside of her skin. A 747 populated by a dying pantheon makes the extraordinary journey to the beginning of the universe. Lyrical and tender, quirky and cutting, Helen Marshall’s exceptional debut collection weaves the fantastic and the horrific alongside the touchingly human in fifteen modern parables about history, memory, and cost of creating art.

Wenn Helen Marshall in die Tasten ihres Laptops greift, dann sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wie unzählige ChiZine Publications Autoren vor ihr kultiviert sie in ihrem erzählerischen Debüt des Lesers Faszination für das Bizarre. Ihre Geschichte fangen in der Regel ganz harmlos, ganz realistisch an, driften dann aber nach und nach in die Abgrundtiefen der menschlichen Vorstellungskraft, dort wo kein Licht jemals hin dringt und abstruse Kreaturen ihr Unwesen treiben, bis diese Leserin das kalte Grausen packt. Dabei überschreitet sie doch niemals die Grenze zwischen Literatur und Horror, bleibt immer innerhalb der Transitzone des magischen Realismus. Mir persönlich gefällt das sehr, wer was das Genre angeht allerdings klare Verhältnisse mag, dürfte der Lektüre dieser Geschichten wenig abgewinnen können.

Am besten gefällt mir persönlich die Titelgeschichte in der eine junge Lektorin das verlorene letzte Manuskript von Jane Austen entdeckt. Eigentlich ein Grund zur Freude, wäre dieses nicht auf die Innenseite ihrer Haut gedruckt. Ganz so unappetitlich wie das klingt wird es dann doch nicht, schließlich schreibt hier Helen Marshall und nicht Chuck Palahniuk oder gar Stephen King. Ein ungutes Gefühl bleibt jedoch, wenn man diese Geschichte liest und auch danach. Wie das bei Erzählbänden so ist, kann mich natürlich nicht jede einzelne Geschichte derart begeistern. Helen Marshall hat viele skurrile Ideen, aber ganz so gruselig, wie es den Anschein haben mag, ist ihr Debüt dann doch nicht. Monster, Schreckgespenster und psychopathische Serienmörder sucht man zwischen seinen Seiten also vergebens.

Denn die Autorin nutzt das Magische in ihren Geschichten vor allem dazu das Alltägliche zu verdeutlichen, beispielsweise wenn sie vom Schicksal eines Scheidungskindes erzählt dessen Mutter es lieber an ewiges schier unerträgliches Leid anheim gibt als es der neuen Frau des Exmannes zu überlassen. Diese Mehrdimensionalität der Erzählungen ist im Mainstream des Genres überaus rar gesät, aber durchaus typisch für ChiZine Autoren – einer der Gründe, warum ich diesem verhältnismäßig unbekannten Indie-Verlag seit Jahren die Treue halte. Helen Marshall erzählt Geschichten über das Leben, Gesichten wie sie so jeder von uns schon einmal oder vielleicht sogar oft erlebt hat, Geschichten die jeden von uns etwas angehen. Doch erzählt sie sie auf eine ganz einzigartige Weise, die das sichtbar macht, was sonst nur zwischen den Zeilen steht.

Manchmal bin ich schon enttäuscht, dass es nicht noch etwas düsterer zu geht zwischen den Seiten, dann wiederum beeindruckt mich gerade diese erzählerische Gratwanderung zwischen ominös und alltäglich. Trotzdem sind die Geschichten, welche Helen Marshall hier erzählt nicht immer ganz leicht verdaulich – vielleicht auch gerade weil das Monster sich unter dem Bett versteckt hält, die Autorin löscht das Licht und als Leserin weiß man es ist da, kann es durch die Matratze leise atmen hören, doch zeigt es sich nicht und so enthält die Autorin mir die Katharsis vor, die nach dem Schrecken kommt, auf die ich als Leserin sogar ein Anrecht zu haben glaube. Das mag man als unfair empfinden, oder als erzählerische Meisterleistung, meine Meinung dazu ändert sich jedenfalls je nach Geschichte.

