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(Feminismen) Gegen die Objektifizierung von Mädchen durch die Medien…

Dieses Buch erreichte mich als persönliche Empfehlung im Fahrwasser von Natasha Walters „Living Dolls“. Eine Fortführung des Themas, dachte ich und irrte mich im Nachhinein zwar ein bisschen, griff damals aber beherzt zu, als Teil eines eBook Kaufrausches, der noch viele weitere Sachbücher in meinen Kindle speiste, die es allerdings noch zu lesen gilt…

41ydnyk7itl-_sx321_bo1204203200_In The Lolita Effect, university professor and journalist M G Durham offers new insight into media myths and spectacles of sexuality. Using examples from popular TV shows, fashion and beauty magazines, movies and websites, Durham shows for the first time all the ways in which sexuality is rigidly and restrictively defied in media – often in ways detrimental to girls‘ healthy development. Durham provides us with the tools to navigate this media world effectively without censorship or moralising, and then to help our girls to do so in strong and empowering ways.

Was ich erwartet hatte, als ich „The Lolita Effect“ zur Hand nahm, war eine feministische Abhandlung der Sexualisierung junger Mädchen, oft noch Kinder, durch das kapitalistische System. Was ich letztlich in Händen hielt war eher ein Ratgeber für Eltern von Mädchen jeden Alters, die es zu beschützen gilt, davor zu früh erwachsen zu werden. Jedes Kapitel besteht insofern aus einem Essay über die teuflischen Praktiken der Maketingmaschine, besonders in englischsprachigen Ländern, die unsere Töchter wahlweise zu kleinen Prinzessinnen oder möchte-gern Stripperinnen macht, unterfüttert mit reichlich Beispielen aus dem Spielwarenladen und einschlägigen Konsumtempeln. Was danach kommt sind praktische Tipps für Eltern und Erzieher, wie man junge Mädchen am effektivsten gegen die destruktiven Einflüssen von Bratz Dolls und Co. immunisieren kann.

Als kinderlose Frau habe ich an dieser Stelle, um ehrlich zu sein, eher über die erziehungswissenschaftlichen Passagen des Buchs hinweg gelesen. Die einleitenden Essays, welche das Problem an sich beschreiben sind jedoch höchst interessant, und das nicht nur für konsumkritische Mütter. „The Lolita Effect“ gibt dort praktische Tipps, wo Bücher wie zum Beispiel „Living Dolls“ das Problem lediglich beschreiben, es ihren Leserinnen dann aber selbst überlassen gegenzusteuern. Viele bestürzte Mütter und Väter (sofern diese emanzipiert genug sind Natasha Walters Buch zu lesen 😉 ) dürften jedoch nicht wissen, wie sie als scheinbar machtlose Endverbraucher gegen Konzerne ankommen, die String-Tangas an Mädchen im Kindergartenalter zu vermarkten versuchen. M.G. Durham greift diesen Leserinnen mit ihrem Buch etwas unter die Arme, indem sie ihnen zeigt wie man sich gegen diese besorgniserregende Entwicklung wehren kann.

Doch „The Lolita Effect“ will nicht nur Eltern befähigen sich gegen destruktive Trends in den Medien zur Wehr zu setzen, sondern hofft über diese auch deren Kinder zu erreichen – vor allem natürlich die Mädchen, schließlich wird diese Schlammschlacht der Medien auf deren Rücken und mit ihren Körpern ausgetragen. Meiner Meinung nach könnten allerdings auch Jungen gut daran tun sich mit Hilfe erzieherischer Anleitung zu vergegenwärtigen, dass die Mädchen und Frauen in den Medien nicht der Wirklichkeit entsprechen. Denn meiner Meinung nach wird die Wirkung der Prinzessin vs. Lolita Dichotomie auf das spätere Frauenbild von Jungen, die unweigerlich zu Männern heranwachsen, die sich in der Regel mit Klauen und Zähnen gegen die Reformation vorgefertigter Geschlechter-Stereotypen wehren, oft nach wie vor drastisch unterschätzt, bzw. weitläufig herunter gespielt. Diesen überaus wichtigen Ansatz der Medienaufklärung versäumt „The Lolita Effect“ jedoch leider.