Insgesamt hebt sich „Hair Side, Flesh Side“ scheinbar mühelos aus der Masse an Veröffentlichungen heraus, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Gegen das allmähliche Vergessen von Details und Handlungssträngen kommt Helen Marshall dann aber doch nicht an. Allerdings ist dieses Buch eines, das ich ohne zu zögern auch ein zweites Mal lesen würde. Denn ich ahne schon, dass mir bei meiner ersten Lektüre Facetten entgangen sein dürften, dafür ist dieses Buch einfach zu hintersinnig, zu voll gepackt mit übersinnlichen Metaphern und Zweideutigkeiten. Für Zartbesaitete ist „Hair Side, Flesh Side“ dann aber doch nichts, das Grauen wird zwar nie offen angesprochen, folgt der Leserin jedoch auf Schritt und Tritt, wie ein Schatten, der Böses ahnen lässt, auch wenn das dicke (leider) Ende oft ausbleibt.

Hair Side, Flesh Side – Helen Marshall – ISBN 978.1.927.46924.8

lesen-ist-hardcore-blog-projektFür Leserinnen, die…

  • …auf dem schmalen Grat zwischen Literatur und Horror wandeln wollen.
  • …eine Prise Magie in ihrem Realismus mögen.
  • …literarisch eher hartgesotten sind.

Literarische Nachbarn…

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(#03/2016) Aller guten Bücher sind 3…!

Beim heutigen Trio dreht sich alles um die Familie; eine Familie für die man quer durch Europa reist und sein Leben riskiert, eine Familie, über die man auf seinem Weg in die weiten Amerikas stolpert, eine Familie, die einen immer wieder zurück an die Orte der Kindheit zieht, mit Erinnerungen und Bitten, so sehr man auch versucht auszubrechen und sich in den Straßen Berlins zu behaupten. Nicht alle dieser Familiengeschichten habe ich als literarische Glücksgriffe empfunden, letztlich liegt ihr eigentlicher Wert aber im Auge einer jeden, individuellen Leserin.

Für Familienmenschen…

51d4Mivd2lL._SX313_BO1,204,203,200_Das Limonenhaus von Stefanie Gerstenberger… Nach dem Tod ihres Bruders und seiner Frau will Lella deren Tochter Matilde zu sich nach Köln holen. Doch der sizilianische Clan ihrer Schwägerin verweigert ihr das Mädchen, denn eine alte Fehde steht zwischen den beiden Familien. Verzweifelt versucht Lella, die Hintergründe dieses Streits aufzudecken, immer in der Hoffnung, ihren Anspruch auf Matilde doch noch durchsetzen zu können. Im Limonenhaus, dem Haus ihrer Mutter, findet sie in einer alten Familienbibel einige lose Tagebuchseiten. Sie ahnt zunächst nicht, dass diese der Schlüssel sind zu jenem Ereignis, das seine dunklen Schatten bis in die Gegenwart wirft.

Lange schon hockte dieser Roman in meinem Bücherregal und wartete auf den richtigen Moment, selten beachtet doch nie vollkommen vergessen. Nach meiner Lektüre stellt sich nun heraus, dass es diesen richtigen Moment mit mir als Leserin und dem Limonenhaus nie geben wird. Denn die Lektüre des Romans gefiel mir nicht halb so gut, wie die Idee ihn zu lesen, all die Jahre zuvor. Eigentlich ist die Geschichte ganz süß, ab und zu sogar ein bisschen spannend, und hat alle Zutaten für einen guten Schmöker – Familie, Liebe und ein exotischer Schauplatz – doch wenn so wie hier alles zusammen serviert wird, dann schmeckt es mir irgendwie nicht. Die Handlung wirkt an den Haaren herbei gezogen, die Figuren allesamt vollkommen blutleer und die Liebesgeschichte wirkt auf mich einfach nur kitschig und albern.

Insofern ist nicht alles, was Weile hat, auch gleich ein gutes Ding – zumindest nicht in Kombination mit mir als Leserin. Meiner Mutter hat das Buch gefallen, meiner Tante auch – vielleicht liegt es ja an mir und meine Ansprüchen, daran dass ich eine klischeehafte Figur mit halbgaren Motivationen von einer solchen unterscheiden kann, der echtes Blut durch die papiernen Adern fließt; oder ich mag es einfach nicht, wenn es allzu rosig endet. Doch möchte ich an dieser Stelle nichts vorweg nehmen. Im Nachhinein hielt die Lektüre von „Das Limonenhaus“ nichts besonderes für mich bereit, war ein Wohlfühlmoment im grauen, ruppigen Alltag einer chronisch Kranken, die von sich glaubte ein bisschen Kitsch mache alles besser. Doch reicht es eben nicht aus, dass sich auf dem Papier alles zum Guten wendet – ein bisschen literarischer Anspruch muss einfach sein.