Insgesamt erfüllt „The Lolita Effect“ seine eigenen Ansprüche, nämlich das Problem der Sexualisierung von Mädchen in seinen vielen Facetten anzusprechen und Eltern Strategien anzubieten, um den destruktiven Effekt dieser frühen Sexualisierung abzumildern. Was das Buch nicht tut ist das Problem an sich zu bekämpfen, indem es Eltern zum Beispiel dazu anhält Kindern beider Geschlechter einen gesunden Umgang mit Medien zu vermitteln. Insofern dient es als gut gemeinter Ansatz, geht meines Erachtens aber nicht weit genug in Richtung einer Lösung, die zukünftige Generationen von Mädchen (und Jungen) vor sexistischer Indoktrinierung durch die Medien schützen könnte. Ich würde trotzdem nicht so weit gehen, Eltern von diesem Buch abzuraten, da ein Tropfen auf den heißen Stein zwar schnell verdampft – wenn wir alle jedoch unsere individuellen Tropfen auf eben diesen heißen Stein fallen lassen, werden wir es am Ende vielleicht doch schaffen ihn etwas abzukühlen.

The Lolita Effect – M.G. Durham – ISBN 978.1.590.20063.6

Für Leserinnen, die…

  • …ihren Töchtern Zeit geben wollen im eigenen Tempo erwachsen zu werden.
  • …nicht tatenlos zusehen wollen, während String Tangas für Kindergartenkinder verkauft werden.
  • …sich von der Indoktrinierung (junger Mädchen) durch die Medien emanzipieren wollen.

Am besten kombiniert mit…

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(Neuauflage) Das Leiden des einen am anderen und aller an der Liebe…

Als ich dieses Buch auf der Webseite vom Ullstein Verlags sah, dachte ich mir – schon wieder ein neuer Haratischwili?! Zögerte dann aber nicht lange und bald schon zog „Juja“ via meines Briefkastens bei mir ein. Dann erst sah ich, dass es sich um das Debüt der Autorin handelt und im Grunde freue ich mich schon per Zufall ihren ersten Roman in Händen zu halten und so die literarische Entwicklung der Autorin chronologisch nachvollziehen zu können…

9783548287928_coverEine junge Frau ersteht in einem Pariser Antiquariat ein schmales Büchlein einer ihr unbekannten Autorin, »Die Eiszeit« von Jeanne Saré. Sie liest es in wenigen Stunden aus und fühlt sich danach um Jahre gealtert und auf verstörende Weise fundamental verändert. Wie sich herausstellt, ist sie nicht die Einzige, deren Leben nach der Lektüre ein anderes ist. Kurz nach seinem Erscheinen in den 70er Jahren hatte das Buch für Furore gesorgt, seine Autorin wurde zum Mythos: eine 17-jährige Selbstmörderin voller Hass und Sehnsucht, die die Veröffentlichung ihrer Texte nicht mehr erlebt hat. Die feministische Linke feiert sie als Märtyrerin, doch ein düsterer Sog scheint von den Worten Sarés auszugehen: 14 junge Frauen folgen der Autorin in den Freitod. Jahrzehnte später machen sich im Paris der Gegenwart ein paar Menschen auf, das düstere Geheimnis des Textes und seiner Wirkung zu ergründen.

In ihrem Debüt „Juja“ schreibt die junge Nino Haratischwili über das Schreiben, das Lesen und darüber was diese scheinbar harmlosen Tätigkeiten in einem Menschen auslösen können. Damit führt sie eine lange Tradition fort, von angehenden Schriftstellern, die sich, via ihres Erstlingswerkes, mit der Frage auseinandersetzen, warum sie eigentlich schreiben. Denn das Schreiben, ebenso wie das Lesen, ist, wie Nino Haratischwili in ihrem Roman unweigerlich feststellt, ein revolutionärer, wenn nicht sogar ein gefährlicher Akt. Dieser Gefahr erliegen zwischen den Seiten von „Juja“ vor allem die Figuren der Autorin, aber auch die Autorin selbst, die sich immer wieder in ihr eigenes Werk einspeist, und sogar zu mir der Leserin schwappt mit dem letzten Abschnitt eine Welle Gänsehaut herüber.

Zwischen den Seiten des Romans bewegt sich diese Leserin losgelöst von Zeit und Raum, springt vom 21. zurück in das 20. Jahrhundert, reist von Paris nach Amsterdam nach Sydney und wieder zurück. All das macht mich anfangs etwas atemlos. Auf den ersten 25 Seiten alleine verspinnt Haratischwili fünf Erzählstränge als wäre es nichts besonderes, und ich meinerseits stolpere über die Fäden verheddere mich und bereue kurz das Buch zur Hand genommen zu haben; denn das ist alles ein bisschen zu viel für mein entzündetes Gehirn. Doch dann lichtet sich der Nebel hinter meiner Stirn, die Knoten lösen sich und auf einmal passt alles irgendwie wieder zusammen. Trotz meines etwas konfusen, leicht überforderten ersten Eindrucks ist „Juja“ also ein überaus lesbares, da nicht halb so kompliziert wie zunächst angenommenes Buch. Einige Handlungsstränge munden mir dabei mehr als andere, das allerdings führe ich auf meine persönlichen Präferenzen zurück.

Dabei ist Nino Haratischwilis Debüt nicht perfekt, aber doch perfekt durchdacht. Das Ende führt diese Leserin via der Metaebene wieder an den Anfang der Geschichte und so setzt sich diese in meinem Kopf unaufhörlich fort. Aufgrund dieser Cleverness verzeihe ich der Autorin auch die überaus blumige Kleinmädchenprosa, die einige Teile des Romans verunstaltet; ironischer Weise betrifft das genau die Passagen, welche einen so infektiösen, lebensverändernden und -verunstaltenden Effekt auf ihre (fiktiven) Leser haben sollen. Ebenso schaue ich an dieser Stelle darüber hinweg, dass die inneren Monologe aller Figuren Haratischwilis irgendwie ähnlich klingen. Ob sie nun in Amsterdam leben oder in Sydney, ob sie Anfang des 20. Jahrhunderts geboren sind oder in der Nachkriegszeit, sie denken gleich, fluchen gleich, benutzen eine nahezu identische, zeitgenössische Sprache, die mir besonders in den Passagen von 1953 und 1968 unangenehm anachronistisch erscheint.

Als jemand der nicht nur liest, sondern auch selber Geschichten und Romane schreibt, bzw. schrieb (die ME hat mir leider eine Zwangspause verordnet), übt „Juja“ sowohl als Roman aber vor allem auch als Betrachtung der Wirkung von Literatur auf den Leser einen unerklärbaren Sog auf mich aus. Im Grunde ist mir der Aufbau des Romans etwas zu kompliziert und viel zu ambitioniert für einen Debütroman, dafür stilistisch irgendwie unausgegoren und erzählerisch unzureichend differenziert – auf den Folgeroman Haratischwilis „Mein sanfter Zwilling“ bin ich, was das angeht, schon überaus gespannt – doch ich kann einfach nicht davon lassen. Denn ich kenne dieses Gefühl der Verbindung durch Worte, die Zeit und Raum überbrückt, sowohl als diejenige, welche die Brücke baut, als auch als diejenige, welche sie überschreitet.

Insgesamt ist „Juja“ ein sehr ambitioniertes, thematisch aber durchaus nicht untypisches Debüt. Nino Haratischwili zeigt zwischen den Seiten großes literarisches Potenzial, hat allerdings noch einiges zu lernen was Figuren -, Schauplatzzeichnung und Erzählstimme angeht. Trotz kleiner Anfängerfehler und anfänglicher Verwirrung, es dauert ungefähr 50 Seiten bis man sich als Leserin in der Geschichte zurecht findet, habe ich meine Lektüre des Romans jedoch genossen, bzw. werde ich sie in guter Erinnerung behalten, und nicht nur das, sie machte mich, wie erwähnt, auch neugierig darauf, wie sich die Autorin wohl entwickeln mag. Der Vorteil einer Neuauflage gegenüber einer Neuerscheinung ist, dass ich dies im Folgenden direkt herausfinden werde können, hat Nino Haratischwili seit „Juja“ doch schon zwei weitere hoffentlich ebenso fesselnde Romane veröffentlicht.