Am besten kombiniert mit…

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Für Adoptivmütter…

51MYTC8674L._SX297_BO1,204,203,200_„Das Bohnenbaumglück“ von Barbara Kingsolver:The Bean Trees is the tale of rural Kentucky native Taylor Greer, who only wants to get away from her roots and avoid getting pregnant. She succeeds, but inherits a 3-year-old native-American little girl named Turtle along the way, and together, from Oklahoma to Tucson, Arizona, half-Cherokee Taylor and her charge search for a new life in the West. Taylor, out of money and seemingly out of options, settles in dusty Tucson and begins working at Jesus Is Lord Used Tires while trying to make a life for herself and Turtle.

Man merkt diesem Roman an, dass er Barbara Kingsolvers Debüt ist. Er hat im Grunde alles, was man auch in ihren weiteren Romanen findet – (romantisierte) Südstaatenatmosphäre, die Probleme der unteren Mittelklasse Amerikas, eine starke Frauenfigur, die kein Blatt vor den Mund nimmt – doch sind all diese Aspekte in „Das Bohnenbaumglück“ noch etwas unausgegoren. Die Autorin probiert sich aus, lernt ihr Handwerk vor Publikum – in diesem Fall ich. Das heißt natürlich nicht, dass dieses Buch nicht lesenswert ist, aber ein typischer Kingsolver ist es irgendwie (noch) nicht. Trotzdem wäre es ein Fehler anzunehmen „Das Bonenbaumglück“ eigne sich nicht zum Schmöker, nur weil es kürzer ist als Kingsolvers andere Romane.

Ich persönlich habe diesen Roman sehr genossen, mich mit den Figuren angefreundet und die kleine Adoptivtochter der Erzählerin ins Herz geschlossen. Und da stört es mich auch nicht so sehr, dass Kingsolvers Figuren, wie so oft, etwas klischeehaft sind und ihren Geschichten das Gewisse etwas fehlt, dass sie mit einem gewissen Tropfen Lebensblut füllt. Denn trotz einiger stilistischer Unzulänglichkeiten taucht man schon früh von Kopf bis Fuß in die Welt der Erzählerin ein und möchte diese am liebsten nie wieder verlassen; und dass obwohl es dort oft harscher zugeht als im Lesezimmer der geneigten Leserin. Was auch immer es ist – die Figuren, der Schauplatz – Barbara Kingsolvers Romane haben Charme, das gewisse Etwas, das ihr die Leserin von der ersten Seite an mit Haupt und Herz ausliefert, mich ebenso.

Am besten kombiniert mit…

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Für Heimatsuchende…

51xq4VAxw7L._SX305_BO1,204,203,200_Ich bin ein Rudel Wölfe von Julia Blesken… Sie macht sich auf in die Stadt, nach Berlin, aber sie ist nicht allein, sie hat ihre Kindheit bei sich, im Kopf, in den Erinnerungen, im flatternden Herzen. Es ist das Dorf, das sie nicht vergessen wird, niemals, die Straße, auf der sie mit der Mutter gehen musste, der Teich, an dem sie mit dem Vater saß, das Haus. Und es ist der Bruder, der engste Vertraute und Komplize ihrer frühen Jahre, mit dem sie den Sinn für Licht, Grün und Wolken teilte und mit dem sie einen Pakt geschlossen und den sie doch zurückgelassen hat.