Juja – Nino Haratischwili – ISBN 978.3.548.28792.8

Für Leserinnen, die…

  • …sich und ihr Leben schon einmal in einer Romanfigur wiederfanden.
  • …keine Angst vor der Metaebene haben.
  • …Anfängerfehler verzeihen.

Am besten kombiniert mit…

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(Neuerscheinung) Von Marathonmännern, bekifften Aliens und einer Ewigkeitsmaschine…

Terézia Moras „Ungeheuer“ hat mich Anfang des Jahres schwer beeindruckt. Daher zögerte ich nicht lange, als ich von ihrer neuen Veröffentlichung erfuhr und schon bald hatte ich das Buch im Briefkasten. Kurzgeschichtenbände sind ja bekanntlich die Stiefkinder der Literaturindustrie, aber im (virtuellen) Regal der Bücherphilosophin sind sie trotzdem immer willkommen…

Die Liebe unter Aliens von Terezia Mora
Die Liebe unter Aliens von Terezia Mora

Ein Ausflug ans Meer soll ein junges Paar zusammenführen. Ein Nachtportier fühlt sich heimlich zu seiner Halbschwester hingezogen. Eine Unidozentin flieht vor einer gescheiterten Beziehung und vor der Auseinandersetzung mit sich selbst. Ein japanischer Professor verliebt sich in eine Göttin. Kunstvoll erzählt Terézia Mora in »Die Liebe unter Aliens« von Menschen, die sich verlieren, aber nicht aufgeben, die verloren sind, aber weiter hoffen. Wir begegnen Frauen und Männern, die sich merkwürdig fremd sind und zueinander finden wollen. Einzelgängern, die sich ihre wahren Gefühle nicht eingestehen. Träumern, die sich ihren Idealismus auf eigensinnige Weise bewahren. Mit präziser Nüchternheit spürt Mora in diesen zehn Erzählungen Empfindungen nach, für die es keinen Auslass zu geben scheint, und erforscht die bisweilen tragikomische Sehnsucht nach Freundschaft, Liebe und Glück.

In ihrer neusten Veröffentlichung „Die Liebe unter Aliens“ zeigt Terézia Mora gleich zehn Mal, was sie als Schriftstellerin so kann. Vom Ton her erinnern mich die Geschichten allesamt ein wenig an „Das Ungeheuer“; nicht direkt pessimistisch aber zumindest der tristeren Seite der menschlichen Existenz zugewandt. Laut Klappentext geht es hier um Einsamkeit und Sehnsucht, und das kann ich persönlich so unterschreiben. Terézia Moras Figuren fehlt irgendwas; manchmal ist dieses etwas klar zu benennen, dann wiederum geht es um schwer greifbare Dinge, um innere Zustände, denen sich die Figuren selbst oft nicht ganz bewusst sind. Über Zeit und Raum erhaben kämpfen sie sich durch ihren Alltag, durchqueren sie die Straßen einer namenlosen Stadt, diese Leserin immer an ihrer Seite, die Ohren gespitzt, während mir Autorin Terézia Mora über die Schulter schaut und die Geheimnisse der Figuren zuflüstert.

Mein persönliches Highlight leitet diese Sammlung gleich ein, und bleibt bis zum Ende unerreicht, auch wenn die Konkurrenz ihm hart auf den Fersen ist. Es ist „Fisch schwimmt, Vogel fliegt“ eine Geschichte über einen Mann mittleren Alters, der auf offener Straße von einem jungen Migranten beklaut wird und diesen anschließend durch die Straßen der Stadt verfolgt. Während die Häuser und Viertel an den beiden vorbei ziehen enthüllt sich die Geschichte des „Marathonmannes“ und gibt die Sicht auf eine im Grunde einsame, oder zumindest sehr eigenbrötlerische, Existenz frei. Danach kommt gleich die Titelgeschichte in der diese Leserin einem verliebten Paar Teenager ans Meer begleitet. In „Perpetuum mobile“ erinnert sich die Hauptfigur an seinen besten Freund aus Kindertagen. „Ella Lamb in Mullingar“ thematisiert die innere Zerrissenheit einer arbeitenden Mutter.