Die Geschichte von Hauptfigur Re, ihrem Bruder Marc und ihrer Familie, der depressiven Mutter und des lustlosen, nach der Wende größtenteils arbeitslosen Vaters, erzählt Autorin Julia Blesken vor allem zwischen den Zeilen. Gleich zu Anfang bricht Re aus, warum sie das für nötig hält bleibt ebenso ungesagt wie der Rest ihres Namens. Etwas verstört lässt sie sich durch Berlin treiben und als Leserin frage ich mich, warum diese junge Frau einfach nichts gebacken kriegt, obwohl ihr seit dem Mauerfall doch die Welt offen steht. Dann jedoch wird sie von ihrem Bruder zurück ins Heimatdorf beordert und allmählich wird mir als Leserin klar, dass etwas faul ist, in dieser Familie. Zwischen Re und Marc stimmt etwas nicht, doch sind sie nur das Spiegelbild der kaputten Beziehung ihrer Eltern. Stück für Stück enthüllt die Autorin Res Geschichte, wird aber nie deutlich genug, um meine Fragen zu beantworten.

Stilistisch ist das Buch etwas gewöhnungsbedürftig, denn die Autorin springt zwischen zwei Perspektiven hin und her. Die Gegenwart beschreibt sie in der dritten Person und die Vergangenheit wird von Re selbst erzählt. Anfangs schwirrte mir ein bisschen der Kopf, denn der ständige Wechsel macht es einem schwer sich in der Geschichte zurecht zu finden. Sobald ich mich daran gewöhnt hatte wurde es mir jedoch zur zweiten Natur hin und her zu springen, auch wenn ein kleines Fitzelchen Restverwirrung zurück blieb. Insgesamt ist „Ich bin ein Rudel Wölfe“ also vor allem etwas für Leserinnen, die sich die Geschichte eines Romans erarbeiten wollen. Denn Julia Blesken schenkt ihrer Leserin nichts und lässt sie – in diesem Fall mich – mit einem Gefühl zurück nicht wirklich zu wissen, was man über die Figuren und die Handlung zu wissen glaubt.

Am besten kombiniert mit…

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(Feminismen) Eine humorvolle Betrachtung des weiblichen Körpers…

Auf Sara Pascoes Autobiografie bin ich eher zufällig gestoßen, auf meiner Suche nach einem weiteren (hoffentlich) humorvollen Buch einer Comedyfrau nach dem Muster „Bossypants“, bzw. „Yes Please“, das es zu verschlingen gilt. Mit Sara Pascoe habe ich, was das angeht, (anders als mit ihrer Kollegin Miranda Hart) einen Volltreffer gelandet. Warum, wieso und weshalb (?) werde ich im Folgenden ausführlich erläutern… 😉

51JVoL3ZHNL._SX313_BO1,204,203,200_Take a funny and illuminating tour of the female body with award-winning comedian Sara Pascoe. Women have so much going on, what with boobs and jealousy and menstruating and broodiness and sex and infidelity and pubes and wombs and jobs and memories and emotions and the past and the future and themselves and each other. Here’s a book that deals with all of it. Sara Pascoe has joked about feminity and sexuality on stage and screen but now she has a book to talk about it all for a bit longer. Animal combines autobiography and evolutionary history to create a funny, fascinating insight into the forces that mould and affect modern women. Animal is entertaining and informative, personal and universal – silly about lots of things and serious about some. It’s a laugh-out-loud investigation to help us understand and forgive our animal urges and insecurities.

In ihrem Buch „Animal“ verbindet Sara Pascoe ihre Lebensgeschichte mit der humorvollen Betrachtung des weiblichen Körpers und allgemeinen Ansichten zu dessen Rolle in der Gesellschaft. Wie könnte sie es auch anders schreiben, schließlich ist sie eine Comedienne, ein Beruf in dem sie unaufhörlich daran erinnert wird, dass sie eine Frau ist, von ungehobelten Zuschauern, taktlosen Journalisten und Showproduzenten, die weiblichen Witzbolden nichts zutrauen und schon aus Prinzip weniger Gage zahlen. Trotz all dieser Widrigkeiten hat Sara Pascoe es geschafft, hat sich durchgeboxt und kann nun auf die erste Hälfte einer erfolgreichen Karriere zurückblicken. Diesen Rückblick teilt sie mit dieser Leserin, und ich habe ihren Monolog sehr genossen, oft gelacht, auch wenn wir ab und zu (besonders in feministischen Standpunkten) nicht ganz einer Meinung sind.

Sara Pascoes Art sich auf humorvolle Weise mit den Hürden des (weiblichen) Lebens auseinander zu setzen gefällt mir sehr. Ihr Humor ist typisch Britisch, trocken und pointiert, dabei aber nie albern oder klischeehaft. Insofern erinnert mich ihre Erzählstimme an die von Comedykollegin Tina Fey, die in ihrem Buch „Bossypants“ ebenfalls die Arbeit einer Frau in einer Männerdomäne thematisiert, wenn auch nicht ausschließlich. Sara Pascoe erzählt von ihren Anfängen, von Auftritten beim Fringe Festival in Edinburgh zum Beispiel, von herablassenden Kollegen und von einem Publikum, das sie nach und nach davon überzeugen konnte, dass Frauen doch Humor haben und zwar nicht zu knapp. Ich meinerseits habe sie noch nie witzeln gehört, ihre Autobiografie jedoch lässt mich mit der Überzeugung zurück ein echtes Comedytalent entdeckt zu haben.

„Animal“ liefert Feminismus light, gut verdaulich auch für thematisch bisher vollkommen unbeleckte Leserinnen. Insofern ähnelt es der Autobiografie von Caitlin Moran „How to Be a Woman“. Das allerdings ist die einzige Parallele, denn Sara Pascoes Kindheit und Werdegang unterscheiden sich von dem ihrer Medienkollegin, auch wenn sie die zwei Frauen zumindest literarisch ans gleich Ziel führten. Sara Pascoe schreibt über Themen, die von anderen popfeministischen Autorinnen oft gemieden werden und widmet zum Beispiel gleich ein ganzes Kapitel der wohl nervigsten Sache des weiblichen Lebens, Perioden. Wem das zu vulgär ist, für den ist „Animal“ nicht das richtige Buch. Doch ich persönlich hatte einen Heidenspass und viele Aha-Momente, besonders in den Passagen in denen Sara Pascoe die Theorien von Macho-Anthropologen zur Evolution des weiblichen Körpers auseinander nimmt.

„Animal“ ist ein Genre übergreifendes Buch, das in vielen Bücherregalen seinen perfekten Platz finden könnte. Wer Sara Pascoe von der Bühne kennt, den werden die autobiografischen Anteile ein besseres Bild über sie, ihre Themen und ihren Bühnenauftritt verschaffen. Wer sich, wie ich, gerne feministisch weiterbilden möchte und dafür eine weitere Stimme sucht, dem liefert Sara Pascoe eine eingängige Einleitung in den alltäglichen Kampf der Frauen um Anerkennung im Beruf, die sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Wer gerne lacht – da kann ich mich eigentlich auch dazu zählen – für den hält „Animal“ reichlich Pointen bereit, vor allem geht es dabei um die Strapazen des Frauseins, insofern lege ich diesen Aspekt des Buchs besonders potenziellen LeserINNEN ans Herz; man braucht einfach die Erfahrung einen Uterus zu haben, um über Menstruationswitze lachen zu können… Sorry Jungs!

Insgesamt macht die Lektüre von Sara Pascoes „Animal“ einfach nur richtig Spaß. Manchmal wird es natürlich auch ernst und wenn die Autorin so über Karrierehürden für Frauen und vom alltäglichen Sexismus (in Großbritannien, denn da kommt die Dame her) erzählt, kocht mir als Leserin und als Frau auch schon mal die Galle über. Doch zum größten Teil bleibt der Ton des Buchs lustig und humorvoll. Insofern baut sie mit ihrem Buch eine Brücke, die den traditionellen Feminismus á la Jessica Valenti mit seiner populären, bzw. mainstreamfreundlichen Version á la Caitlin Moran verbindet. Sie ist damit nicht die erste aber dafür ist sie in guter Gesellschaft und es gibt reichlich Lektüre mit der man sich weiter in das Thema einarbeiten kann. Ich für meinen Teil werde mich nun erst einmal in Richtung YouTube verabschieden um mich dort in Sara Pascoes Comedy-Inkarnation zu vertiefen.

Animal: The Autobiography of a Female Body – Sara Pascoe – ISBN 978.0.571.32522.1

Für Leserinnen, die…

  • …Humor und Feminismus nicht für unvereinbar halten.
  • …sich selbst nicht allzu ernst nehmen.
  • …die Mysterien des weiblichen Körpers mit Humor ergründen wollen.

Am besten kombiniert mit… 

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