Jede einzelne dieser Geschichten, und der weiteren sechs, die ihnen folgen, umkreist die Isolation ihrer Figuren, ob es sich nun um körperliche oder emotionale Isolation handelt, mit Worten, spricht diese aber nie direkt an. Terézia Moras Figuren sehnen sich nacheinander, so wie das Geschwisterpaar aus „Verliefen sich im Wald“ das sich um die übrige Familie nicht zu verprellen nur zweimal im Jahr und zudem heimlich treffen kann. Oder die schwarz arbeitende Putzfrau aus „Selbstbildnis mit Geschirrtuch“ die fiebernd vor Sehnsucht auf ihren Lebensgefährten wartet, der fernab von zuhause seinen künstlerischen Ambitionen freien Lauf lässt. Ihre Figuren sind heimatlos, ziellos, auf der Suche nach alten und neuen Freunden, wie zum Beispiel die junge Studentin aus „á la recherche“ die zwanghaft durch die Straßen Londons wandert oder der pensionierte Japanologieprofessor, der im Ort seiner Kindheit zum Tempel der titelgebenden „Göttin der Barmherzigkeit“ pilgert.

Wie das bei Kurzgeschichten oft der Fall ist, spielt sich vieles zwischen den Zeilen ab. Hier enthüllen sich die Geheimnisse der Figuren, deren innere Welten, Kämpfe und Hoffnungen. (Die Melancholie dieser Erzählungen tropft quasi von den Seiten und macht mir als Leserin das Herz zumal sehr schwer.) Terézia Mora verzichtet dabei auf jegliche Effekthascherei und lässt ihren Geschichten Raum sich in ihrem eigenen Tempo zu entfalten, ohne sie handlungstechnisch in die eine oder andere Richtung, bzw. auf ein vorkonzipiertes Ende, zu zu treiben. Manchmal führt das dazu, dass nicht viel passiert und der jeweiligen Geschichte das gewisse Etwas fehlt. Selten sind die Geschichten in „Die Liebe unter Aliens“ so originell wie „Fisch schwimmt, Vogel fliegt“. Doch war ich vor der Lektüre durchaus darauf gefasst; Kurzgeschichtenbände sind wie Pralinenschachteln, jeder Griff zum Buch birgt eine Überraschung und manchmal mag man als Leserin was man kriegt, beim nächsten Mal wiederum eher weniger und anschließend ist man wiederum positiv überrascht.

Insgesamt ist „Die Liebe unter Aliens“ ein überaus lesenswertes Buch, das, wie sollte es bei der Gewinnerin des deutschen Buchpreises 2013 Terézia Mora auch anders sein, beeindruckend aber dabei nie selbstüberhöhend geschrieben ist. Terézia Mora verzichtet darauf sich auf den Seiten ihres Buchs zu profilieren und wie viele ihrer Kollegen mit stilistischen Sperenzchen zu protzen. Sie liefert stattdessen zehn Geschichten ab, die fast ein bisschen zu „understated“ daher kommen. Sie setzt sich mit Gefühlen auseinander, die nur die wenigsten von uns sich offen eingestehen wollen, schreibt über Sehnsucht, Trennungsängste und Einsamkeit. Damit trifft sie diese Leserin dort, wo es am schmerzhaftesten ist, doch genau deshalb möchte ich Dir „Die Liebe unter Aliens“ an dieser Stelle auch wärmstens empfehlen.

Die Liebe unter Aliens – Terézia Mora – ISBN 978.3.630.87319.0

Für Leserinnen, die…

  • …von ihrer Lektüre gefordert werden wollen.
  • …die Geschichte zwischen den Zeilen erspähen.
  • …lieber ihren Zeh ins Wasser halten, bevor sie einen Kopfsprung wagen.

Literarische Nachbarn…

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